Ärztin im Patientengespräch
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Leichter leben | 25.10.2018 | 17:00 Uhr So klappt das Gespräch mit dem Arzt

Den Arztbesuch planen, das ist wichtig. Überlegen Sie sich genau, was Sie fragen wollen. Welche Medikamente nehmen Sie – aufschreiben und mitnehmen! Auch die, die Sie selbst gekauft haben, auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben. Wer gut vorbereitet zum Arzt kommt, vergisst bei aller Aufregung nicht, was wirklich wichtig ist.

Ärztin im Patientengespräch
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Vorbereitung auf den Arztbesuch 

Das Gespräch mit dem Arzt ist ein Geben und Nehmen. Und damit in der Aufregung nicht alles vergessen und die knappe Zeit eines Termin effizient genutzt wird, schreiben Sie sich am besten schon zu Hause auf, was Sie von Ihrem Arzt wissen möchten. Es geht schließlich um ihre Gesundheit!

Mitzubringen sind:

  • Medikamentenliste
  • Verlauf ihrer Krankengeschichte, so schriftliche Belege vorhanden
  • Informationen über Allergien und Unverträglichkeiten
  • Dokumente wie Impfpass und Röntgenpass
  • Arztbriefe und Befunde

Eine Patientin schaut fragend einen Arzt an, der ihr gerade einen Befund übergibt.
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Nutzen Sie die Chance, trauen Sie sich dem Arzt, Ihre Fragen zu stellen, denn es ist erwiesen, dass eine stärkere Beteiligung des Patienten zu besseren Behandlungsergebnissen und damit einer besseren Gesundheit führt.

Das perfekte Arzt-Patient-Gespräch ist eine Kombination aus Informationen, die Sie dem Arzt geben - und Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen.

Ein vertrauensvolles Miteinander ist außerdem wichtig, wenn komplizierte Beschwerden oder schwerwiegende Diagnosen besprochen werden müssen, dann ist der Hausarzt oft wichtiger Ansprechpartner für die Fachärzte. Je besser Ihr Arzt Sie also kennt und einschätzen kann, desto kompetenter kann er Auskunft erteilen.

Medikamente richtig einnehmen

Es empfiehlt sich, Medikamente immer mit stillem Leitungswasser einzunehmen. Das ist neutral und Wechselwirkungen sind ausgeschlossen. Aber es gibt noch mehr bei der Einnahme zu beachten! Hier weitere Hinweise:

  • Tabletten müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt eingenommen werden, damit sie die volle Wirkung entfalten können: „VOR dem Essen“ bedeutet ca. eine Stunde vor der Mahlzeit. „NACH dem Essen“ bedeutet ca. 2 Stunden danach
  • Tabletten niemals im Liegen schlucken, sie können in der Speiseröhre steckenbleiben! Schlucken Sie die Tablette oder Kapsel mit viel Wasser herunter.
  • Wurde nur eine halbe oder viertel Tablette verordnet, so lässt die sich zwar leichter schlucken, aber das Teilen ist auch nicht so einfach. Dafür muss das Medikament an den vorgestanzten Bruchkerben geteilt werden. Am besten mit einem Tablettenteiler, den es in der Apotheke gibt. Aber Achtung: Nicht alle Tabletten dürfen geteilt oder pulverisiert werden. Wenn die Tablette keine Bruchkerben hat, sollten Sie Ihren Arzt vorher fragen.
  • Sogenannte Filmtabletten dürfen nicht geteilt werden. Sie besitzen eine Schicht, die sie vor Licht, Feuchtigkeit oder Säure schützen soll. Wird diese Schicht beschädigt, kann die Wirkung des Arzneimittels beeinträchtigt werden.

Wenn Sie mal vergessen haben, ihre Medikamente zu nehmen, ist das meistens nicht schlimm. Denn in Ihrem Blut befindet sich eine gewisse Menge, der sog. Spiegel der Substanz. Auf keinen Fall sollten Sie beim nächsten Mal ohne Absprache mit Ihrem Arzt einfach die doppelte Dosis schlucken!

Einblick in Patientenakte

Verschiedene Tabletten in den Fächern einer Tablettenbox.
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Sie haben ein Recht auf Ihre Daten und Ihr Arzt ist verpflichtet, Ihnen Einblick in Ihre Patientenakte zu gewähren. So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch (§630 g BGB). Bringen Sie einen Identitätsnachweis mit, wenn Sie in die Akte schauen wollen. Das dient auch Ihrer Sicherheit.

Inhalt der Patientenakte

  • Ihre Personalien
  • alle medizinisch relevanten Informationen über Ihren Krankheitsverlauf
  • alle Maßnahmen und Behandlungen, alle Diagnosen, sowie die darauf folgenden Therapieformen und Operationen
  • alle verordneten Medikamente
  • alle Befunde wie Röntgenbilder oder Laborergebnisse


Das Original verbleibt nach der Kopie beim Arzt. Achtung: Die Kosten für eine Kopie darf Ihnen der Arzt in Rechnung stellen!

Beipackzettel richtig lesen

Der Beipackzettel ist immer gleich aufgebaut. Es gibt verschiedene Kapitel und Überschriften:

  • Was ist es für ein Medikament und wofür wird es eingesetzt?
  • Was muss vor der Medikamenten Einnahme beachtet werden? z.B. Wann darf das Medikament nicht eingenommen werden? Gibt es Wechselwirkungen?
  • Wie wird das Medikament richtig eingenommen? z.B. nicht auf nüchternen Magen! Vollständig in Wasser auflösen. Dauer der Anwendung und zulässige Höchstdosierung, wie vom Arzt verschrieben. 
  • Welche Nebenwirkungen hat das Medikament? Z.B. Was bedeutet „häufig“, was „selten“? Spürt man Nebenwirkungen?


Und: rezeptfreie Schmerzmedikamente sind nicht frei von Nebenwirkungen.

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2018, 07:13 Uhr