Ein junger Mann fährt auf einem Hoverboard.
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Leichter leben | 06.08.2018 | 17:00 Uhr Was gibt es bei Hoverboard und Co. zu beachten?

Sie sind wendig und praktisch: Mini-Stromer gibt es in vielen Ausführungen. Bislang dürfen die Gefährte nur über Privatgelände rollen. Doch das soll sich ändern. Experte Marco Ammer erklärt, was es sonst noch zu beachten gibt.

Ein junger Mann fährt auf einem Hoverboard.
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Skateboards mit Motor, Elektro-Scooter oder Hoverboards, es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Gefährten, die mit einem Elektromotor ausgestattet sind. Die Mini-Stromer machen Spaß und könnten den Weg zur Arbeit oder in die Stadt verkürzen.

Doch der deutsche Gesetzgeber kann mit den "Elektrokleinstfahrzeugen" bisher noch nicht so richtig etwas anfangen. Für Straßen oder auch Radwege sind Hoverboards, Elektro-Scooter oder auch motorbetriebene Skateboards nicht zugelassen. Denn alles, was schneller als 6 km/h fahren kann, muss laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) über einen Sitz, Lenkung, Bremse, Beleuchtung oder Spiegel verfügen.

Nutzung bislang nur auf Privatgelände

Verschiedene Hoverboards
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Mit einer solchen Ausstattung kann ein Hoverboard oder ein E-Skateboard nicht dienen. Die Elektrofahrzeuge dürfen daher aktuell nur auf Privatgelände benutzt werden. Laut Bußgeldkatalog kann das Fahren mit einem nicht zugelassenen Kraftfahrzeug mit 70 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden. Außerdem müsste der Fahrer eine Fahrerlaubnis für die Geräte besitzen. Da aber nicht klar ist, wie die Elektrokleinstfahrzeuge in der StVO kategorisiert werden, ist auch nicht klar welcher Führerschein dafür notwendig wäre.

Die einzige Ausnahme stellen hier sogenannte Pedelecs (Pedal Electric Cycle) und E-Bikes dar. Damit zu fahren ist legal. Pedelecs gelten als Fahrräder, da die Tretunterstützung nur bis 25 km/h funktioniert und die Motoren nicht mehr als 250 Watt unterstützen. Für E-Bikes, die deutlich schneller und mit mehr Power unterwegs sind, muss der Fahrer mindestens 16 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse AM besitzen.  

Sonderregelung für Segways

Junge Leute fahren auf Segways
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Zwei Räder, ein Trittbrett und ein Lenker: An den Anblick von Segways haben sich die meisten inzwischen gewöhnt. Die Gefährte sind schon seit 2001 auf dem Markt und damit deutlich länger als etwa Hoverboards. Damit hatten die Anbieter und Verkäufer auch schon einige Jahre Zeit, bei Gesetzgeber und Behörden für eine Regelung für Segways für den Straßenverkehr zu trommeln.

Wenn Segways mit Versicherungskennzeichen, Licht und Klingel ausgerüstet sind, dürfen die auch auf die Straße. Ein Führerschein ist laut der Verordnung nicht nötig. Im Ort dürfen Segway-Nutzer Radwege benutzen. Sind die nicht vorhanden, darf auch auf der Straße gefahren werden. Außerorts ist die Straße tabu, Segway-Fahrer dürfen nur auf Radwege oder Schutzstreifen.

Regelung für Elektrokleinstfahrzeuge noch 2018?

Eine einheitliche Regulierung für alle anderen Mini-Stromer ist in Sicht: Derzeit erarbeitet die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) Vorschläge zur Klassifizierung von Elektrokleinstfahrzeugen. Und es gibt berechtigte Hoffnungen, dass es noch in diesem Jahr unter bestimmten Voraussetzungen legal wird, sich mit dem Hoverboard oder Elektro-Scooter durch die Stadt zu bewegen. Möglicherweise muss der Roller oder das Skateboard dann zum Beispiel mit einem Kennzeichen versehen werden – ähnlich wie bei einem Mofa.

Was es zu beachten gibt

Ein junger man fährt auf einem Hoverboard.
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Wer sich so ein Fahrzeug mit Elektroantrieb zulegen möchte, der sollte unbedingt ein paar Dinge beachten.

Da den meisten Verkehrsteilnehmern die Erfahrung mit der Geschwindigkeit und der Manövrierfähigkeit eines Elektrorollers oder Hoverboards fehlt, ist als Fahrer besondere Vorsicht geboten. Außerdem ist Schutzkleidung dringend zu empfehlen. Neben den Anschaffungskosten, die je nach Gerät ab 250 Euro beginnen (Pedelecs und E-Bikes ab 1500 Euro), sollten noch ein paar Euro in Helm, Knieschoner oder Ellenbogenschoner investiert werden.

Für das Fahren der Mini-Stromer in der Öffentlichkeit besteht derzeit kein Versicherungsschutz. Im Falle eines Unfalls muss der Nutzer allein für die Schäden aufkommen, die er verursacht.

Was ist sonst noch wichtig?

Es gibt also viele Dinge zu beachten, wenn man sich so ein Elektrokleinstfahrzeug zulegen möchte. Die drei wichtigsten Dinge sind dann: Üben, Üben, Üben. Und wenn es dann legal ist, die Gefährte in der Öffentlichkeit zu benutzen, dann sollte man gut darauf vorbereitet sein.

Zuletzt aktualisiert: 06. August 2018, 19:19 Uhr