Leichter leben | 15.01.2019 | 17:00 Uhr So sparen Sie bei der Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen. Wer vergleicht, kann auch dort sparen. Ob die günstigste Kasse auch die beste ist und wie kinderleicht der Wechsel ist, erklärt Experte Hermann-Josef Tenhagen.

Mit der gesetzlichen Krankenversicherung sparen

Zum Jahresbeginn haben gesetzlich Versicherte gleich doppelt Grund zur Freude: Zum einen müssen sie nur noch die Hälfte des Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Das spart bei 3.000 Euro brutto im Monat und einem Zusatzbeitrag von einem Prozent 15 Euro im Monat oder 180 Euro im Jahr. Wer mehr verdient, spart noch mehr.

Zum anderen hat rund ein Drittel der Kassen zum Jahreswechsel ihre Zusatzbeiträge gesenkt, darunter auch die Größte, die Techniker Krankenkasse (TK) mit rund 7,8 Millionen Mitgliedern und 11,1 Millionen Kunden.

Die TK ist aber nicht die preiswerteste Krankenkasse, das ist bundesweit die Handelskrankenkasse (HKK). Sie bietet neben sehr niedrigen Zusatzbeiträgen auch ordentliche Leistungen. Der Zusatzbeitrag liegt inzwischen bei nur noch 0,39 Prozent. Die Kasse verlangt insgesamt 14,99 Prozent vom sozialversicherungspflichtigen Bruttolohn als Beitrag.

Die Krankenkasse wechseln ist kinderleicht

Ein Stethoskop liegt 2005 auf mehreren Geldscheinen.
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Bei 3.000 Euro Bruttolohn sind durch den Wechsel von einer Durchschnittskasse zur HKK weitere 7,50 Euro Ersparnis im Monat drin.

In Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Sachsen-Anhalt geht es sogar noch etwas günstiger: Denn die preiswerteste Kasse der Republik ist die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Sachsen-Anhalt mit nun 14,9 Prozent. Eine Aufstellung der günstigsten Kassen in jedem Bundesland finden Sie im Finanztip-Ratgeber.

Der Wechsel ist kinderleicht. Mitglieder können nach 18 Monaten Mitgliedschaft jederzeit zu einer beliebigen Kasse wechseln. Jede Kasse muss Sie nehmen. Wenn Sie noch im Januar die alte Kasse kündigen, können Sie schon zum 1. April in der neuen Kasse sein. Ein Musterschreiben für die Kündigung gibt es hier.

Wichtig: Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen überwiegend identische Leistungen anbieten, unterscheiden sie sich nicht nur im Preis, sondern auch bei Service, Zusatzleistungen und Erstattungen. Einen ersten Eindruck vermittelt der Leistungsvergleich aus dem vergangenen Frühjahr. Er wird aktuell überarbeitet.

Neuerungen für Selbstständige

Für eine Gruppe lassen sich die Kosten der Krankenkasse seit Jahresbeginn ganz besonders stark senken: Wer als Selbstständiger mit sehr niedrigem Einkommen in der gesetzlichen Krankenkasse ist, dem hat die Kasse bislang gesagt, wir unterstellen, dass sie mindestens 2284 Euro im Monat verdienen und rechnen davon ausgehend einen Mindestbeitrag aus, den sie zahlen müssen. Künftig wird der Mindestbeitrag auf der Basis von 1038 Euro Einkommen ausgerechnet. Alle Selbstständigen mit weniger als 2284 Euro Monatseinkommen profitieren. Die Ersparnis – bis zu 170 Euro im Monat.

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 10:33 Uhr