Aktien Wertpapiere
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Leichter leben | 18.04.2017 | 17:00 Uhr Sparen mit Fonds: Das müssen Sie wissen

Wer seine Schulden bezahlt und sein Tagesgeldkonto aufgefüllt hat, sollte bei der Geldanlage über Aktien nachdenken. Richtig angegangen eignen sich Aktien gut, um langfristig Vermögen aufzubauen. Lassen Sie sich nicht abschrecken: weder von der politischen Aufregung um Brexit und Trump noch von den Schwierigkeiten des Aktienkaufes selber! Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen weiß Rat.

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Nirgendwo bekommt man noch gute Zinsen auf sein Erspartes und eine Immobilie zu kaufen, ist nicht für jedermann sinnvoll. Aktienfonds mit ihren langfristigen Anlagemöglichkeiten und dem gemischten Angebot können da eine gute Alternative sein. Auch Einsteiger kommen ganz locker zu einem guten Aktiendepot, wenn sie es nicht gerade bei ihrer Filialbank versuchen und zusätzlich ein paar Kniffe kennen.

Vier Dinge sind beim Aktienkauf zu beachten

Investieren Sie nur den Teil Ihres Spargroschens, auf den Sie langfristig verzichten können: Aktienanlagen sollten einen Zeithorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren haben.

Kaufen Sie keine Einzeltitel, sondern einen Aktienkorb, der breit über Länder, Branchen und Währungen streut. Nutzen Sie dafür Fonds. Geben Sie für die Nebenkosten (Kauf, Managementgebühren) kein Vermögen aus, sondern setzen Sie auf günstige Indexfonds (ETFs). Diese Fonds folgen treu dem Verlauf der Märkte, teure Manager greifen nicht ein.

Suchen Sie sich ein preiswertes Online-Depot. Das ist sozusagen das Konto für ihre Aktien und Fonds.

Warum Indexfonds?

Wer sich mit der Geldanlage in Aktien beschäftigt, der stößt immer wieder auf das Kürzel ETF. ETFs sind Aktienfonds, die einen bestehenden Aktienindex nachbauen. Man nennt sie deshalb auch Indexfonds. Ein Beispiel: Ein Sparer möchte an der Entwicklung des Index Stoxx Europe 600 teilhaben – statt 600 einzelne Aktien ins Depot zu nehmen, kann er auch einen ETF auf den Stoxx Europe 600 kaufen.

ETFs sind deutlich günstiger als aktiv verwaltete Aktienfonds. Das ist logisch, denn ETFs brauchen keinen Fondsmanager, der festlegt, welche Aktien im Fonds vertreten sind und welche nicht. Die Rendite muss deswegen nicht schlechter sein, im Gegenteil. Die Erfahrung hat gezeigt, dass nur die wenigsten Fondsmanager es schaffen, mit einer aktiven Strategie langfristig besser zu sein als der Markt

ETFs gehören also zur festen Empfehlungspalette von Finanztip, sofern Sie für Ihr Geld mehr Rendite herausholen möchten, als derzeit bei Tagesgeld und Festgeld drin ist. ETFs gibt es auf alle denkbaren Indizes und meist von mehreren Anbietern. Überlegen Sie sich also zuerst, an welchem Index Sie beteiligt sein möchten. Eine Liste vieler in Deutschland gehandelten ETFs finden Sie zum Beispiel bei der Börse Frankfurt. Grundsätzlich gilt: Sie verringern Risiken, wenn Sie breit über Branchen und Länder streuen. Der ETF auf den Weltaktienindex MSCI World umfasst zum Beispiel 1.600 Einzelaktien aus 23 Ländern.

Tipps für den Kauf von Aktien in Indexfonds

Die Spezialisten haben die besten Depots

Erstmal brauchen Sie einen Ort, an dem Sie Ihr Erspartes lagern. Bei Aktien und Fonds heißt der Ort nicht Konto, sondern etwas vornehmer Depot. Wählen Sie aber unbedingt eines, das günstig ist und gut zu bedienen. Am besten bringen diese Kriterien die Depots von Flatex und Onvista Bank zusammen: Anleger können eine Vielzahl von Aktien, Fonds und ETFs gegen eine Gebühr von 5,90 Euro (Flatex) und 6,50 Euro (Onvista Bank) kaufen und auf einen Blick erfassen, an welchen Handelsplätzen die Wertpapiere am günstigsten zu haben sind.

Gute Depots gibt es auch bequem zum Girokonto

Oft kommen aber auch Direktbanken mit einem kostenlosen Depot daher. Haben Sie schon ein Girokonto bei einer Onlinebank, kann ein Blick lohnen: Bei der ING-Diba etwa gibt es viele der von Finanztip empfohlenen ETFs auf den MSCI World, Stoxx Europe 600 oder MSCI Europe kostenlos ab 500 Euro Anlagebetrag. Bei der Comdirect kosten einige ausgewählte ETFs dauerhaft 3,90 Euro Gebühr im Ankauf über Xetra ab 1000 Euro Anlagesumme.

Das Wort "verkaufen" aus weißen Buchstabenwürfeln gelegt
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Einige Depots sind viel benutzerfreundlicher als andere

Jede Benutzeroberfläche sieht anders aus. Vor allem bei den Onlinebanken gibt es bei den Ordermasken in Sachen Bedienerfreundlichkeit große Unterschiede. Beispielsweise ist nicht immer klar, zu welchem Kurs (Preis) Ihr Kauf gerade ausgeführt wird. Oder es gibt nur ein eingeschränktes Angebot oder eine schlechte Übersicht der Handelsplätze – beides macht es für Anleger schwerer, Kurse zu vergleichen.

Ordern Sie Standard-ETFs im Direkthandel

Grundsätzlich können Anleger immer wählen, ob sie den ETF an der Börse oder über einen Direkthändler kaufen wollen. Finanztip empfiehlt für Standard-ETFs die Direkthändler: Diese Händler, meist Banken oder Wertpapierhandelshäuser, liefern die Preise in Echtzeit, die Gebühren sind oft niedriger und Anleger erhalten die gewünschten ETF-Anteile auf einen Schlag. Um Preisüberraschungen im Direkthandel zu vermeiden, handeln Sie nur zu den Börsenöffnungszeiten zwischen 9 Uhr und 17.30 Uhr.

mehrere Münzen liegen auf einem Papier, welches einen (Aktien)-Kurs anzeigt.
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Mit ETFs können Sie gebührenfrei in Raten sparen

Statt einmal einen größeren Betrag anzulegen, können Sparer auch Raten von 50 oder 100 Euro im Monat in einen Sparplan stecken. Für dieses Geld werden jedes Mal Anteile eines ETFs gekauft. Manche Onlinebanken verlangen Gebühren: Statt 100 Euro fließen dann jeden Monat beispielsweise nur 98,50 Euro in den Sparplan. Bei Flatex, der Consorsbank, Maxblue, Comdirect und Onvista Bank fallen solche Kosten für viele ETFs weg.

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2018, 11:06 Uhr