Blaue Flüssigkeit auf Bettüberzug
Bildrechte: Colourbox.de

Leichter leben | 30.11.2017 | 17:00 Uhr Inkontinenz: Praktische Tipps für eine starke Blase

Millionen Deutsche leiden unter Blasenschwäche, doch die wenigsten reden darüber – nicht einmal mit ihrem Arzt. Viele Menschen schämen sich. Aus Angst vor unangenehmen Gerüchen ziehen sich Betroffene aus dem Alltag zurück. Dabei sollte Inkontinenz kein Tabuthema sein, meint Experte Dr. Dietz. Der Mediziner hat praktische Tipps für eine starke Blase.

Blaue Flüssigkeit auf Bettüberzug
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Blasenschwäche – diese unangenehme Erkrankung hat unterschiedliche Ursachen:

  • zunehmendes Alter
  • Schwangerschaften
  • Infektionen der Harnwege
  • Folgen einer OP

Circa 800 Milliliter kann eine gefüllte Blase halten. Doch es ist sehr unterschiedlich, wann jeder einzelne den Drang verspürt, müssen zu müssen. Manchmal reichen schon 300 bis 400 Milliliter. Unangenehm wird es aber, wenn die Kontrolle über den Gang zur Toilette abhandenkommt, und man ungewollt ein paar Tröpfchen Urin verliert. Aus Angst vor unangenehmen Gerüchen ziehen sich viele Betroffene aus dem Alltag zurück.

Doch Blasenschwäche muss den Betroffenen nicht zum Verhängnis werden. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt – mit Ihrem Urologen oder Gynäkologen – darüber, denn es gibt Übungen, Medikamente und Hilfsmittel, die Sie wieder aktiv am Leben teilhaben lassen.


Praktische Tipps bei Blasenschwäche

Beckenbodentraining gegen Inkontinenz

Neben den verschiedenen Hilfsmitteln ist bei Inkontinenz gezieltes Beckenbodentraining sehr wirksam. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Fragen Sie Ihren Arzt, den Urlogogen, die Krankenkasse nach entsprechenden Trainingsgruppen in Ihrer Nähe. Je öfter Sie trainierten, desto nachhaltiger ist der Erfolg. Und viele Übungen sind leicht zu Hause machbar.

Blasentraining

Die Blase trainieren, die Blase stärken. Versuchen Sie, nicht bei jedem Harndrang sofort die Toilette aufzusuchen. So lernt Ihre Blase, den Harndrang besser zu kontrollieren. Vermeiden Sie auch das Pressen beim Stuhlgang. Außerdem hilft es, auf der Toilette aufrecht zu sitzen, damit sich die Blase vollständig entleeren kann.

Gewicht reduzieren

Durch gezielte Gewichtsabnahme kann man einer Blasenschwäche zu Leibe rücken. Bereits durch eine Gewichtsreduktion um 5 bis 10 Prozent kann der Beckenboden entlasten werden und für Besserung der Beschwerden sorgen.

Auf die Natur setzen

Kürbisskerne enthalten Stoffe, die bei Männern das Hormon-Gleichgewicht in der Prostata begünstigen. Schwellungen und Gewebezuwachs können so vermindert, die Funktion der Blase gestärkt und Störungen beim Wasserlassen gemildert werden.

Besonders wirksam bei Blasenschwäche ist eine Kombination aus Arzneikürbis, Gewürz-Sumach und Hopfen – fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Bitte beachten Sie, dass ausreichend zu trinken sehr wichtig für eine gesunde Blase ist. Selbst wenn der Drang dadurch größer wird, ist ausreichend Flüssigkeit für jeden wichtig, zum Beispiel auch, um Entzündungen vorzubeugen. Trinken Sie am besten Wasser oder Tee.

Ein hoher Kaffee- oder Alkoholkonsum setzt Ihre Blase unter Druck. Werden diese Reizstoffe konsequent gemieden, verbessern sich auch die Blasenbeschwerden.

Untersuchungen können abklären, welche Behandlungen für wen am sinnvollsten sind. In manchen Fällen hilft tatsächlich nur eine Operation, das ist aber nicht zwangsläufig so.

Je früher Sie mit Ihrem Arzt sprechen, desto besser. Auch nach einer jahrelangen Leidensgeschichte besteht Hoffnung, die Beschwerden mit pflanzlichen Medikamenten, Beckenbodentraining oder mit medizinischen Hilfsmitteln zu lindern.

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 15:03 Uhr