Zwei Kleinkinder in Kindersitzen
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Leichter leben | 05.12.2018 | 17:00 Uhr Mit dem richtigen Kindersitz sicher im Auto unterwegs

Ohne geht nicht! Wer mit Kindern im Auto unterwegs ist, braucht einen Kindersitz. Was Eltern bei der Auswahl beachten müssen, erklärt Andreas Keßler. Der Experte weiß auch, ob gebrauchte Sitze noch ihren Zweck erfüllen.

Zwei Kleinkinder in Kindersitzen
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Die Rückbank ist kein Trampolin!

Ganz kleine Kinder lieben Autofahren: Die Motoren- und Fahrgeräusche wirken einschläfernd, auf der Rückbank herrscht Ruhe. Ältere Kinder fahren auch gerne mit im Auto, wollen sich aber nur ungern festschnallen lassen. Lieber herumklettern und hopsen.

Aus Sicherheitsgründen gibt es hier kein Pardon, der Gesetzgeber sagt eindeutig: § 21 Straßenverkehrsordnung regelt, dass Kinder bis 12 Jahre, wenn sie kleiner als 150 cm sind, nur mitgenommen werden dürfen, wenn Rückhalteeinrichtungen für Kinder benutzt werden, die den EU- Richtlinien entsprechen und für das Kind geeignet sind. Den regulären Sicherheitsgurt müssen Kinder benutzen, die älter als 12 Jahre sind oder aber noch nicht 12 Jahre alt, jedoch größer als 150 cm sind. Die Sicherungspflicht besteht für alle Kraftfahrzeuge, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben sind.

Das große Kindersitz-Einmaleins

Kindersitz
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  • Ein Kindersitz muss leicht zu handhaben sein. Wer sich bei der Sicherung des Kindes Fingernägel abbricht oder den Rücken zerrt, lässt es vielleicht ganz.
  • Der Kindersitz muss für das Familienauto passend sein. Es gibt Sitze, bei deren Verwendung die Länge der Anschnallgurte zur Befestigung nicht ausreicht.
  • Ideal sind Kindersitze, die mit dem ISO-Fix-System mit dem Auto verbunden werden können. Voraussetzung: Das System muss im Auto vorgesehen sein. Manchmal kann es nachgerüstet werden.
  • Unfallforscher beschäftigen sich ständig mit der Sicherung von Kindern. Deshalb beim Kauf eines Kindersitzes auf die neueste Technik achten! Kindersitze mit den Prüfzeichen ECE R44/01 und ECE R44/02 durften nur bis zum 08.04.2008 verwendet werden. Das gilt auch für in der Sitzbank integrierte Kindersitze einiger Autohersteller. Für Sitze mit den Prüfzeichen ECE R44/03 und ECE R44/04 gibt es keine zeitliche Verwendungsbeschränkung.
  • Auch im Winter sollten im Kindersitz sitzende Kinder keine dicken Jacken tragen. Die dadurch entstehende "Gurtlose" führt im Falle eines Unfalls zu sehr hohen Beschleunigungskräften und Verletzungen des Kindes.

Welcher Sitz ist der Beste? Reicht auch ein gebrauchter Kindersitz?

Wer einen gebrauchten Kindersitz unbekannter Herkunft verwendet, riskiert, dass das Kind bei einem Unfall nicht optimal geschützt oder sogar zusätzlich verletzt wird. Schäden, die beim Vorbesitzer entstanden sind, können einem Kindersitz nicht unbedingt von außen anzusehen sein.

Generell gilt bei Auto-Kindersitzen die Regel: Je jünger, desto besser. Ist ein Sitz bereits älter, empfiehlt sich eine Neuanschaffung. Der Kunststoff von älteren Kindersitzen kann auch ohne Unfall durch Wärme und Sonneneinstrahlung altern und spröde werden. Dies verringert die Schutzwirkung, der Sitz kann bei einem Unfall leichter brechen. Unter keinen Umständen dürften Sitze verwendet werden, die bereits Verformungen, Brüche oder starken Verschleiß aufweisen oder an denen Gurtschlösser und Verstellmechanismus nicht richtig funktionieren.

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 18:55 Uhr