ein Autoreifen
Bildrechte: Colourbox

Leichter leben | 26.09.2018 | 17:00 Uhr Für wen sich Ganzjahresreifen lohnen

Ganzjahresreifen versprechen bei jedem Wetter Grip. Doch funktioniert das wirklich wie bei guten Sommer- und Winterreifen? Für wen sich Ganzjahresreifen lohnen und was es beim Kauf zu beachten gibt, weiß Andreas Keßler.

ein Autoreifen
Bildrechte: Colourbox

Einer für alles! Schwarz, rund und aus Gummi

Irgendwie ist das Thema nicht sehr sexy: Die Reifen am Auto fristen ein kümmerliches Dasein. Wenn der Gesetzgeber nicht irgendwann einmal Mindestprofiltiefe und "witterungsentsprechende Bereifung" vorgeschrieben hätte, würde sich wahrscheinlich kein Mensch für seine Pneus interessieren. In Deutschland gibt es aber die "Winterreifenpflicht", deshalb zerfällt das Jahr in zwei Hälften, jede wird mit einem Werkstatt-Termin, Wartezeit und Geldausgeben begonnen. Immer mehr Autofahrer haben davon genug und wechseln ihre Reifen nicht mehr, weil sie Ganzjahresreifen fahren.

Nur ein Kompromiss?

  • Gute Ganzjahresreifen beweisen in Tests, was sie können: Spitzenprodukte sind teilweise besser als "echte" Winterreifen von Billiganbietern.
  • Nur wenige Autofahrer fahren so viel, dass sie zwei Sätze Reifen tatsächlich abnutzen. Die meisten Reifen werden trotz ausreichend Profil einfach zu alt und müssen dann erneuert werden.
  • Kleinwagen, die im Kurzstreckenverkehr in der Großstadt bewegt werden, sind mit Ganzjahresreifen perfekt bedient. "Echte" Sommer- oder Winterreifen können bei vergleichbarem Qualitätsniveau zwar vieles besser, was in der Praxis aber kaum zum Tragen kommt.
  • Autobahnspezialisten, die pro Jahr mehrere zehntausend Kilometer zurücklegen, sollten die besten Reifen aufziehen, die für ihr Fahrzeug zu kriegen sind. Für diese Einsatzfälle sind die "Spezialisten" genau richtig.
  • Last, but not least: Die Ersparnis durch einen Räderwechsel/Jahr weniger und den Wegfall des "Reifenhotels" ergibt über die Nutzungsdauer gerechnet einen Satz Ganzjahresreifen der Spitzenklasse! Und über die Zeit- und Stressersparnis durch den Wegfall der Wechslerei hat noch niemand gesprochen.

Stickstoff als Reifen-Füllgas

Autoreifen
Bildrechte: Colourbox.de

Beim Reifen- oder Räderwechsel wird von immer mehr Reifenhändlern angeboten, anstelle von Luft Stickstoff in Reifen einzufüllen. Versprochen wird ein konstanter Reifendruck über einen längeren Zeitraum, damit deutlich gespreizte Intervalle für Reifendruckkontrolle, teilweise sogar Reduzierung von Reifenverschleiß und Kraftstoffverbrauch. Die Kosten liegen bei ca. 10 Euro für vier Reifen. Bei allen Überlegungen zu den vermeintlichen Vorteilen von "reinem" Stickstoff als Reifenfüllgas darf nicht vergessen werden, dass Luft bereits zu ca. 78 % aus Stickstoff besteht.

Bei der Annahme, dass der diffusionsbedingte Druckverlust an einem intakten Reifen über drei Monate schätzungsweise 0,1 bar beträgt, wird klar, dass dies nicht der Grund sein kann, die regelmäßigen Reifendruckprüfungen zu reduzieren. Andere mögliche Druckverluste (z.B. durch Undichtigkeiten und Verletzungen) spielen zudem eine wesentlich größere Rolle.

Unser Experte

01802 / 15 15 17 – Der direkte Draht zu unseren Experten

01802 / 15 15 17 – Der direkte Draht zu unseren Experten

Sie möchten unsere Experten erreichen? Wählen Sie 01802 / 15 15 17*. Ab 16.20 Uhr für diskrete Fragen und ab 17.20 Uhr direkt ins Studio. *6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Minute

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2018, 09:29 Uhr