Eine junge Frau steht an einem Geländer
Bildrechte: imago/Photocase

Tabuthema Sterben Was ist zu tun, wenn jemand stirbt?

Für die nächsten Angehörigen ist es zunächst ein Schock unter dem sie zunächst stehen wenn jemand stirbt. Auch wenn die Trauer groß ist, müssen gewisse Dinge erledigt werden. Welche das sind, lesen Sie hier.

Eine junge Frau steht an einem Geländer
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Wo muss die Sterbeurkunde beantragt werden? Wie ist die Bestattung vorzubereiten? Was soll mit dem Testament passieren? Auch wenn die Trauer groß ist – stirbt ein Mensch, müssen gewisse Dinge erledigt werden. Manche noch am selben Tag, andere haben ein paar Tage oder Wochen Zeit.

Sofort zu erledigen

Nach dem Tod des Angehörigen muss ein Arzt verständigt werden. Dieser stellt den Totenschein aus. Als nächsten Schritt sind die nächsten Angehörigen zu informieren, um mit ihnen das weitere Vorgehen zu besprechen. Wichtige Unterlagen wie Personalausweis, Geburtsurkunde und Heiratsurkunde sollten zusammengetragen werden. Diese sind erforderlich zur Regelung weiterer Formalitäten.

Verträge und Willenserklärungen des Verstorbenen müssen ebenfalls herausgesucht werden, um dringende Anliegen zu klären. Dazu gehören, falls vorhanden: der Organspendeausweis, das Testament, ein möglicherweise schon existierender Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsinstitut und Wünsche für die Art der Bestattung.

Am Tag danach

Am Tag danach beziehungsweise am ersten Werktag nach dem Todesfall müssen mit dem Totenschein und weiteren Unterlagen (je nach Familienstand: Personalausweis, Familienstammbuch, Scheidungsurteil, Sterbeurkunde des schon zuvor verstorbenen Ehegatten) die Sterbeurkunden beantragt werden – und zwar auf dem Bürgeramt oder Standesamt, welches für den Ort zuständig ist, an dem der Tod eingetreten ist. Viele Stellen verlangen diese Urkunde: das Einwohnermeldeamt, Banken, Krankenversicherungen, die gesetzliche Rentenversicherung sowie private Rententräger. Dann gilt es die Bestattung vorzubereiten.

Die Kosten, die für eine Bestattung im Durchschnitt anfallen, betragen laut Verbraucherzentrale ungefähr 5.000 Euro.

Innerhalb von zwei Tagen

Innerhalb von zwei Tagen nach dem Todesfall sollten die Angehörigen den Arbeitgeber informieren und sich um die Wohnung des Verstorbenen kümmern – Strom, Wasser und Gas können möglicherweise abgestellt werden. Außerdem sollte geprüft werden, ob der Verstorbene regelmäßige Dienstleistungen bezogen hat, beispielsweise einen Pflegedienst.

Diese und andere Aufträge sowie Reisen und sonstige Bestellungen sollten umgehend storniert werden. Zudem müssen Krankenkasse, Lebens- und Unfallversicherungen informiert werden, ebenso die Rentenversicherung. Sie prüft, ob Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente besteht.

Wichtig ist auch, die Bankgeschäfte des Verstorbenen zu regeln – sofern man eine Vollmacht über das Konto hat. Ansonsten muss der Zugang beantragt werden, was aber unter Umständen Wochen dauern kann.

Manche Banken verlangen auch einen Erbschein oder ein beglaubigtes Testament. Um dies zu vermeiden, kann schon zu Lebzeiten bei der Bank eine Vollmacht hinterlegt werden, die bestimmten Angehörigen den Zugriff auf das Konto im Todesfall des Inhabers erlaubt.

Innerhalb von zwei Wochen

Weitere Versicherungen sollten innerhalb von weiteren zwei Wochen informiert werden. Ebenso sollte man mit Energieversorgern und Telefongesellschaften verfahren. Bestehende Policen und Mitgliedschaften, beispielsweise in Vereinen oder Berufsgenossenschaften, müssen gekündigt werden.

Auch an Accounts in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing sollten die Angehörigen denken, falls der Verstorbene solche nutzte. Die Verbraucherzentrale rät dem Betreiber direkt per E-Mail oder Brief unter der Adresse zu schreiben, die im Impressum angegeben ist.

Lebte der Verstorbene allein in einer Mietwohnung oder in einem Pflegeheim, muss mit dem Vermieter beziehungsweise der Heimleitung besprochen werden, wie lange noch Zahlungen geleistet und bis wann die Wohnung oder das Zimmer aufgelöst werden müssen.

Leben in einer Mietwohnung Hinterbliebene, sollten Mietverträge und sonstige Verträge (wie Strom, Wasser, Gas, Telefon) auf sie übertragen werden. Ein Nachsendeauftrag bei der Post könnte sinnvoll sein, wenn die Wohnung aufgelöst oder der Heimplatz aufgegeben wird.

Im Fall, es existiert ein Testament, muss dieses zur Nachlassstelle am Amtsgericht gebracht werden. Dort wird es geprüft. Im Anschluss erhalten die Erben (meist innerhalb von acht Wochen) eine beglaubigte Kopie zugeschickt. Mit dieser kann der kostenpflichtige Erbschein beantragt werden, der vor allem beim Erbe von Immobilien benötigt wird. Innerhalb von drei Monaten muss das Finanzamt über eine Erbschaft informiert werden, das daraufhin eine Erbschaftssteuer erheben kann.

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Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 14:31 Uhr