Zwei Hände haben aus Buchstaben-Spielsteinen die Wörter "Geld" und "Erbe" gelegt.
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Leichter leben | 26.06.2018 | 17:00 Uhr Was tun mit dem Erbe?

Ein Häuschen, ein paar Hektar verpachtetes Ackerland oder ein Sparbuch von Opa – wer erbt, sollte sich kümmern. Denn nicht immer hat eine Erbschaft einen Vermögenszuwachs zur Folge. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen erklärt unter anderem, wann es sich rentiert, ein Erbe abzulehnen.

Zwei Hände haben aus Buchstaben-Spielsteinen die Wörter "Geld" und "Erbe" gelegt.
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Beim Erben aufpassen

Erbschaften können Sie tatsächlich planen. Und wo immer das geht, sollten Sie das auch tun. Sie sollten klären, ob Sie das möglicherweise anstehende Erbe überhaupt haben wollen. Und auch, ob Sie zum Beispiel konkret das Haus der Eltern haben wollen. Mit wem werden Sie teilen – müssen – und wie gut geht das.

Eine der schwierigsten Auseinandersetzung für Erben: Wenn nichts geregelt ist, erben alle Erben alles zu unterschiedlichen Bruchteilen – Haus, Geld, Auto, Wertpapiere. Und das müssen die Erben dann mühsam auseinanderdividieren.

Ohne Regelung gilt die gesetzliche Erbfolge

Viele vertrauen darauf, dass das Bürgerliche Gesetzbuch schon das Nötige regelt. Und in vielen Fällen sind die Regelungen zur gesetzlichen Erbfolge gar nicht so verkehrt. Aber oft passen sie heute nicht mehr, insbesondere wenn der Erblasser neben der Familie auch einen Lebensgefährten, Stief- und Patenkinder oder Freunde bedenken will. Patchwork-Familien sind in der gesetzlichen Erbfolge nicht vorgesehen.

Wer wirklich den liebsten Menschen Vermögen hinterlassen möchte, der muss ein Testament machen. Wichtig: Das Testament muss unbedingt in Gänze handschriftlich verfasst sein.

Gesetzlich entsteht die Erbengemeinschaft

Auch wichtig: Wenn ein Ehepartner verstirbt, erbt nicht automatisch der andere alles. Gibt es Kinder, bekommt der Partner nach dem Ehegattenerbrecht die eine Hälfte des Vermögens, die andere steht den Kindern zu. Es entsteht eine Erbengemeinschaft.

Selbst bestimmen, wer was bekommen soll

Testament
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Sie befürchten, Streit sei vorprogrammiert?

Ein Testament kann das Risiko zumindest verringern. Nicht klug ist es, einzelne Wertgegenstände aufzulisten und dann einem Menschen zuzuordnen, ohne dass klar ist, wer Erbe sein soll.

Deshalb: erst in einem Testament den oder die Erben benennen und dann im zweiten Schritt jemandem einen besonderen Gegenstand vermachen. Durch ein Testament können Sie auch jemanden enterben. Den nächsten Angehörigen steht aber der sogenannte Pflichtteil zu.

Wer Immobilien vererbt, sollte sich vom Notar beraten lassen

Wer Immobilien vererbt und eine gerechte und rechtssichere Lösung will, sollte einen Notar aufsuchen und sich beraten lassen. Sind mehrere Häuser zu vererben, kann man jedem Kind ein Haus vererben. Das muss allerdings nicht unbedingt gerecht sein, da nicht jedes Haus gleich viel wert sein dürfte.

Der Notar kostet Geld, wobei sich die Gebühr nach dem Wert des Erbes richtet – bei einem Vermögen von 500.000 Euro sind es etwa 1.000 Euro. Der Weg zum Notar bringt aber einen weiteren Vorteil: Das öffentliche Testament kann den Erbschein ersetzen und den Erben später einiges an Gerichtsgebühren ersparen.

Wenn es nur Schulden zu erben gibt

Übrigens: Wer nicht erben will, muss sein Erbe ausschlagen, und zwar innerhalb von sechs Wochen! Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Erbe aus einer Schrottimmobilie oder überwiegend aus Schulden besteht.

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Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 06:00 Uhr