Eine Frau bezahlt kontaktlos mit ihrem Smartphone
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Leichter leben | 18.02.2019 | 17:00 Uhr Handy als Geldbörse: Wie funktioniert mobiles Bezahlen?

Das Smartphone einfach ans Lesegerät halten, schon hat man bezahlt: Das kontaktlose Bezahlen via Handy ist derzeit in aller Munde. Wie es genau funktioniert und was es dabei zu beachten gibt, erklärt Experte Marco Ammer.

Eine Frau bezahlt kontaktlos mit ihrem Smartphone
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In vielen Supermärkten, Baumärkten oder Möbelhäusern ist es schon ein gewohntes Bild: Fürs Bezahlen halten Kunden einfach ihre Kreditkarte oder Girocard kurz an ein Lesegerät und schon ist der Einkauf über Funk bezahlt. Das klappt inzwischen auch mit immer mehr Smartphones. Die müssen dafür aber mit der entsprechenden Software aufgerüstet sein.

Karten mit Funkchip waren Vorreiter

Für das schnelle kontaktlose Bezahlen wird eine Übertragungsart mit dem Kürzel NFC genutzt. Das steht für "Near Field Communication", auf Deutsch etwa "Daten übertragen über eine kurze Distanz". Mit "kurzer Distanz" ist ein Abstand von wenigen Zentimetern gemeint. Mit NFC-Chips wurden in Deutschland in den letzten Jahren zunächst viele Kredit- und EC Karten ausgerüstet und den Kunden dann mit dem Kartenwechsel zugeschickt.

Experte Marco Ammer im Gespräch. 18 min
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Jetzt können auch viele Smartphones genutzt werden

Auch die meisten aktuellen Smartphones haben die für das schnelle Bezahlen nötige Technik an Bord. Viele Geräte der Mittel- oder Günstigklasse sind mit den NFC-Chips ausgerüstet. Zusätzlich müssen Nutzer noch eine Bezahl-App(likation) aufs Smartphone laden, in der die Kontodaten hinterlegt sind. Diese Programme sind in der Regel kostenlos. Hier ist das Ganze für Nutzer derzeit aber noch etwas unübersichtlich und intransparent.

Auch mit Apple und Google ist kontaktloses Zahlen möglich

Frau mit iPhone X Smartphone in der Hand beim Scannen einer Kreditkarte mit Apple Pay
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Derzeit bieten die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisenbanken, Postbank und Deutsche Bank jeweils eine eigene Bezahl-Applikation für NFC-fähige Smartphones an. Kunden anderer Banken können derzeit das kontaktlose Bezahlen noch nicht nutzen oder müssen auf Apps wie "Boon" ausweichen.

Wer mit Google mobil bezahlen will, muss sich die Google Pay-App aufs Handy laden. Google Pay wird von der Commerzbank, Comdirect und N26 unterstützt. Seit Ende 2018 ist auch Apple Pay in Deutschland verfügbar. Den Dienst können derzeit Kunden der Deutschen Bank, der Hanseatic Bank oder der Hypovereinsbank nutzen.

Fast flächendeckend ausgestattet

Für kontaktloses Bezahlen muss der Händler eine Kasse mit einem Lesegerät für NFC angeschafft haben. Weil das Extrakosten verursacht, zögerten damit viele Geschäfte und auch große Handelsketten bei der Einführung vor einigen Jahren. Das hat sich inzwischen aber geändert.

Diebe und unehrliche Finder könnten mit Smartphone bezahlen

Ein Risiko gibt es bei der Bezahlvariante über Funk: Verliert man das Handy, könnten andere kleinere Beträge damit bezahlen. Das klappt auch, wenn das Smartphone-Display mit einer PIN oder einem Muster gesperrt ist. Auch bei den Karten mit NFC-Technik können Fremde damit bezahlen. Die Banken haben aber zusätzliche Hürden aufgebaut, um Missbrauch mit gestohlenen Karten zu beschränken. So soll verhindert werden, dass Diebe oder unehrliche Finder an einem Tag ganz viele Beträge unter 25 Euro mit dem fremden Smartphone bezahlen. Werden innerhalb kurzer Zeit viele kleine Beträge abgebucht, werden Karten oder Smartphone fürs kontaktlose Bezahlen gesperrt.

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2019, 09:17 Uhr