ein Stift liegt auf einem Börsenchart
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Leichter leben | 21.08.2018 | 17:00 Uhr Viel Ertrag mit geringem Einsatz

Sie sind die Lieblingsfonds von Finanzexperten und in Zeiten niedriger Zinsen eine gute Möglichkeit für fast jeden, Geld ertragreich anzulegen: Sogenannte Indexfonds oder ETFs. Was ist das genau? Wo bekommt man sie? Lohnen sie sich auch für Kleinsparer? Und welche Risiken bergen diese Fonds, hinter denen sich ja Aktien verbergen? Unser Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen klärt auf und will die Angst vor ETFs nehmen.

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Keine Angst vor dem Fondssparen!

Nirgendwo bekommt man noch gute Zinsen auf sein Erspartes und eine Immobilie zu kaufen, ist nicht für jedermann sinnvoll. Aktienfonds mit ihren langfristigen Anlagemöglichkeiten und dem gemischten Angebot können da eine gute Alternative sein. Auch Einsteiger kommen ganz locker zu einem guten Aktiendepot, wenn sie es nicht gerade bei ihrer Filialbank versuchen und zusätzlich ein paar Kniffe kennen.

Mit ordentlicher Rendite und wenig Risiko anlegen

Investieren Sie nur den Teil Ihres Spargroschens, auf den Sie langfristig verzichten können: Aktienanlagen sollten einen Zeithorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren haben. Sie können mit 50 Euro starten. Einfach nur, oder auch monatlich. Mit den 50 Euro sind Sie dann möglichweise gleichzeitig an 1500 Firmen beteiligt. Sie können aber auch 10.000 Euro investieren, aber nie Ihr gesamtes Erspartes. Zwei bis drei Monatseinkommen gehören aufs Tagesgeldkonto, damit sie jederzeit verfügbar sind.

Kaufen Sie keine Einzeltitel, sondern einen Aktienkorb, der breit über Länder, Branchen und Währungen streut. Nutzen Sie dafür Fonds. Wann sollten Sie starten: Am besten sofort. Es gibt keinen richtigen Einstiegszeitpunkt und keinen falschen. Am besten investieren Sie monatlich eine feste Summe in ihren ETF.

Geben Sie für die Nebenkosten (Kauf, Managementgebühren) kein Vermögen aus, sondern setzen Sie auf günstige Indexfonds (ETFs). Diese Fonds folgen treu dem Verlauf der Märkte, teure Manager greifen nicht ein. Am besten ist ein ETF auf einen weltweiten Aktienindex wie den MSCI World  oder den MSCI All Countries.

Suchen Sie sich ein preiswertes Online-Depot. Das ist sozusagen das Konto für ihre Aktien und Fonds.

Warum Indexfonds?

Auflistung börsengehandelter Fonds im Wirtschaftsteil einer Tageszeitung, auf der ein Stift und eine Lupe liegen
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Das Zauberwort heißt ETF oder Indexfonds. Dabei geht es um einen Korb oder ein Paket von vielen hundert oder gar tausenden Aktien, an dem Sie sich beteiligen können. Damit sind Sie gleichzeitig an Apple, BASF, Nintendo und Toyota beteiligt. Wer sich mit der Geldanlage in Aktien beschäftigt, der stößt immer wieder auf das Kürzel ETF. ETFs sind Aktienfonds, die einen bestehenden Aktienindex nachbauen. Man nennt sie deshalb auch Indexfonds.

ETFs sind deutlich günstiger als aktiv verwaltete Aktienfonds. Das ist logisch, denn ETFs brauchen keinen Fondsmanager, der festlegt, welche Aktien im Fonds vertreten sind und welche nicht. Die Rendite muss deswegen nicht schlechter sein, im Gegenteil. Die Erfahrung hat gezeigt, dass nur die wenigsten Fondsmanager es schaffen, mit einer aktiven Strategie langfristig besser zu sein als der Markt.

ETFs gehören also zur festen Empfehlungspalette von Finanztip, sofern Sie für Ihr Geld mehr Rendite herausholen möchten, als derzeit bei Tagegeld und Festgeld drin ist. ETFs gibt es auf alle denkbaren Indizes und meist von mehreren Anbietern. Überlegen Sie sich also zuerst, an welchem Index Sie beteiligt sein möchten. Eine Liste vieler in Deutschland gehandelten ETFs finden Sie zum Beispiel bei der Börse Frankfurt. Grundsätzlich gilt: Sie verringern Risiken, wenn Sie breit über Branchen und Länder streuen.

Tipps für den Kauf von Aktien in Indexfonds

Die Spezialisten haben die besten Depots

Erstmal brauchen Sie einen Ort, an dem Sie Ihr Erspartes lagern. Bei Aktien und Fonds heißt der Ort nicht Konto, sondern etwas vornehmer Depot. Wählen Sie aber unbedingt eines, das günstig ist und gut zu bedienen. Gute Depots gibt es auch bequem zu Ihrem Girokonto dazu.

Einige Depots sind viel benutzerfreundlicher als andere

Jede Benutzeroberfläche sieht anders aus. Vor allem bei den Onlinebanken gibt es bei den Ordermasken in Sachen Bedienerfreundlichkeit große Unterschiede. Beispielsweise ist nicht immer klar, zu welchem Kurs (Preis) Ihr Kauf gerade ausgeführt wird. Oder es gibt nur ein eingeschränktes Angebot oder eine schlechte Übersicht der Handelsplätze – beides macht es für Anleger schwerer, Kurse zu vergleichen.

Aktienanlagen sind unsicher, oder doch nicht?!

Wenn es an der Börse rauf und runter geht, lassen Sie sich nicht beunruhigen. Sie haben ihr Geld langfristig und sehr breit gestreut angelegt. Verluste hätten Sie mindestens in der Vergangenheit nur gemacht, wenn Sie nur kurz angelegt haben und mitten in der Krise verkaufen.  

Sie haben die Gewinne erst gemacht, wenn Sie Ihren ETF zu einem höheren Kurs wieder verkauft haben. Machen Sie sich also rechtzeitig Gedanken, wann Sie das Geld brauchen. Fangen Sie ein paar Jahre vorher an, die ETFs schrittweise auf Ihr Tagegeld oder Festgeldkonto zu holen.

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2018, 10:12 Uhr