Röntgenaufnahme von einer Hand.
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Leichter leben | 16.11.2017 | 17:00 Uhr Trotz Rheuma gut und aktiv leben

Rund 800.000 Deutsche leiden an Rheuma. Für Betroffene ist der Schmerz ein ständiger Begleiter. Ihre Gelenke, in denen das Rheuma vorwiegend sitzt, sind verformt und teilweise steif. Heilbar ist Rheuma nicht, aber gut behandelbar mit vielen unterschiedlichen Therapien. Dr. Dietz erklärt, wie man trotz Rheuma gut und aktiv leben kann.

Röntgenaufnahme von einer Hand.
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Rheuma ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Im Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation ist Rheuma der Überbegriff für etwa 400 Erkrankungen. Rheuma tritt meistens am Bewegungsapparat auf, betrifft aber nicht nur Gelenke, Knochen oder Knorpel, sondern auch "Weichteile" wie Muskeln, Bänder oder Sehnen. Selbst Organe, Nerven, Rippenfell oder Gefäße können betroffen sein. In Deutschland leiden geschätzt 800.000 Menschen unter Rheuma, darunter mehr Frauen als Männer. Meist beginnt die Krankheit in der zweiten Lebenshälfte. Heilbar ist sie bisher nicht, jedoch gut behandelbar: Wird die Erkrankung früh genug erkannt, kann die Entzündung gestoppt oder verlangsamt werden.

Der rheumatische Formenkreis teilt sich in vier Hauptgruppen: 

  1. entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  2. verschleißbedingte (degenerative) Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  3. Weichteilrheumatismus
  4. Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (pararheumatische Erkrankungen)

Hilfe und Therapie für Betroffene

Eine alte Frau hält sich ihre schmerzendes Handgelenk.
Wiederkehrende Gelenkschmerzen können Anzeichen von Rheuma sein. Bildrechte: IMAGO

Der allergrößte Teil rheumatischer Erkrankungen verläuft chronisch; in nur 10% aller Fälle findet eine so genannte Spontanremission statt, d.h. die Erkrankung und all ihre lästigen Beschwerden verschwinden von sich aus. Trotz intensiver Forschung ist bis heute kein Weg gefunden, Rheuma wirklich zu heilen. Die Behandlung zielt darauf ab, den Zerstörungsprozess an Gelenken und Organen aufzuhalten oder abzubremsen und die begleitenden Schmerzen zu lindern.

Akut entzündliches Gelenkrheuma wird grundsätzlich mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt; in der Langzeittherapie werden andere Medikamente eingesetzt (Basistherapeutika), die langfristig Entzündungsprozesse im Körper eindämmen oder stoppen sollen.

Blutegeltherapie

Die Behandlung von Schmerzen in den Gelenken mit Blutegeln hat sich seit Jahrhunderten bewährt. Diese besondere Therapieform wurde nun von der modernen Wissenschaft wiederentdeckt. Die Blutegel werden auf und um das Arthrose-Gelenk angesetzt, beißen sich in die Haut, beginnen Blut zu saugen und sondern dabei eine Vielzahl hochwirksamer, heilender Substanzen ab. Die Krankenkassen erstatten die Kosten einer Behandlung mit Blutegeln meist nicht. Deshalb ist es ratsam, vor der Behandlung mit Blutegeln bei der jeweiligen Krankenkasse nachzufragen.

Bewegung und Ernährung

Eine Frau bei einer Pilates-Übung.
Viel Bewegung ist wichtig für betroffene Gelenke. Bildrechte: Colourbox.de

Daneben spielen ergänzende Therapien eine wichtige Rolle: Krankengymnastik und Bewegungstherapie sind unabdingbar, um Mobilität, Lebensqualität und Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Doch auch hierfür erstatten die Krankenkassen längst nicht alle Kosten. Dies gilt auch für eine Vielzahl an hilfreichen Alltagsgegenständen, die die Lebensqualität einer an Rheuma erkrankten Person deutlich verbessern können.

Häufig ist die Umstellung der Ernährung hilfreich.

  • Wenig Fleisch und Fleischprodukte
  • Alkohol und Nikotin meiden
  • pflanzliche Öle und Fette bevorzugen

Wer tendenziell oder völlig vegetarisch lebt, hat als Rheumakranker unbestreitbare Vorteile. Diese Form der Ernährung vermeidet viele Substanzen, deren entzündungsfördernde Wirkung außer Frage steht.

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2018, 09:36 Uhr