Schwarzweißaufnahme eines vollen Wasserglases neben einer ebenfalls mit Wasser gefüllten Glaskaraffe
Bildrechte: imago/JOKER

Leichter leben | 10.08.2017 | 17:00 Uhr Ein, zwei oder drei Liter pro Tag? Wie viel Wasser wirklich gesund ist

Wasser ist unser Lebenselixier: Als Durstlöscher beugt es Übergewicht vor, aktiviert den Stoffwechsel und auch den Kreislauf. Es ist kalorienfrei, einfach zu besorgen und preiswert. Rundum, es ist unser wichtigstes Lebensmittel. Trotzdem wird es von sehr vielen Menschen unterschätzt, gerade jetzt, in der warmen Jahreszeit. "Hören Sie auf Ihr Durstgefühl", meint unser Gesundheitsexperte Dr. Thomas Dietz. Denn Wasser ist mehr als nur eine Erfrischung!

Schwarzweißaufnahme eines vollen Wasserglases neben einer ebenfalls mit Wasser gefüllten Glaskaraffe
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Fest steht, dass jede Zelle unseres Körpers Wasser braucht. Wasser enthält keine Kalorien, keine unnötigen Süßstoffe. Wasser ist der beste Durstlöscher. Pro Tag verliert jeder Mensch etwa zweieinhalb Liter Flüssigkeit. Und diesen Verlust müssen wir ausgleichen – am besten durch regelmäßiges Wassertrinken, am besten täglich anderthalb bis zwei Liter. Für jeden diese Menge?

Wenn es sehr warm ist, schwitzt man mehr, dann sollte die Menge erhöht werden. Und wer sportlich aktiv ist, sollte auch mehr trinken. Und bitte nicht warten, bis der Durst eintritt, denn dann ist schon ein Leistungsverlust zu spüren.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bietet eine Orientierung an, wie viel Wasser wer in welchem Alter täglich zu sich nehmen sollte. Die folgende Tabelle, richtet sich nach den DGE Angaben:

So viel Wasser sollten Sie wirklich trinken:
Alter Gesamtwasserzufuhr in ml/Tag Getränke ml/Tag
0 bis 4 Monate 680 620
4 bis unter 12 Monate 1000 400
1 bis unter 4 Jahre 1300 820
4 bis unter 7 Jahre 1600 940
7 bis unter 10 Jahre 1800 970
10 bis unter 13 Jahre 2150 1170
13 bis unter 15 Jahre 2450 1330
15 bis unter 19 Jahre 2800 1530
19 bis unter 25 Jahre 2700 1470
25 bis unter 51 Jahre 2600 1410
51 bis unter 55 Jahre 2250 1230
65 Jahre und älter 2250 1310

Es gibt so viele verschiedene Wassersorten – was ist was?

Mineralwasser wird aus der Plastikflasche in ein Glas gegossen.
Sprudelt im Mund: Mineralwasser. Bildrechte: imago/CoverSpot

Mineralwasser muss direkt aus der Quelle gewonnen und abgefüllt werden. Es handelt sich dabei um Regenwasser, das langsam durch verschiedene Gesteinsschichten in die Tiefe sickerte und dabei Mineralien aus dem Felsen gewaschen hat. Je nach Konzentration der Mineralien im Wasser, erhält das Wasser seinen individuellen Geschmack.

Quellwasser stammt – genau wie Mineralwasser – direkt aus der Quelle. Es muss jedoch keine Mineralien enthalten.

Tafelwasser ist künstlich hergestellt. Meistens ist es Leitungswasser, dem Zusätze wie Meersalz, Kohlensäure und Mineralstoffe beigegeben worden sind.

Sodawasser enthält mindestens 570 Milligramm Natrium pro Liter.

Heilwasser ist ein reines Mineralwasser, das zusätzlich heilende, krankheitslindernde Wirkung hat. Dieses Wasser zählt nicht zu den Lebensmitteln, sondern fällt unter das Arzneimittelgesetz, da seine Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen ist. Trotzdem ist es nicht verschreibungspflichtig.

Leitungswasser stammt zum größten Teil aus Grundwasser oder aus Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen. Da es manchmal mit chemischen Produkten aus der Landwirtschaft in Berührung kommt, muss es in manchen Fällen ganz speziell gereinigt werden.

So viel Wasser – und welche Inhaltsstoffe?

Die Inhaltsstoffe machen sich zunächst am Geschmack bemerkbar. Mineralwasser mit hohen Werten an Mineralien wie Natrium und Kalium, schmeckt eher salzig. Ein als "natriumarm" gekennzeichnetes Wasser, schmeckt milder.

Da Mineralien wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Chlorid nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf verschiedene biologische Prozesse im Körper wirken, sollten Menschen die gesundheitlich vorbelastet sind, beim Kauf von Mineralwasser wählerisch sein.

So kann eine überhöhte Dosis von Natrium und Kalium im Wasser zum Beispiel bei Patienten mit entsprechender Krankengeschichte stark erhöhten Blutdruck oder Nierenproblemen auslösen. Diese Mineralien sind Salze, die zum einen den Wasserhaushalt im Körper beeinflussen, zum anderen auch an die Regulation des Blutdrucks gekoppelt sind. Ärzte empfehlen deshalb häufig "natriumarmes" Wasser.

Und Wasser mit Geschmack, mit Vitaminen?

Wasser mit Vitaminen kann man kaufen. Sie bestehen aus Tafelwasser, künstlichen Vitaminen, Farbstoffen, Aromen und Konservierungsmitteln. Klingt nicht wirklich lecker und auch nicht gesund.

Aus einer Karaffe wird Wasser in ein Glas gegossen.
Im Handumdrehen lässt sich eine leckere Vitamin-Kräuter-Wasser Mischung herstellen. Bildrechte: IMAGO

Wasser mit Vitaminen kann man auch selbst machen – und das geht ganz einfach!

Nehmen Sie einen Krug, eine Karaffe. Suchen Sie sich leckere Früchte und Kräuter aus. Alles waschen, in kleine Stückchen schneiden und rein in das Gefäß. Zum Schluss gießen Sie das Wasser Ihrer Wahl über die Früchte-Kräuter-Mischung.

Halten Sie es wie mit Tee – lassen Sie die Vitamin-Kräuter-Wasser Mischung ziehen, auch gerne im Kühlschrank, je nach gewünschter Intensität des Geschmacks.

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2018, 10:58 Uhr