Hautarzt untersucht eine Frau
Bildrechte: IMAGO

Leichter leben | 07.02.2019 | 17:00 Uhr Krebsvorsorge: Das sind die wichtigsten Untersuchungen

Bei vielen Krebserkrankungen sind die Überlebenschancen inzwischen ziemlich gut. Dafür muss der Krebs aber früh erkannt werden. Doch viele bleiben den wichtigen Vorsorgeuntersuchungen fern. Dr. Thomas Dietz erklärt, welche Termine Frauen und Männer im Blick behalten sollten.

Hautarzt untersucht eine Frau
Bildrechte: IMAGO

Die hohe Lebenserwartung in Deutschland bedingt eine zunehmend alternde Bevölkerung. Dadurch häufen sich die Krebsfälle hierzulande. Zwischen 2004 und 2014 hat die Zahl der Neuerkrankungen bei Männern um sechs Prozent und bei Frauen um neun Prozent nach Aussage des Robert Koch-Instituts (RKI) zugenommen.

Termin für eine Darmspiegelung (Krebsvorsorge)
Bildrechte: Colourbox.de

Laut dem Bericht "Krebs in Deutschland", der alle zwei Jahre erscheint und vom Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) des RKI erarbeitet wird, gab es 2014 schätzungsweise 476.000 Krebsneuerkrankungen, davon etwa 249.200 bei Männern und 227.000 bei Frauen. Am häufigsten betroffen sind den Angaben zufolge Brustdrüse, Darm, Prostata und Lunge. Nach Schätzungen des ZfKD lassen sich derzeit etwa 16 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland pro Jahr ursächlich dem Rauchen zuschreiben.

Für 2019 wird mit einem weiteren Anstieg der Krebsneuerkrankungen gerechnet. Zum derzeitigen Stand erkranken jeder zweite Mann und jede zweite Frau im Laufe des Lebens an Krebs.

Krebsfrüherkennung für Frauen und Männer

Früherkennung bedeutet bei der Erkrankung Krebs: Gewebeveränderungen werden zu einem Zeitpunkt entdeckt, wo sie noch keine Schmerzen oder mögliche andere Beschwerden verursachen. Die Hoffnung: Kleine und örtlich begrenzte Tumore lassen sich besser behandeln als große oder solche, die schon gestreut haben.

Vorsorgeuntersuchungen für Frauen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden

Ab 20 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen beim Gynäkologen
  • Zusätzlich ab 30 Jahren kommt die Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust (Mamma), der Lymphknoten hinzu
  • Gebärmutterhalskrebs: Zur Vorsorge gibt es einen so genannten PAP-Test, bei dem ein Abstrich vom Muttermund und Gebärmutterhalskanal genommen wird. Diesen kann der Arzt auf das Virus untersuchen und es schon in der Vorstufe erkennen. Die Kosten für diesen Test werden von den Kassen ab dem 20. Lebensjahr übernommen.

Brustkrebsvorsorge
Mammographie-Screening Bildrechte: Colourbox

Ab 35 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Haut (dann im Abstand von zwei Jahren)


Ab 50 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust gehört das Mammographie-Screening (spezielle Röntgenaufnahme, die feine Details der Brustdrüse zeigt) im Abstand von zwei Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres.
  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms, jährliche Test auf verborgenes Blut


Ab 55 Jahren

  • Zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren, Test auf verborgenes Blut alle zwei Jahre zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms

Vorsorgeuntersuchungen für Männer, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden

Ab 35 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Haut (im Abstand von zwei Jahren)

Ab 45 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane beim Urologen oder Andrologen (Der PSA-Test, ein Bluttest, wird zurzeit nicht von den Krankenkassen bezahlt. Er kostet rund 20 Euro.)


Ab 50 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms, mit Test auf verborgenes Blut im Stuhl (jährlich)


Ab 55 Jahren

  • Zur Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms, Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre
  • Zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren

Vorsorgeuntersuchung Lungenkrebs

Jedes Jahr erkranken ca. 37.000 Menschen hierzulande an Lungenkrebs. Die Todesrate liegt fast genauso hoch, denn bei dieser Krebsart gibt es nur eine sehr geringe Heilungschance.

Lungenkrebs wird in der Regel so spät entdeckt, dass es nicht mehr möglich ist zu operieren. Menschen, die stark rauchen, sehr viel geraucht haben oder früher mit hoch giftigen Stoffen wie z.B. Asbest gearbeitet haben, sollten jährlich zur Lungenkrebsuntersuchung gehen. Diese wird von den Kassen aber nur dann bezahlt, wenn ein wirklicher Krebsverdacht vorliegt. Ansonsten kostet die Vorsorgeuntersuchung rund 120 Euro.  

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2019, 10:02 Uhr