So 14.04. 2019 23:35Uhr 75:48 min

Palast der Republik 1990
Palast der Republik 1990 Bildrechte: imago/Detlev Konnerth
MDR FERNSEHEN So, 14.04.2019 23:35 00:50

MDR DOK Paläste für das Volk

Paläste für das Volk

Film von Georgi Bogdanov und Boris Missirkov

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Paläste des Volkes

Paläste des Volkes

Im Sozialismus galten die einfachen Leute, die Arbeiter und Bauern, offiziell als die wahren Herrscher. Und so wurden ihnen in beinahe allen sozialistischen Ländern Paläste errichtet, sogenannte "Paläste des Volkes".

Ein großes Haus
Belgrad Bereits 1959 wurde der "Palast der Föderationen" in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad fertiggestellt. Der Palast sollte ein vereintes Jugoslawien mit seinen sechs Teilrepubliken repräsentieren. Das Gebäude hat 744 Büros, 13 Konferenzsäle, sechs Salons und einen großen Saal. Seit dem Zerfall Jugoslawiens heißt das riesige Gebäude "Palast Serbiens". Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
Ein großes Haus
Belgrad Bereits 1959 wurde der "Palast der Föderationen" in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad fertiggestellt. Der Palast sollte ein vereintes Jugoslawien mit seinen sechs Teilrepubliken repräsentieren. Das Gebäude hat 744 Büros, 13 Konferenzsäle, sechs Salons und einen großen Saal. Seit dem Zerfall Jugoslawiens heißt das riesige Gebäude "Palast Serbiens". Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
Teppich mit Schweine-Motiven
Belgrad Alles wurde damals extra für den Palast entworfen: Möbel, Tassen, Teller und Teppiche. (Im Bild: Teppich mit folkloristischem Motiv.)  Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
Der frühere Ceausescu-Palast in Bukarest ist heute einer der meist besuchten Gebäude in der rumänischen Hauptstadt. Für den Bau in den 1980er-Jahren wurden Tausende Bukarester zwangsumgesiedelt und wertvolle Kirchen und Baudenkmäler geschleift. Der Prunk im Palast würde eher zu einem Ölstaat wie Dubai passen.
Bukarest "Ich brauche etwas Großes, etwas sehr Großes, das zeigt, was wir bereits erreicht haben", beschwor der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu seine Getreuen Anfang der 1970er-Jahre. Er wollte sich als Führer, als "Conducator" gerieren und sich eine säkulare Kathedrale schaffen, einen Monumentalbau, der noch in Jahrhunderten an ihn erinnern würde. 1983 war es dann soweit: Die Bauarbeiten an seinem Schloss im Zentrum der rumänischen Hauptstadt begannen. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Eine große Marmortreppe im Parlamentspalast in Bukarest
Bukarest Für seinen Palast war Ceausescu das Edelste gerade gut genug: Türen und Wände sind aus Kirsch- und Nussbaumholz gefertigt, an den Decken hängen riesige Kristallleuchter, die Böden und Treppen sind aus Marmor. Fertiggestellt wurde der gigantische Palast erst 1990. Heute beherbergt er unter anderem das rumänische Parlament. Bildrechte: IMAGO
Das Gebäude des Nationalen Kulturpalastes Sofia.
Sofia Der Nationale Kulturpalast in der bulgarischen Hauptstadt Sofia wurde 1981 eingeweiht. Damals trug er noch den Namen "Volkspalast der Kultur". Der pompöse Bau gilt bis heute als Zentrum der bulgarischen Kultur und Kunst. Es finden Theater- und Opernaufführungen statt, Lesungen, Ausstellungen, Symposien und Konferenzen. Bildrechte: MDR/Agitprop Ltd., Filmtank GmbH
Verschiedene Uhren in einem Raum
Sofia Die Uhren im Nationalen Kulturpalast, extra aus Italien importiert, waren einst der Stolz des Hauses. In 35 Jahren haben sich die Zifferblätter insgesamt 18.396.000 Mal bewegt.

Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
Ein großes Haus
Moskau Moskau, Leninberge 1, Haus K. Das ist die Adresse eines wahren Volkspalastes in Moskau - des Palastes der Wissenschaften, 1953 unter Stalin fertiggestellt. Im Hauptgebäude des Wissenschaftspalastes befinden sich Wohnungen für Studierende und Angestellte der Universität. Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
Großfamilie
Moskau Die Wohnungen im Wissenschaftspalast werden nicht wie allgemein üblich verkauft oder vermietet, sondern vererbt. Nicht selten leben mehrere Generationen miteinander in einer Wohnung. Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
Ein Stern in der Kuppel einer Decke
Moskau Die Kuppel des imposanten Treppenhauses mit dem rotem Stern, dem Symbol der kommunistischen Macht.
(Über dieses Thema berichtete der MDR in "Paläste für das Volk" | 26.11.2017 | 11:15 Uhr.)
Bildrechte: Agitprop Ltd., Filmtank GmbH, Icon Production s.r.l.
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Der "Palast der Wissenschaften" in Moskau, der "Palast Serbiens" in Belgrad, der "Kulturpalast" in Sofia, der "Parlamentspalast" in Bukarest und der "Palast der Republik" in Berlin - der Film erzählt die bisweilen bizarren Geschichten der gigantischen sozialistischen Volkspaläste und die der Menschen, die sie bauten. Diese Paläste für das Volk, einst für eine revolutionäre Ewigkeit gebaut, haben ihre Auftraggeber überdauert und suchen nun nach neuer Bedeutung und Verwendung in einer Welt ohne Könige.

In den Ländern des ehemaligen Ostblocks entstanden als steingewordene Propaganda für die herrschende Ideologie gigantische Paläste für das Volk. Sie alle sind die größten, die höchsten, die modernsten ihrer Stadt, ihres Landes oder der Welt. Die Gebäude stellten ihre Erbauer vor immense technische Herausforderungen, und doch sind die meisten heute, nach wenigen Jahrzehnten, schon hoffnungslos veraltet. Manche Palastbauten brachten die Wirtschaft ihrer Länder an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit.

Die Bevölkerung hungerte und fror, hat aber bis heute mitunter kaum Zutritt zu großen Teilen der meisten Gebäude. Dennoch sind die Paläste zu kollektiven Referenzpunkten geworden, und Diskussionen um ihren Abriss stießen stets auf große Empörung.

Wir begegnen Menschen, die in diesen Palästen heute noch arbeiten oder ihnen biographisch eng verbunden sind: Sie erzählen von den Entstehungsgeschichten, lassen uns dem Größenwahn ihrer Auftraggeber nachspüren und den Bedeutungswandel der Paläste für die Menschen begreifen: vom mitunter verhassten Monument einer Diktatur zum Teil von Kultur, Identität und Erinnerung. Und manchmal auch zum nostalgischen Fixpunkt auf dem schwankenden Boden der Gegenwart.

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