Symbolbild Erben
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Leichter leben | 13.11.2018 | 17:00 Uhr Den Todesfall richtig absichern

Mit dem eigenen Tod beschäftigt man sich nicht gerne. Und doch ist das Thema wichtig, vor allem finanziell. Ob sich Versicherungen oder Sparpläne lohnen und was man schon vorab bezahlen kann, weiß Hermann-Josef Tenhagen.

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Besser sterben mit Plan

Manche Menschen machen sich frühzeitig Gedanken um die Kosten, wenn sie einmal sterben sollten. Das ist verständlich, schließen fallen für eine Bestattung mit allem Drum und Dran einige tausend Euro an. Allerdings ist es am wichtigsten bei aller Sorge um den Todesfall die Reihenfolge nicht aus den Augen zu verlieren.

Im Todesfall leiden die Angehörigen und Freunde am meisten. Gibt es noch Angehörige, die versorgt werden sollen, hat diese Vorsorge Priorität. Hier können Sie wirklich noch einmal helfen, wenn Sie verstorben sind. Gute Risikolebensversicherungen finden Sie bei Cosmosdirekt, Europa oder der Hannoverschen.

Ansonsten gilt für Gläubige, der Weg in den Himmel hängt nicht von der Größe des Grabsteins ab. Von der Frage des Kamels, das nicht durchs Nadelöhr passt, ganz abgesehen. Für Agnostiker gilt das Gleiche. Wichtig aber ist für Sie möglicherweise oder auch für Ihre Angehörigen, wie Sie deren Probleme unmittelbar nach ihrem Tod klein halten und wie Sie angemessene Trauer ermöglichen.

Noch zu Lebzeiten an die Angehörigen denken

Seniorenpaar und Euros
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Zu den Herausforderungen unmittelbar nach dem Tod gehört die Frage, wo Sie ihre Unterlagen aufbewahren, denn die Angehörigen müssen mit ihren laufenden Verträgen von A wie Altenpflege über M wie Miete bis Z wie Zahnzusatzversicherung umgehen. Helfen Sie den Angehörigen und sorgen Sie dafür, dass das Leben weitergehen kann. Für die ersten drei Monate hilft die Witwenrente. In dieser Zeit wird die volle Rente des Verstorbenen an den Ehepartner weiter ausgezahlt.

Angehörige wollen angemessen trauern können. Für viele ist daher eine Grabstelle, zu der sie gehen können, für die Trauer wichtig – egal ob auf einem Friedhof oder im Friedwald. Die Erreichbarkeit ist dann zentral. Andere finden eine Seebestattung besser, vielleicht wünschen Sie keine solche Trauer oder die Angehörigen leben an sehr unterschiedlichen Orten. Klassisch beerdigen lassen können Sie sich nur auf einem Friedhof. Ein Urnenbegräbnis ist auch im Friedwald und auf See möglich.

Manche wünsche sich eine bescheidene Trauerfeier, mit wenigen Familienangehörigen, Freunden einem Priester oder Trauerredner. Andere wünschen eine große Beerdigung nicht nur mit Angehörigen und engen Freunden, sondern mit Musik, mit ehemaligen Kollegen und Nachbarn und anschließendem Fest. Es muss keine Blaskapelle wie in New Orleans sein, das Kaffeetrinken im vormaligen Lieblingscafé ist auch eine Variante. Schließlich geht es um den Grabstein und die Traueranzeige. Ein schlichtes Kreuz, ein schlichter Stein oder auch ein Kunstobjekt einer befreundeten Künstlerin.

Eine Beerdigung muss kein Vermögen kosten

All das passiert nicht einfach so und kostet Geld. Je besser sie geplant haben desto einfacher. Dann muss auch eine "schöne" Beerdigung kein Vermögen kosten. Entweder gehen Sie davon aus, dass ihre Angehörigen und Freunde dafür genug Geld haben oder erben.

Oder Sie legen selbst einige tausend Euro zurück. Je größer der Anlass wird, desto mehr.

Wenn Sie Sorgen haben, dass dieses Geld im Todesfall nicht mehr zur Verfügung steht, gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder ein Vorsorgevertrag, den Sie über einen Bestatter abschließen, die Stiftung Warentest hat solche Verträge getestet, die Idee für gut befunden aber die Geschäftsbedingungen kritisch gesehen. Oder ein Sperrkonto bei Ihrer Bank, das nur im Todesfall zur Verfügung steht. Sprechen Sie mit Ihrer Bank, damit das Geld tatsächlich nur für den Todesfall zugänglich ist. Nicht einmal das Sozialamt soll den Tresor knacken können.

Oder Sie schließen eine sogenannte Sterbegeldversicherung ab, die im Todesfall eine Summe auszahlt. Doch in den meisten Fällen ist das eine zu teure Variante für die Auszahlung, die dann schließlich erzielt wird.

Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren Angehörigen und Freunden. Das ist das Wichtigste.  

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2019, 16:24 Uhr