Ein Mann gibt einem Anderen 50-Euro-Scheine
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Leichter leben | 20.03.2018 | 17:00 Uhr Betrüger unterwegs: Vorsicht vor falschen Polizisten!

Immer häufiger geben sich Betrüger am Telefon oder an der Haustür als Beamte aus. Ihr Auftreten ist äußerst glaubwürdig. Dabei wollen sie meist ältere Menschen zur Bank begleiten, weil ihr Geld dort nicht mehr sicher sei. Leider klappen diese miesen Betrugsmaschen immer wieder! Weiterhin sorgt der "Enkeltrick" für Schlagzeilen. Aktuelle Fälle und Warnungen der Polizei sowie Tipps für Ihre Sicherheit gibt Kriminalrätin Ilona Wessner.

Ein Mann gibt einem Anderen 50-Euro-Scheine
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Wie gehen die Betrüger vor?

Die Betrüger gehen auf verschiedene Arten vor. Oft erhalten die Opfer einen Anruf, bei dem auf dem Display die Notrufnummer der Polizei erscheint. Die Stimme am Telefon warnt den Angerufenen vor Einbrecherbanden und wird aufgefordert, seine Wertsachen sowie sein Bargeld in eine Tasche zu packen, deren Abholung später noch angekündigt wird. Die Betroffenen sind oft überrumpelt und händigen später bereitwillig alle Wertsachen an die falschen Polizisten aus.

Kann man die Nummer nachverfolgen?

In der Regel sagt die Nummer auf dem Display des Telefons nichts über die Identität des Anrufers aus. Durch sogenanntes "Spoofing" lässt sich schon durch einige Klicks bei einem digitalen Telefonanschluss die eigene und somit angezeigte Telefonnummer beliebig manipulieren. Bei dieser Betrugsmasche wird auch oft aus dem Ausland operiert, die Telefonnummern über digitale Telefonverzeichnisse generiert.

Weitere Tricks der Kriminellen

Unter dem Vorwand, vermeintliches Falschgeld sicherstellen zu wollen, möchten sich die Betrüger Zutritt zur Wohnung verschaffen. Die Opfer sind in der Regel so verängstigt, dass sie freiwillig ihr Geld übergeben.

Noch ein Trick ist, Leute anzurufen, von einem Verkehrsunfall eines Familienmitgliedes zu berichten und sie zu bitten, den dabei entstandenen Schaden noch vor Ort bei der anwesenden "Polizei" zu begleichen.

Wo lauern falsche Polizisten ihren potenziellen Opfern auf?

Die Kriminellen passen Menschen im Hausflur ab und erzählen, dass in die Wohnung eingebrochen worden sei und man prüfen müsse, welche Wertsachen fehlen. Echte Polizisten würden das nie tun!

Die Opfer fühlen sich überrumpelt, achten nicht auf die gefälschten Dienstausweise, bzw. erkennen nicht, dass ihnen auf die Schnelle nachgemachte Ausweise vorgezeigt werden. Schon ein genauer Blick auf das Dokument würde offenbaren, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Die Betrüger treten zudem fast immer in ziviler Kleidung auf und geben sich oft als Beamte der Kriminalpolizei aus.

Wir erkennt man die Trickbetrüger?

  • Dienstausweis genau betrachten
  • Falsche Polizisten niemals unter einem Vorwand in die Wohnung lassen
  • Beim geringsten Verdacht – die echte Polizei anrufen
  • Die Polizei selbst ruft niemals unter der Telefonnummer 110 an, dies ist ausschließlich eine Notrufnummer

Vorsicht Anruffalle – was steckt hinter betrügerischen Ping-Anrufen?

Das Telefon klingelt nur kurz, eine Nummer erscheint und wer zurückruft, für den wird es teuer. Bei den sogenannten Ping-Anrufen zielen Betrüger darauf ab, den Angerufenen möglichst lange in der Leitung zu halten. Derzeit kommen die Anrufe vor allem aus Tunesien und Burundi. Bei Ping-Anrufen oder Ping-Calls wird oft mit falschen Nummern getrickst, sodass der Angerufene bei seinem Rückruf nicht sieht, dass er es gerade in Tunesien oder Burundi klingeln lässt, wenn er zurückruft.

Wie kann man sich schützen?

Rufnummern mit ungewöhnlichen Ziffern oder Vorwahlnummern die man nicht kennt, sollte man nicht zurückrufen. Außerdem sollte man vorsichtig sein bei der Weitergabe seiner Daten. Auf keinen Fall sollte man Fremden am Telefon seine kompletten Daten nennen. 

Zurückgerufen – was passiert dann?

Sobald man merkt, dass es sich nicht um einen seriösen Anruf gehandelt hat, sollte man schnell auflegen. Außerdem sollte der Vorfall sofort der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

Laut Verbraucherzentralen kann es sein, dass den Telefonanbietern bereits durch die Bundesnetzagentur verboten wurde, bestimmte Ping-Anrufe abzurechnen. Es bestehe ein sogenanntes Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot. Das Inkassierungsverbot gelte auch, wenn man bereits eine Rechnung erhalten, diese aber noch nicht bezahlt habe. Hat man schon gezahlt, besteht leider kein Anrecht auf Rückerstattung, auch wenn diese Nummer bereits verboten wurde. 

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Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 10:52 Uhr