Querschnittsdarstellung eines menschlichen Oberarmmuskels mit Faszien
Bildrechte: IMAGO

Leichter leben | 06.03.2018 | 17:00 Uhr Faszientraining für mehr Beweglichkeit

Die Faszien durchziehen den ganzen Körper. Sie sind Bänder, Sehnen und Muskelhüllen und sollen für viele Arten von Schmerz verantwortlich sein, für die es bisher keine Erklärung gab. Die Faszien gesund zu erhalten und zu trainieren, ist ganz einfach, sagt Bewegungsexpertin Sylvia Seifert. Sie gibt Tipps.

Querschnittsdarstellung eines menschlichen Oberarmmuskels mit Faszien
Bildrechte: IMAGO

Was sind die Faszien?

Als Faszien werden Teile des Bindegewebes bezeichnet, die wie ein feines Netz Muskeln, Gelenke, Knochen, Organe und sogar winzige Nerven umhüllen. Erst seit kurzem ist es möglich, das Fasziensystem überhaupt zu sehen. Grundsätzlich gilt: Schon ausreichende und maßvolle Bewegung verbessert das Fasziensystem deutlich! Die Faszientherapie setzt zum Einen auf Körperübungen, zum Anderen auf gezielte Massage. Beim Training werden die Faszien auf zwei verschiedene Arten stimuliert.

Dehnen der Faszien

Dehnen nach dem Sport mit verschränkten Händen
Bildrechte: IMAGO

Mit Körperübungen werden die langen Faszienketten gedehnt. Zum Teil im Sinne klassischer Dehnübungen (so wie im Schul-Sportunterricht) und zum Teil durch federnde Bewegungsübungen, bei denen die Federfunktion der Faszien angesprochen wird, die bei sprunghaften Bewegungen wichtig ist.

So werden z.B. Verdrehungen und Verfilzungen der Faszien gelöst. Dehnübungen kann man in den Alltag einzubauen und sich zum Beispiel mit ausgestreckten Armen in den Türrahmen lehnen, wenn man durch eine Tür geht. Das dehnt nicht nur die Muskeln und zieht sie auseinander, auch das umgebende Fasziengewebe wird so gedehnt.

Massage der Faszien

Durch äußere Stimulierung der Faszien werden diese "belebt", so dass z.B. Verklebungen und Verhärtungen gelöst werden. Dadurch kann auch der Wassergehalt im Bindegewebe wieder steigen. Die Massage kann entweder von einer anderen Person durchgeführt werden (z.B. einem Osteopathen), oder sie können sie selber mit Hilfe einer Faszienrolle ausführen. Die Rolle übt Druck aus, dadurch wird der Blutfluss angeregt und das Blut bringt Nährstoffe und Sauerstoff in diesen Muskelbereich. Eine Faszienmassage kann auch bei Gelenkproblemen helfen und fördert das Gleichgewicht.

Auf die Rolle

Die Faszienrolle ist eine feste Kunststoffrolle, die es mittlerweile in allen Größen und Farben gibt. Sie unterscheiden sich auch hinsichtlich des Härtegrades und der Oberflächenstruktur, je nachdem für welchen Körperteil sie gedacht sind. Mit der Rolle ist es möglich, sich selbst zu massieren bzw. die Faszien zu stimulieren. Dabei wird mithilfe des eigenen Körpergewichts Druck auf Verhärtungen ausgeübt, zum Beispiel indem man sich die Rolle unter den Rücken legt und darauf vor und zurück rollt. So sollen sich Verspannungen lösen und die Durchblutung verbessert werden.

Aber Vorsicht!

Frauen beim Faszientraining.
Auf solchen Faszienrollen wird trainiert. Bildrechte: dpa

  • Am besten wäre es, sich erst in einem Kurs oder von einem Physiotherapeuten zeigen zu lassen, wie die Faszienrolle einzusetzen ist bzw. welches Modell für die eigenen Bedürfnisse geeignet ist.
  • Legen Sie sich nicht mit dem ganzen Körpergewicht auf die Rolle, sondern stützen Sie sich immer ab, sonst herrscht Verletzungsgefahr.
  • Achten Sie beim Training darauf, dass Sie Ihre Faszien – gerade am Anfang – nicht überfordern!
  • Zwei Mal Training pro Woche für 10-15 Minuten reicht völlig aus.
  • Wenn Sie sich entscheiden, Faszientherapie-Übungen regelmäßig durchzuführen, lohnt es sich, dass Sie sich ausführlicher mit Übungsmöglichkeiten auseinandersetzen und Bücher, Videos und Kurse in Anspruch nehmen.

Viel Spaß bei mehr bewusster Bewegung!

Mehr über Sportexpertin Sylvia Seifert aus Leipzig erfahren Sie hier.

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2018, 11:20 Uhr