Scheinwerfer eines BMW 435i
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Leichter leben | 22.03.2017 | 17:00 Uhr Für eine gute Sicht

Sie sind in die Jahre gekommen und irgendwie fehlt ihnen der Durchblick. Deshalb müssen neue Scheinwerfer her. Sie sorgen für einen frischen Blick. Doch im Fachhandel und im Internet gibt es viele Angebote - welche Scheinwerfer für welches Auto? Und wie funktioniert der Umbau? Und muss der TÜV den Umbau abnehmen? Die Antworten gibt es von Autopapst Andreas Keßler.

Scheinwerfer eines BMW 435i
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Sehen und gesehen werden …

Für Autofahrer ist es im Laufe der Autoentwicklung deutlich heller geworden: Die Skala der Automobilbeleuchtung reicht von kümmerlichen Funzeln bis zum LED-Licht, ein geradezu fantastischer Erfolg. Aber: Wo viel Licht ist, ist auch immer Schatten. Was nützt das hellste Licht, wenn es blendet oder wenn es im Defektfall nur sehr zeitaufwändig und teuer zu reparieren ist? Das Autolicht ist nicht umsonst bei den Hauptuntersuchungen und den Kfz-Beleuchtungswochen der Autobranche immer wieder im Fokus. "Einfach einen Schalter drehen und schon ist deutlich mehr zu sehen!" - Schön wär's! Auch hier gibt es einen großen Bereich zwischen der Theorie und der (Beleuchtungs-)Praxis.

Einst & Jetzt:

  • Los ging es bei der Autobeleuchtung mit simplen Wachskerzen. Wenig später wurde es hell: Karbidlampen sorgten für (relativ) gleißendes Licht.
  • Mit dem Siegeszug der Elektrizität zog diese auch ins Automobil ein: Jahrzehntelang lag die Bordspannung bei 6 Volt, mehr gaben die Gleichstrom-Lichtmaschinen nicht her. Entsprechend müde war die Lichtausbeute.
  • Mit dem Drehstromgenerator, so heißt die oft so genannte Lichtmaschine heute korrekt, stieg die Bordspannung auf 12 Volt, was zuerst die Lichtausbeute erhöhte und schließlich das Halogenlicht ermöglichte. Mit der "H4-Lampe" wurde es endlich hell vor deutschen Autos!
  • Das Halogenlicht in seinen unterschiedlichsten Ausbildungen ist bis heute noch Stand der Technik. Vor 25 Jahren entwickelte Bosch das "Xenon-Licht", welches die Vorzüge der Halogenlampe mit einem Schlag ins Abseits schoben. Allerdings sind Xenon-Scheinwerfer bis jetzt noch Premium-Fahrzeugen vorbehalten und häufig (wenn überhaupt) nur gegen Aufpreis erhältlich.
  • Parallel zum Xenon-Siegeszug führte die Industrie Schritt für Schritt zunächst LED-Leuchten und schließlich aktuell Laserlicht in ihren Spitzenmodellen ein. Lichttechnisch betrachtet liefert die Xenon-Technik auch heute noch das beste Autolicht, ist aber nicht so "intelligent" wie LED- und Laserlicht.

Ein paar Worte zu den "Einäugigen" und den "Blendern":

Andreas Keßler
Andreas Keßler kennt sich aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Klagen über ständig durchbrennende Scheinwerferlampen reißen nicht ab. Ursache ist Sparsamkeit am falschen Ende. Und damit sind sowohl die Hersteller gemeint, deren Bordelektrik durch zu billige Komponenten immer mal wieder Spannungsspitzen ins Netz schießt, aber auch die Autofahrer, die beim Kauf von Ersatzlampen unbedingt ein paar Euro sparen wollen! Wenn der Einbau von "Longlife"-Lampen namhafter Hersteller (Osram, GE, Philips) dem Lampensterben kein Ende bereitet, könnte ein neuer Regler, eine qualitativ bessere Lichtmaschine oder einfach ein Widerstand in der Spannungsversorgung der Scheinwerferlampe das Übel beheben. Die Schwierigkeiten, die bei manchen Autos der Lampenwechsel bereitet, sind seit ein paar Jahren Geschichte: Auf der einen Seite haben die Konstrukteure den Aufwand deutlich herab gesetzt, und auf der anderen Seite halten die Leuchtmittel (Xenon, LED, Laser) nach Herstellerangaben ein Autoleben lang. Theoretisch …

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2018, 11:35 Uhr