Eine Frau nimmt ein Moorbad.
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Was Sie wissen sollten Reha und Kur: Auszeit für die Gesundheit

Die gefährdete Gesundheit erhalten, Krankheiten vorbeugen – da könnte eine Vorsorge-Kur genau das Richtige sein. Nach einer Operation soll dem Patienten eine Reha wieder auf die Beine helfen. Doch wie kommt man überhaupt an eine Kur? Und für wen ist welche geeignet? Unser Experte Dr. Thomas Dietz weiß Rat. Der Mediziner hat wertvolle Tipps.

Eine Frau nimmt ein Moorbad.
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Was ist eine Vorsorge-Kur – was eine Reha?

Eine Vorsorgekur soll helfen, Krankheiten vorzubeugen. Zum Beispiel bei chronischen Erschöpfungszuständen, erhöhter Infektanfälligkeit oder langanhaltenden Schlafstörungen, die dauerhaft zu einem Risiko für die Gesundheit werden können. 

Eine Reha(-Kur) wird nach einer Krankenhausbehandlung, chronischen oder schweren Krankheiten durchgeführt. Sie dient vor allem der Wiederherstellung, der Rehabilitation, der Patienten.

Sie soll verhindern, dass man dauerhaft körperlich oder seelisch beeinträchtigt bleibt, sich die Beschwerden verschlimmern oder sogar eine Pflegebedürftigkeit entsteht. Sie soll dem Patienten helfen, mit den Folgen seines Leidens umzugehen und unnötige Beeinträchtigungen zu verhindern. Eine Reha kann stationär oder ambulant durchgeführt werden.

Antrag auf eine Reha

Aquagymnastik im Gesundheitsbad in Bad Schlema.
Eine Reha dient vor allem der Rehabilitation von Patienten. Bildrechte: IMAGO

Um eine Reha bewilligt zu bekommen, müssen die erfolgversprechenden therapeutischen Angebote am Wohnort durch den Arzt ausgeschöpft worden sein. Wurden Medikamente, Hilfs- oder Heilmittel verordnet und es ist dadurch keine Besserung eingetreten oder macht die Verordnung medizinisch keinen Sinn, muss die gesetzliche Krankenkasse oder die Rentenversicherung die Kosten für eine Reha übernehmen. Für eine Wiederholung gilt eine Frist von vier Jahren. Die Reha ist auch vor dieser Frist zu genehmigen, wenn bei Abwarten der vier Jahre eine deutliche Verschlechterung droht. 

Für den Antrag wird in jedem Fall ein ärztliches Attest benötigt. Die Begründung für eine Rhea muss vom behandelnden Arzt begründet werden.

Antrag abgelehnt? Bitte nicht gleich aufgeben!

In vielen Fällen wird der Antrag auf eine Reha-Kur von der Krankenkasse abgelehnt. Es lohnt sich in den meisten Fällen, innerhalb von vier Wochen, Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid mit der Bitte um erneute Überprüfung einzulegen.

Der Widerspruch sollte nach Möglichkeit eine weitere Begründung des Arztes enthalten, warum die Reha medizinisch notwendig ist und was mit der Reha erreicht werden soll. Werden die Kosten übernommen, zahlen Versicherte täglich zehn Euro für den Aufenthalt in einer Klinik zu. Befreiungen von der Zuzahlung sind möglich.

Weitere Kosten und Zuschüsse sollten bei der Krankenkasse nachgefragt werden. Werden keine Kosten übernommen, kann man die Kur als Selbstzahler buchen. Viele Kurorte haben sich darauf eingestellt und bieten inzwischen kostengünstige Möglichkeiten für einen Kur-Aufenthalt an. Die meisten Krankenkassen beteiligen sich dann an der Zuzahlung der therapeutischen Anwendungen. Es lohnt in jedem Fall, bei Kureinrichtungen gezielt danach zu fragen.

Kur zur Vorsorge

Zwei Frauen machen im Schwimmbecken Wassergymnastik.
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Eine Kur dient der Vorsorge und soll Beschwerden lindern – „Maßnahmen zur Festigung der Gesundheit“ heißt das im Amtsdeutsch. Ein Kuraufenthalt dient dazu, gesund zu bleiben und chronische Erkrankungen zu lindern. Über den Tag verteilt werden unterschiedlichste medizinische Therapien durchgeführt.

Indikationen für eine Kur, sie werden in 5 Kategorien unterteilt:

  • aktiver und passiver Bewegungsapparat (Bewegungs- und Stützapparat) (z. B. bei Funktionseinschränkungen oder entzündlichen Erkrankungen)
  • Stoffwechsel (z. B. Metabolisches Syndrom )
  • Atemwegserkrankungen (z. B. COPD, Asthma bronchiale)
  • Haut (Psoriasis, Neurodermitis, Ekzeme)
  • Störungen der arteriellen Blutversorgung der Extremitäten, Erkrankungen des Gefäßsystems wie Arteriosklerose


Die Wahl des Kurortes und der damit verfügbaren Heilmethoden und Ausstattung entscheidet sich aufgrund der Erkrankung.

Heilbäder mit Art des Heilbadbetriebes in Sachsen (eine Auswahl)
Bad Brambach Mineralheilbad
Bad Düben Moorheilbad
Bad Lausick Thermalheilbad
Bad Muskau mit Moorkurbetrieb
Bad Schlema Heilbad
Bad Elster Mineralheilbad, Moorheilbad
Heilbäder mit Art des Heilbadbetriebes in Sachsen-Anhalt (eine Auswahl)
Bad Kösen Soleheilbad
Bad Salzelmen Soleheilbad
Bad Suderode Heilbad
Heilbäder mit Art des Heilbadbetriebes in Thüringen (eine Auswahl)
Bad Blankenburg Heilbad
Bad Colberg-Heldburg Heilbad
Bad Frankenhausen Soleheilbad
Bad Klosterlausnitz Moorheilbad
Bad Langensalza Heilbad
Bad Liebenstein Mineralheilbad
Bad Lobenstein Moorheilbad
Bad Salzungen Soleheilbad
Bad Sulza Soleheilbad
Bad Tabarz Kneippheilbad & Luftkurort
Bad Tennstedt Heilbad
Heilbad Heiligenstadt Soleheilbad

Gute Besserung!

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 01. Juni 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2018, 14:58 Uhr