Informationsblatt zu einer Zusatzversicherung mit Bonusheft und Zahnbürsten
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Leichter leben | 24.07.2018 | 17:00 Uhr Welche Zusatzversicherungen sinnvoll sind

Zahnersatz, Reise oder Hochzeit – für fast alles und jede Gelegenheit gibt es Zusatzversicherungen. Welche davon Sinn machen und auf was Verbraucher achten sollten, erklärt Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen.

Informationsblatt zu einer Zusatzversicherung mit Bonusheft und Zahnbürsten
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Nie ohne Reisekrankenversicherung ins Ausland fahren

Wer Urlaub im Ausland macht, sollte unbedingt eine Reisekrankenversicherung abschließen. Die gibt es für Singles schon ab 10 Euro, Familien zahlen nicht mehr als 30 Euro. Die Reisekrankenversicherung ist wichtig, da viele medizinische Leistungen, die hierzulande die Krankenversicherung bezahlt, im Ausland nicht übernommen werden. Das kann schnell teuer werden. Insbesondere dann, wenn Urlauber nach einem Unfall für eine Operation nach Deutschland zurück transportiert werden müssen.

Gute Zahnzusatzversicherungen sind verhältnismäßig teuer

Zahnersatz-Zusatzversicherungen
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Bei Zahnzusatzversicherungen gibt es große Unterschiede. Die günstigsten kosten 6 bis 10 Euro pro Monat, die teuersten über 70 Euro im Monat. Wer aber wenig bezahlt, bekommt meist nur abgespeckte Leistungen und muss oft einen sehr hohen Eigenanteil entrichten. Ein teurer Vertrag rechnet sich langfristig nur, wenn man häufig teuren Zahnersatz braucht. Wer nur alle paar Jahre eine Krone oder ein Implantat benötigt, fährt oft besser damit, regelmäßig etwas Geld auf die Seite zu legen, um davon irgendwann eine große Zahnbehandlung zu zahlen.

Krankentagegeld ist vor allem für Selbstständige sinnvoll

Das Krankentagegeld fängt den Einkommensausfall durch eine langfristige Erkrankung auf. Wer zum Beispiel 20 Euro monatlich einzahlt, erhält im Krankheitsfall ab dem 43. Tag dann 30 Euro täglich. Diese Versicherung ist besonders für Selbstständige wichtig, die kein Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse bekommen. Gesetzlich Versicherte können so das Krankengeld der Krankenkasse aufstocken, doch das lohnt sich nur für Gutverdiener. Denn das Krankengeld der Krankenkasse, falls man länger als sechs Wochen am Stück krank ist, beträgt für Normalverdiener 70% des Bruttogehalts.

Die Unfallversicherung zahlt nur selten 

Mann mit einem Gipsbein und Krücken
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Wer sich beim Sturz vom Fahrrad das Handgelenk bricht oder beim Sport das Kreuzband reißt, ist mit einer privaten Unfallversicherung nicht unbedingt auf der sicheren Seite. Denn die Versicherung zahlt nur, falls der Unfall auch einen bleibenden körperlichen Schaden verursacht. Hinzu kommt, dass die Behinderung auch durch einen Unfall im Sinne der Vertragsbedingungen entstanden sein muss. Stolpert jemand einfach über seine eigenen Füße und fällt hin, zählt das für die Versicherung nicht als Unfall. Deshalb empfiehlt sich der Abschluss einer Unfallversicherung nur in Ausnahmefällen.

Diese Versicherungen sind überflüssig

Ob Brille, Handy, Sterbegeld oder Reiserücktritt. All dies sind finanzielle Belastungen, die abschätzbar oder planbar sind. Verbraucher können sich theoretisch gegen jedes Risiko im Leben versichern. Doch das ist in vielen Fällen nicht wirklich sinnvoll. Denn die Verträge sind oft teuer und haben viele Ausschlüsse und Einschränkungen, wodurch sie mitunter bei einem Schaden gar nicht zahlen.

Wer sich unsicher ist, kann sich an diese Faustregel halten: Alle Schäden, die nicht höher sind, als das, was man auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto liegen hat, braucht man nicht zu versichern. Das kann man zur Not auch so schultern.

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2018, 18:29 Uhr