Mo 22.04. 2019 16:05Uhr 29:30 min

Auf schmaler Spur

Zuglegende SVT soll zurückkehren

Komplette Sendung

DDR-Schnellzug SVT 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mo, 22.04.2019 16:05 16:35
Kommt der "ICE des Ostens" wieder auf die Schiene? Zwei Männer aus Leipzig glauben fest daran, dass die Zuglegende "SVT" - frühere Baureihe VT 18.16 - bald wieder fahren wird. VT steht für Verbrennungstiebwagen. Das "S" fügten Bahnfreunde gern hinzu. Ihr Projekt heißt: "SVT-Görlitz – Ein Zug für Mitteldeutschland".

10 "SVT" hatte der "Waggonbau Görlitz" in den 1960er-Jahren gebaut. Die mit ihnen gefahrenen Schnellzüge hießen "Vindobona", "Karlex", "Neptun". Klangvolle Namen, visionäre Formen und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h machten die Züge damals zum Stolz der Reichsbahn und vieler Eisenbahnfreunde in der DDR.

Die großen Emotionen hatten wohl auch mit dem Wort "Freiheit" zu tun. Denn der "SVT" fuhr von Berlin und Leipzig aus nicht nur nach Prag oder Karlsbad, sondern weiter: Nach Wien oder - per Fähre - über die Ostsee - nach Kopenhagen. Seit 2003 ist der Zug endgültig ausgemustert und stillgelegt.

Aber er lässt noch immer viele Herzen höher schlagen, unter anderem auch bei Modellbahnern in Chemnitz. Sie lassen gleich mehrere "SVT-Züge "in ihrer Landschaft fahren, zum Teil sogar aneinandergekoppelt.

Und auch für Ingo Kamossa und Mario Lieb ist die Zeit gekommen, ihren Traum zu verwirklichen: Ein kompletter Zug soll wieder fahren. In der ersten Phase, die in diesem Jahr beginnt, geht es um die äußere Aufarbeitung des Zuges. Dazu sollen die Zugteile in einer aufwändigen Aktion vom fränkischen Lichtenfels nach Dresden geschleppt werden.

Das Team der "Schmalen Spur" begleitet die Aktion und erzählt die Geschichte - und Geschichten rund um den damaligen Luxuszug. Zeitzeugen erinnern sich an den Bau in Görlitz, die Atmosphäre im Speisewagen, die Verladung des Zuges auf die Fähre nach Kopenhagen.

So schick und fahrbereit wie damals in Warnemünde muss der Zug aber erst einmal wieder werden. Ein wagemutiges Unterfangen, das nur funktionieren wird, wenn sich viele Mitstreiter am Ende in Mitteldeutschland beteiligen.

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Design-Ikonen auf Schienen Luxuszüge ihrer Zeit

Zwei Loks
Schnell, komfortabel und international: Das waren die Vorzeige-Züge von Ost und West im Deutschland der 1950er- und 1960er-Jahre. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Zwei Loks
Schnell, komfortabel und international: Das waren die Vorzeige-Züge von Ost und West im Deutschland der 1950er- und 1960er-Jahre. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Lok von vorne
Die DDR glänzte mit dem Reichsbahn-Fernzug "Vindobona" (VT 18.16). Dieser lateinische Name steht zugleich für das Ziel des luxuriösen Zuges - nämlich Wien. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Lok von vorne
Die Deutsche Bundesbahn im Westen brachte den "Trans Europ Express", kurz TEE, auf die internationalen Schienen. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Zwei Loks
Das Deutsche Bahn Museum zeigt diese zwei Legenden im Rahmen einer Ausstellung – gemeinsam auf einer Schiene, 59 Jahre nach der Gründung der Deutschen Bundesbahn. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Zwei Loks
Beide Luxuszüge prägten die Entwicklung des Schienenverkehrs in Ost und West und waren sich trotz unterschiedlicher Gesellschaftssysteme überraschend ähnlich. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Zwei Loks
So gleichen sich die Züge in Form und Farbe: mit schnittig dynamischer Front, lackiert in bordeauxrot-beige. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Lok
Beide verfügten über ein eigenes Bordrestaurant und selbst bei den Uniformen der Mitarbeiter ist auch heute noch eine Unterscheidung nach Ost oder West nicht ganz einfach... Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Uniformen der Bundes- und der Reichsbahn
...in Blautönen gehalten ist links die Uniform der Deutschen Bundesbahn (Bundesrepublik) abgebildet und rechts die der Deutschen Reichsbahn (DDR). Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Zugabteil
Unterschiede gab es wenige: Der Clou im ostdeutschen "Vindobona" waren die beweglichen Sitze, verstellbar je nach Wunsch der Fahrgäste in Fahrtrichtung oder gegenüberliegend in Vierer-Gruppen. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Zugabteil
Das konnte der TEE-Flitzer der Bundesbahn nicht bieten. Doch komfortabel reiste man auch hier: mit 160 Sachen auf gepolsterten Sitzen. Allerdings - und da lag wohl der größte Unterschied - ging die Fahrt ins westeuropäische Ausland nach Amsterdam, Zürich, Paris und Mailand. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Fahrerkabine
Der DDR-"Vindobona" hingegen fuhr mit seinem 1000 PS starken Dieselmotor vom Berliner Ostbahnhof über Dresden und Prag nach Wien. Andere Fernzüge der Garnitur waren der "Neptun-Express" nach Kopenhagen oder der "Hungaria-Express" nach Budapest. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Lok
DDR-Bürger hatten allerdings wenig von den internationalen Luxuszügen. Denn sie wurden überwiegend von West-Berlinern, Diplomaten und Skandinaviern im Transit durch die DDR genutzt. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Fahrerkabine "TransEuropExpress"
Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit neigte sich die Ära der eleganten Schmuckstücke jedoch schon in den 60er-Jahren dem Ende zu. Spätestens in den 80er-Jahren war Schluss. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas
Fahrerkabine "TransEuropExpress"
Mit der Elektrifizierung zahlreicher Eisenbahnstrecken in Ost und West gerieten die einstigen Vorzeige-Züge aufs Abstellgleich - so wie dieser westdeutsche TEE, Baujahr 1957. Die neuen E-Loks waren einfach leistungsstärker und kostengünstiger als die einstigen Vorzeige-Züge, die mit Diesel fuhren.
(Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: Auf schmaler Spur | 22.04.2019 | 16:05 Uhr)
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Das Deutsche Bahn Museum zeigt diese zwei Legenden im Rahmen einer Ausstellung – gemeinsam auf einer Schiene, 59 Jahre nach der Gründung der Deutschen Bundesbahn. Bildrechte: DB Museum/Uwe Niklas

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