In einer Autowerkstatt liegen Rad und Stoßdämpfer ausgebaut auf dem Boden.
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Leichter leben | 21.11.2018 | 17:00 Uhr So erkennt man defekte Stoßdämpfer

Stoßdämpfer sind nicht nur für den Fahrkomfort des Autos entscheidend, sondern auch für die Sicherheit. Sind die Dämpfer kaputt, steigt das Unfallrisiko. Woran man defekte Stoßdämpfer erkennt, erklärt Experte Andreas Keßler.

In einer Autowerkstatt liegen Rad und Stoßdämpfer ausgebaut auf dem Boden.
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Warum Stoßdämpfer wichtig sind

Stöße dämpfen Stoßdämpfer nicht, sondern die Schwingungen, die durch Fahrbahnunebenheiten in das Fahrwerk des Autos geleitet werden. Ohne Schwingungsdämpfung käme das Fahrzeug ins Rutschen und die Reifen würden zu quietschen beginnen (beim Übergang von Haft- in Gleitreibung tritt Schlupf auf, der die Ursache für das Quietschen ist). Mit nicht funktionierenden Stoßdämpfern verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit eines Überschlags beim (Verband der Automobilindustrie e.V.) – kurz VDA-Spurwechseltest (Elchtest).

Die Lebensdauer von Stoßdämpfern ist vom Einzelfall abhängig und kann zwischen 60.000 km bis 250.000 km liegen. Oft bleiben defekte Stoßdämpfer durch den Gewöhnungseffekt unbemerkt. Ein Auto mit völlig defekten Stoßdämpfern würde nach jeder Bodenwelle endlos nachschwingen. Ein gezieltes Lenken ist dabei unmöglich.

Es gibt einige Anzeichen, die auf defekte Dämpfer hindeuten

Strassenbau Schlagloch
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  • mehrfaches Nachschwingen, wenn man das Fahrzeug in Radnähe mit der Hand in Schwingungen versetzt (einfacher Funktionstest)
  • nach Unebenheiten schwingt das Fahrzeug während der Fahrt nach
  • Poltergeräusche auf schlechten Straßen bei niedriger Geschwindigkeit (30er-Zone)
  • ungleichmäßige Abnutzung von Reifen und erhöhter Reifenverschleiß
  • flatternde Lenkung oder vielfach unterbrochene Bremsspur nach einer Vollbremsung wegen springender Räder
  • schwammiges Kurvenfahrverhalten
  • erhöhte Seitenwindempfindlichkeit

Stoßdämpfer sind neben Bremsen und Lenkung die wichtigsten Teile des Fahrwerks

Eine Funktionsprüfung der Stoßdämpfer im eingebauten Zustand während der Fahrt ist nur mit viel Erfahrung möglich und hängt von vielen, kaum zu beeinflussenden Faktoren außerhalb des Fahrzeuges ab. Eine echte Funktionsprüfung kann nur auf einem speziellen Stoßdämpferprüfstand durchgeführt werden, bei dem die einzelnen Räder des Fahrzeugs in Schwingung versetzt werden und danach die Abklingkurve der Schwingung aufgezeichnet wird.

Nach einem Vergleich mit der Kurve eines neuwertigen Stoßdämpfers kann dann eine Aussage zum Zustand des Bauteils getroffen werden. Bei der Hauptuntersuchung achten die Prüfer bei der Sichtprüfung der Dämpfer vor allem auf größere Mengen austretenden Öls, was aber noch keinen Totalausfall des Dämpfers darstellen muss. Ein Funktionstest der Stoßdämpfer ist leider immer noch nicht in den Prüfkatalog der Hauptuntersuchung aufgenommen, weil es bislang kein einheitliches Prüfverfahren gibt.

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2018, 19:31 Uhr