Fr 08.03. 2019 21:00Uhr 45:00 min

Ostfrauen – Wege zur Macht

Film von Lutz Pehnert und Antje Schneider

Komplette Sendung

Jana Schimke 44 min
Jana Schimke Bildrechte: mdr/rbb/Hoferichter&Jacobs, honorarfrei
MDR FERNSEHEN Fr, 08.03.2019 21:00 21:45

Beiträge aus der Sendung

Bildergalerie Ostfrauen - Wege zur Macht

Bildergalerie Ostfrauen - Wege zur Macht

Petra Köpping
Petra Köpping, Jahrgang 1958, wurde nach dem Abitur stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Großsteinberg. Ab 1980 arbeitete sie beim Rat des Kreises Grimma. Daneben beginnt sie ein Fernstudium der Staats- und Rechtswissenschaften. Als Mutter von drei Kindern erlebt sie auch die Mehfachbelastung durch Arbeit, Familie und Haushalt. Von 1986 bis 1989 war sie Mitglied der SED, trat vier Monate vor der Wende aus. 2002 wurde sie SPD-Mitglied und macht Karriere in der sächsischen Landespolitik. Bildrechte: MDR/RBB/Hoferichter & Jacobs
Petra Köpping
Petra Köpping, Jahrgang 1958, wurde nach dem Abitur stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Großsteinberg. Ab 1980 arbeitete sie beim Rat des Kreises Grimma. Daneben beginnt sie ein Fernstudium der Staats- und Rechtswissenschaften. Als Mutter von drei Kindern erlebt sie auch die Mehfachbelastung durch Arbeit, Familie und Haushalt. Von 1986 bis 1989 war sie Mitglied der SED, trat vier Monate vor der Wende aus. 2002 wurde sie SPD-Mitglied und macht Karriere in der sächsischen Landespolitik. Bildrechte: MDR/RBB/Hoferichter & Jacobs
Anke Domscheid-Berg
Anke Domscheid-Berg, Jahrgang 1968, studiert nach dem Abitur Textilkunst. Nach der Wende arbeitete sie drei Jahre, um sich ein weiteres Studium leisten zu können. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor ab und erwarb im selben Jahr einen englischen Master. Nach dem Studium arbeitete Anke Domscheit-Berg als Unternehmensberaterin, Unternehmerin und Publizistin. Politisch aktiv wurde sie im Herbst 1989. Sie war Mitglied bei den Grünen, später bei den Piraten und 2017 wurde sie als parteilose Kandidatin für Die Linke als Bundestagsabgeordnete gewählt. Bildrechte: mdr/rbb/Hoferichter&Jacobs, honorarfrei
Jana Schimke
Jana Schimke, Jahrgang 1979, studierte Politikwissenschaften. Sie machte ein Praktikum im Bundestag und trat 2003 in die CDU ein. Seit 2013 ist sie Mitglied des Bundestags und seit April 2015 stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Brandenburg. Bildrechte: mdr/rbb/Hoferichter&Jacobs, honorarfrei
Luzie Schmollack
Luzie Schmollack ist im wiedervereinigten Deutschland geboren. Bereits als Jugendliche diskutiert sie über Frauenrechte und Gleichberechtigung, was durchaus für Kontroversen sorgt. Heute studiert sie Mathematik, was einige Männer noch immer zu verwundern scheint. Bildrechte: mdr/rbb/Hoferichter&Jacobs, honorarfrei
Alle (4) Bilder anzeigen
Sie machen Karriere, nicht nur in der Politik, sie meistern Beruf und Familie, weil sie es nicht anders kennen, sie pfeifen auf Emanzipation, weil sie schon emanzipiert sind. Ostfrauen - eine Spurensuche zwischen Legende und Wirklichkeit.

Während in der Bundesrepublik Jahrzehnte vor, aber auch Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer die Rolle der Frau in der Gesellschaft immer wieder thematisiert wird, galten die Frauen der untergegangenen DDR schon 1990 als gleichberechtigt und die Emanzipation eigentlich als abgeschlossen.

Doch in der DDR gab es verschiedene Frauenbilder, ein von oben verordnetes und ein im Alltag gelebtes. Die Frauen haben sich ihre Emanzipation nicht erkämpft, sie war in der DDR Staatsdoktrin. Der Staat unterstützte Mütter mit kostenloser Kinderbetreuung, mit gleichem Lohn oder einem monatlichen Haushaltstag. Im Ergebnis arbeiteten die Frauen doppelt so hart, kümmerten sich um die Kinder und um den Haushalt – die Vollzeitstelle kam obendrauf. Doch ansehen durfte man ihnen den Stress nicht, die Frau im Sozialismus zeigte Stärke, Fleiß und Opferbereitschaft – und klagte nicht über die Mehrfachbelastung. Das prägt, bis heute.
"Ostfrauen – Wege zur Macht" ist der zweite Teil der rbb/mdr Reihe "Ostfrauen".

Unterschiede im Rollenbild und im Rollenverhalten zwischen Ost- und Westfrauen sind bis heute gewaltig. Am Abend der jüngsten Bundestagswahl wurde das Phänomen öffentlich: Neben Bundeskanzlerin Merkel sitzen Katja Kipping von der Linkspartei und Katrin Göring-Eckardt von den Grünen in der sogenannten "Elefantenrunde". Auf den anderen Sendern ein ähnliches Bild: Manuela Schwesig, Sahra Wagenknecht, Frauke Petry kommentieren die Wahlergebnisse. Alle diese Frauen haben ostdeutsche Biografien. Was bei der Deutschen Einheit und in den Jahren danach eher als Kuriosität betrachtet oder einfach abgetan wurde, wird hier offensichtlich: Es gibt wenig, wo Ost und West sich so stark im Alltag unterscheiden wie bei der gesellschaftlichen Rolle und dem Selbstverständnis der Frauen. Wenn Frauen so unterschiedlich sozialisiert sind, so unterschiedliche Prägungen in ihren Biografien haben – wie wirkt sich das aus auf den Wegen zur Macht? Was passiert, wenn sie dann Meinungsträgerinnen sind, bedeutsame Vorbilder, Gesetze erlassen, Unternehmen führen – ja sogar ein ganzes Land regieren? Und wo wäre die Frauen- und Familienpolitik in Deutschland heute, hätte die alte Bundesrepublik mit der Wiedervereinigung nicht auch Millionen Ostfrauen mit ihrem ganz eigenen Selbstverständnis dazubekommen.

Gunda Röstel gehörte 1989 in Sachsen zu den Mitbegründern des Neuen Forums. Sie blieb auch nach der Wende politisch aktiv, mischte bei den Grünen in der Bundespolitik mit. Heute versucht sie als Managerin ihre Erfahrungen als Ostdeutsche einzubringen.

Anke Domscheidt-Berg, Publizistin, Netzaktivistin und Bundestagsabgeordnete engagiert sich u.a. für Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Jana Schimke ist CDU-Politikerin aus Cottbus und seit 2013 im Bundestag. 2017 wurde sie zur "erotischsten Politikerin Deutschlands" gewählt, was sie mit Humor zur Kenntnis nahm.

Bemerkenswert ist der stille Siegeszug der Frauen in den deutschen Eliten vor allem, weil hier nicht etwa eine Tradition fortgeschrieben wird, sondern etwas neu entsteht. Obwohl Frauen in der DDR in Männerberufen arbeiteten, Klempnerin oder Traktoristin waren, schafften es nur wenige in Leitungspositionen in Politik und Wirtschaft. In der DDR gab es in den vierzig Jahren nur zwei Ministerinnen, Hilde Benjamin und Margot Honecker. Das ist heute anders und es sind Frauen aus dem Osten, die in der Politik weit oben mitspielen: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Katja Kipping von den Linken, Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, die Sozialdemokratin Manuela Schwesig, die linke Sahra Wagenknecht und auch Frauke Petry, seinerzeit Frontfrau der AfD, gehören zu den prominenten Vorzeigedamen deutscher Bundespolitik.

Was Sie über Frauen im Osten wissen sollten

Ostfrauen 1 min
Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Ostfrauen 1 min
Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Ostfrauen 1 min
Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Ostfrauen 1 min
Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs

Ostdeutsche in DAX-Vorständen: Mangelware. Bemerkenswert jedoch: 75 Prozent der wenigen ostdeutschen Top-Manager sind Frauen.

MDR+ Fr 08.03.2019 20:15Uhr 00:44 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Sendungen zum Internationalen Frauentag

Nicole Thomas und Julia Ryssel verabreden sich vorm Erotikmarkt sprechen über Frauen und die Liebe. + Video
Nicole Thomas und Julia Ryssel verabreden sich vorm Erotikmarkt sprechen über Frauen und die Liebe. Bildrechte: MDR/SINN Filmproduktion GbR
MDR FERNSEHEN Do, 07.03.2019 22:35 23:03

Müssen Frauen alles können?

Müssen Frauen alles können?

Karriere, Kinder und Klischees

Film von Katrin Thomas und Tilo Gläßer

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand