Eine Tasse Tee mit Zitronenscheibe auf grünem Schal.
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Leichter leben | 16.10.2017 | 17:00 Uhr Diese Hausmittel helfen, wenn die Nase läuft und der Hals kratzt

Im Moment kommen viele Patienten mit Infekten der oberen Atemwege, Husten mit Fieber dazu Heiserkeit und Halsschmerzen in die Praxen. So auch bei Prof. Dr. Antje Bergmann. Wir haben uns mit der Hausärztin unterhalten. Die Lehrstuhlinhaberin für Allgemeinmedizin an der Universität Dresden hat wertvolle Tipps und weiß, welche Hausmittel helfen, wenn ein grippaler Infekt zugeschlagen hat.

Eine Tasse Tee mit Zitronenscheibe auf grünem Schal.
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Was empfehlen Sie: Arztbesuch oder die Medikamente in der Apotheke gleich selbst kaufen?

Mit einem leichten Schnupfen muss man nicht sofort zum Arzt gehen, da hilft eine Nasenspülung oft schon weiter. Abschwellendes Spray erleichtert das Atmen. Erst wenn der Schnupfen mit Fieber über mehrere Tage andauert, sollte man den Arzt aufsuchen.

ein Bund Thymian
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Wie wird man schnell wieder fit?

Ruhe bewahren! Geduld haben. Ein Infekt dauert so lange, wie er dauert, es gibt keine Blitzheilung. Man kann den Körper aber durchaus unterstützen, beispielsweise mit leichter Kost, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Ruhe.

Welche Hausmittel können Sie empfehlen?

Bei Husten kann ein Brustwickel mit heißen Kartoffeln wirken. Die Kartoffeln kochen, abgießen, zerdrücken und erst in ein Küchentuch und dann in ein Handtuch so einpacken, dass die Betroffenen nicht verbrüht werden. Etwa 20 bis 30 Minuten auf der Brust wirken lassen.

Hustenlöser oder Hustenstiller – was wirkt besser?

Bei trockenem Reizhusten hilft Efeu in Tabletten oder Tropfenform. Frischer oder getrockneter Thymian wirkt als Aufguss oder ins Badewasser, den Hustenreiz zu lindern.

Bei vielen beginnt zuerst, der Hals weh zu tun. Wie kann ich eine weitere Ausbreitung verhindern?

Bei Halsschmerzen können Halswickel für Linderung sorgen. Ein Bauwolltuch in handwarmes Wasser tauchen, ausringen und als erste Schicht um den Hals legen. Darüber ein dünnes Handtuch und einen Wollschall wickeln und etwa 15 bis 20 Minuten wirken lassen.

Manchmal merkt man den Infekt schon, obwohl er noch gar nicht richtig da ist. Kann man in diesem zeitigen Stadium schon etwas dagegen tun?

Ansteigende Armbäder kann ich hier empfehlen. Der Patient verschränkt die Arme und taucht sie bis zum Oberarm in ein Waschbecken mit warmen Wasser. Nach und nach lässt man immer wärmeres Wasser dazu laufen – bis etwa 41°C. Mindestens 5 Minuten sollte man das aushalten. Dann die Arme herausnehmen, abtrocknen und ausruhen.

Gute Besserung!

Unsere Expertin:

Prof. Dr. Antje Bergmann

Prof. Dr. Antje Bergmann

Lehrstuhlinhaberin für Allgemeinmedizin an der Universität Dresden und Hausärztin

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2018, 14:44 Uhr