Do 04.07. 2019 22:05Uhr 29:30 min

Die Bildkombo zeigt den ehemaligen Palast der Republik in Berlin während des Aufbaus etwa im Jahre 1974 (Archivfoto, l.o.), zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1976 (r.o.), während der Abrissarbeiten im Jahr 2007 (l.u.) und nach den Abrissarbeiten am Donnerstag (05.02.2009).
Die Bildkombo zeigt den ehemaligen Palast der Republik in Berlin während des Aufbaus etwa im Jahre 1974 (Archivfoto, l.o.), zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1976 (r.o.), während der Abrissarbeiten im Jahr 2007 (l.u.) und nach den Abrissarbeiten am Donnerstag (05.02.2009). Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN Do, 04.07.2019 22:05 22:35

artour

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Das Kulturmagazin des MDR

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Die Themen:

* Die Deutschen und ihr Verhältnis zum Auto

* Der Palast ist tot – es lebe der Palast?

* Porträt eines Ausnahmefußballers - Manfred Oldenburgs Dokumentarfilm "Kroos"

* Der deutsche Bademeister - Hommage an einen vom Aussterben bedrohten Berufsstand

* Kulturkalender


* Die Deutschen und ihr Verhältnis zum Auto:

Zwei neue Bücher beschäftigen sich mit den Deutschen und ihrem Lieblingsobjekt, dem Auto. "Land der Lenker" des Philosophen Thomas Vašek ergründet das "romantische und imperiale Verhältnis" der Deutschen zum Fahren, dem sowohl Kfz-Besitzer wie auch Industrie gehorchen. Warum haben ausgerechnet die Deutschen, weder Erfinder der Massenproduktion von PKW (Ford, USA) noch seiner Nutzung für jedermann (Frankreich) eine so obsessive Beziehung zum Kraftfahrzeug? Der Filmregisseur Klaus Gietinger hat mit "Vollbremsung" ein Pamphlet gegen die Autoindustrie geschrieben. "Autofahren macht süchtig, wir sind die Junkies, die Konzerne, Politiker und Medien bilden ein Drogenkartell, das uns Mobilität verspricht und Stau und Sterben beschert. Wollen wir nicht an die Wand fahren, ist es Zeit für eine Vollbremsung. Und nie war der Moment günstiger: Diesel-, Feinstaub-, Stickstoff-, Klimagate. Millionen junger Menschen lassen sich dies nicht mehr gefallen, sie schwänzen die Schule, um den Planeten zu retten." Sind das lebensfremde Utopien, die unsere Wirtschaft ruinieren?

Autoren: Hans-Michael Marten/Carmen Salas


* Der Palast ist tot – es lebe der Palast?

Der Palast der Republik ist wieder da. In Rostock als Projektion im Stadtzentrum. In Berlin mit Einzelobjekten im Humboldt-Forum. Und in Leipzig, wo der Künstler Daniel Theiler den Palast wiederaufbauen will, als Denkmal der deutschen Einheit auf dem Leuschnerplatz. Der Palast der Republik, der wohl bekannteste Kulturbau der DDR, 2008 abgerissen, ist nach wie vor Utopie, Inspiration, Politikum. artour trifft den Künstler Daniel Theiler und fragt ihn, warum der Palast der Republik ihn fasziniert und warum er seine symbolische Wiedererrichtung in Leipzig wünscht.

Autor: Meinhard Michael


* Porträt eines Ausnahmefußballers - Manfred Oldenburgs Dokumentarfilm "Kroos":

Weltmeister 2014, viermal Sieger in der Champions League, Gewinner von Supercups und Ligapokalen: Toni Kroos ist einer der international erfolgreichsten, wenn nicht der erfolgreichste deutsche Fußballspieler aller Zeiten. Jetzt hat ihn Manfred Oldenburg zum Star eines Dokumentarfilms gemacht. "Kroos", wie die Doku schlicht heißt, ist nicht nur das Porträt eines außergewöhnlichen Sportlers. Bei den Dreharbeiten erhielt das Team auch Zugang zu dem sonst hermetisch abgeriegelten Backstage-Bereich des internationalen Profifußballs.

Autor: Joachim Gaertner


* Der deutsche Bademeister - Hommage an einen vom Aussterben bedrohten Berufsstand:

Wir denken an knackig gebräunte Gestalten, an muskelbepackte Hünen im öffentlichen Dienst, an Ordnungshüter mit Pfeife, die mit Strenge am Beckenrand patrouillieren. Der deutsche Bademeister ist Schutzmann und Maître de Plaisir zugleich. Die Gilde der Schwimmtüchtigen sieht sich edelsten Prinzipien verpflichtet: Mitmenschen in Gefahr vor dem Ertrinken zu retten.
Doch der Berufsstand hat massive Nachwuchs-Probleme. Allein in dieser Saison fehlen dreitausend Fachkräfte. Schuld ist der Bevölkerungsrückgang. Wie überall in Deutschland scheiden die geburtenstarken Jahrgänge allmählich aus dem Berufsleben aus. Auch die Arbeitseinstellung und die Mentalität der Jüngeren werden als Erklärung angeführt. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, Peter Harzheim, meint, dass viele junge Menschen nicht mehr bereit seien, an sieben Tagen in der Woche zu arbeiten, also auch an Sonn- und Feiertagen. Die Arbeitsbedingungen sind oft knochenhart. Die Autorität, die dem Berufsstand einst innewohnte, schwindet. Die Folgen sind unabsehbar. Die ersten Bäder schließen, Öffnungszeiten werden drastisch reduziert. Droht Deutschland zu einem Volk von Nichtschwimmern zu werden? artour mit einem sommerlichen Weckruf.

Autor: Tilman Jens


* Kulturkalender

- 05.07.-08.07.19: Rudolstadt-Festival - Band "Die höchste Eisenbahn"
- Wiedereröffnung des Rehsumpfbades in Dessau
- "Woyzeck" - Graphic Novel nach Georg Büchner des Gießener Künstlers Andreas Eikenroth

Autorin: Stephany Mundt


"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen.

Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.