Centstücke auf Geldkarten.
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Leichter leben | 11.12.2018 | 17:00 Uhr So sparen Sie beim Girokonto

Girokonten sind oft mit Gebühren verbunden. Doch wie viel Geldinstitute verlangen, ist durchaus unterschiedlich. Experte Hermann-Josef Tenhagen erklärt, wie sich mit einem Kontowechsel schnell bis zu hundert Euro sparen lassen.

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Auf einen günstigen Dispo achten

Beim Girokonto sind wir alle Gewohnheitstiere. Es ist eine der Finanzdienstleistungen, die wir regelmäßig nutzen, es soll im Alltag vor allem funktionieren.

Und anders als von vielen Banken vorgesehen, soll dieses Funktionieren nur wenig Geld kosten, am besten gar kein Geld. Die gelebte Praxis bei vielen Banken besteht hingegen aus vielen kleinen Kostenpositionen, die sich im Jahr dann schnell auf 100 bis 200 Euro läppern. Wer dazu noch knietief im Dispo steckt, für den sind auch 500 Euro Kosten im Jahr drin.

Die Dispozinsen sind sehr unterschiedlich, bei Direktbanken aber auch bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Das sind die Banken mit den niedrigsten Dispozinsen pro Jahr
Bank Höhe des Dispokredits nominaler Dispozins effektiver Dispozins nominaler Überziehungszins effektiver Überziehungszins
Skatbank¹ abhängig vom Gehaltseingang 0 % 0 % 0 % 0 %
Skatbank¹ abhängig vom Gehaltseingang 4,17 % 4,24 % 4,17 % 4,24 %
Comdirect abhängig vom Gehaltseingang 6,5 % 6,66 % 11 % 11,46 %
Pax Bank² abhängig vom Gehaltseingang 6,58 % 6,75 % 6,58 % 6,75 %
DKB Bank¹ bis zu 1.000 € ohne Prüfung 6,9 % 7,08 % 6,9 % 7,08 %
ING-Diba abhängig vom Gehaltseingang 6,99 % 7,18 % 6,99 % 7,18 %
Edeka Bank abhängig vom Gehaltseingang 7,34 % 7,54 % 7,34 % 7,54 %
Targobank³ abhängig von Bonität 7,47 % 7,86 % 9,47 % 9,81 %
Santander Bank abhängig vom Gehaltseingang 7,49 % 7,7 % 7,49 % 7,7 %

Quelle: Finanztip.de ¹unterschiedliche Kontomodelle ²nimmt nur Privatkunden mit christlichen Werten ³Girokonto mit Zinsstaffelung/Dispozins fällt erst ab von den Banken festgelegten Summen an

Hohe Kosten müssen nicht sein

Sogar der Gesetzgeber sieht inzwischen vor, dass Banken einmal im Jahr eine Aufstellung der Kosten des Girokontos machen muss, um Verbrauchern das Bewusstsein für die Ausgaben zu ermöglichen und um Vergleichen zu können. Schon vorher hat der Gesetzgeber vorgeschrieben, dass Banken Kunden beraten müssen, die allzu tief in den Dispo geraten sind. Hinweise auf günstigere Lösungen sind gefragt.

Die wichtigsten Fragen zum Girokonto

Die Experten von Finanztip.de haben im Herbst 2018 mehrere tausend Leserinnen und Leser gefragt, worauf es ihnen beim Girokonto ankommt. Die wichtigsten Fragen:

1. Wie schnell komme ich an Bargeld?

Bald nicht mehr kostenlos möglich? Geld abheben am Automaten.
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25.700 Geldautomaten gehören allein zu den Sparkassen, knapp über 18.000 zu Volks- und Raiffeisenbanken und anderen Genossenschaftsbanken – beim Verbund der Cash Group sind es dagegen bloß 9.000. Da kann es für Kunden der Comdirect, Norisbank oder anderer Cash-Group-Banken schwierig sein, kostenlos an Bargeld zu kommen. Der Verbund Cashpool (unter anderem Targobank, Sparda-Banken und kleinere Privatbanken) hat sogar nur 3.200 Automaten. Viel leichter haben es Kunden etwa der DKB oder Santander: Sie können mit ihrer Kreditkarte an fast allen Geldautomaten kostenlos abheben.

2. Wo kann ich Bargeld einzahlen?

Bargeld einzahlen können Sie bei Filialbanken ganz selbstverständlich, bei Direktbanken ist es schwer. Und bei fremden Banken einzuzahlen, ist teuer. Praktisch, wenn die Direktbank mit einer Filialbank verbandelt ist: wie bei der Comdirect. Die erlaubt es, dreimal im Jahr kostenlos bei der Commerzbank einzuzahlen. Bei der Norisbank geht das über Automaten der Deutschen Bank. Die DKB geht einen anderen Weg: Ihre Kunden können in einigen Läden Geld einzahlen, sie brauchen dazu nur ein Smartphone und die DKB-App. Das kostet ärgerliche, aber vergleichsweise moderate 1,5 Prozent des Einzahlbetrags.

3. Was kostet die Kreditkarte?

Kreditkarten hatten lange keinen guten Stand bei den Deutschen. Kein Wunder, waren sie doch oft teuer. Inzwischen gibt es sie bei vielen Banken kostenlos zum Girokonto dazu, etwa bei Comdirect, Santander, Norisbank und DKB.

4. Wo in aller Welt kriege ich Geld?

Wer auf Reisen Geld abhebt oder mit Karte zahlt, muss mit saftigen Gebühren rechnen. Ein paar wenige Banken bieten das aber komplett kostenfrei an: Santander, DKB, Comdirect und Norisbank. Bei den zwei letztgenannten müssen Sie dafür zwischen Girocard und Kreditkarte wechseln. Bei Santander und DKB brauchen Sie nur die Kreditkarte.

5. Wo kriege ich alles auf einmal?

Wenn Sie in Aktien investieren, brauchen Sie ein Wertpapierdepot. Es gibt günstige Onlinebroker mit denen auch die besten Direktbanken nicht ganz mithalten. Wenn Sie aber alles aus einer Hand haben wollen, statt den letzten Cent herauszukitzeln, dann gibt es ein paar gute Kandidaten: Girokonto, Kreditkarte und Depot günstig aus einer Hand bieten DKB und Comdirect.

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 09:39 Uhr