Mo 10.06. 2019 18:05Uhr 44:30 min

Eine Reise zu Sachsens Nachbarn

Heute fahr'n wir nach Cheb

Komplette Sendung

Beate Werner 45 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mo, 10.06.2019 18:05 18:50

Bilder zur Sendung

Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land.
Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land.
Das Egerland (tschechisch Chebsko) liegt im Westen Tschechiens und ist benannt nach dem Fluss Eger (tschechisch Ohře). Das Egerland zählt zu den landschaftlich schönsten Regionen Tschechiens und lockt jedes Jahr viele Besucher ins Land. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Der Urlauber trifft an vielen Orten auf die Eger. Sie  entspringt am Nordhang des Schneebergs im Fichtelgebirge und mündet nach 316 km bei Litoměřice in die Elbe. Die Eger überwindet 616 Meter Höhenunterschied. Auf die hohe Fließgeschwindigkeit deutet auch ihr alter Gewässername hin. „Eger„  geht auf die germanische Vorform Agriā zurück, was in etwa bedeutet: der stark strömende, wilde Fluss.
Der Urlauber trifft an vielen Orten auf die Eger. Sie  entspringt am Nordhang des Schneebergs im Fichtelgebirge und mündet nach 316 km bei Litoměřice in die Elbe. Die Eger überwindet 616 Meter Höhenunterschied. Auf die hohe Fließgeschwindigkeit deutet auch ihr alter Gewässername hin. "Eger" geht auf die germanische Vorform Agriā zurück, was in etwa bedeutet: der stark strömende, wilde Fluss. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Die größte Stadt am Oberlauf der Eger ist Cheb, früher Eger. Eger wurde schon im Jahre  1061 das erste Mal urkundlich als Egire erwähnt. 1125 errichteten die bayrischen Grafen von Vohburg eine Burg an der Stelle einer älteren slawischen Anlage.1167 kam Eger in den Besitz des staufischen Kaisers Friedrich Barbarossa. Ihre mittelalterliche Stadtstruktur ist im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben.
Die größte Stadt am Oberlauf der Eger ist Cheb, früher Eger. Eger wurde schon im Jahre 1061 das erste Mal urkundlich als Egire erwähnt. 1125 errichteten die bayrischen Grafen von Vohburg eine Burg an der Stelle einer älteren slawischen Anlage. 1167 kam Eger in den Besitz des staufischen Kaisers Friedrich Barbarossa. Ihre mittelalterliche Stadtstruktur ist im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
In der Eger Burg trifft sich Moderatorin Beate Werner mit dem Chronisten Günther Juba aus Waldsassen. Er begründete nach dem Fall des Eisernen Vorhangs einen deutsch-tschechischen Stammtisch dies- und jenseits der Grenze. Er ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte des Egerlandes.
Auf der Eger-Burg trifft sich Moderatorin Beate Werner mit dem Chronisten Günther Juba aus Waldsassen. Er begründete nach dem Fall des Eisernen Vorhangs einen deutsch-tschechischen Stammtisch dies- und jenseits der Grenze. Günther Juba ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte des Egerlandes. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Viele Persönlichkeiten europäischer Geschichte hinterließen in Eger ihre Spuren. Der berühmte deutsche  Kaiser Friedrich Barbarossa errichtete im Jahre 1167 in Eger seine Kaiserpfalz. Ebenso weilte Feldherr Albrecht von Wallenstein fünf Mal in Eger und wurde hier 1634 hinterrücks ermordet. Der Tatort ist heute noch im Stadtmuseum zu besichtigen. Cheb begeht diese Denkwürdigkeit mit den Wallenstein-Festspielen.
Viele Persönlichkeiten europäischer Geschichte hinterließen in Eger ihre Spuren. Der berühmte deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa errichtete im Jahre 1167 in Eger seine Kaiserpfalz. Ebenso weilte Feldherr Albrecht von Wallenstein fünf Mal in Eger und wurde hier 1634 hinterrücks ermordet. Der Tatort ist heute noch im Stadtmuseum zu besichtigen. Cheb begeht diese Denkwürdigkeit mit den Wallenstein-Festspielen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Auch Dichter Friedrich Schiller besuchte 1791 Eger, um hier die historischen Abläufe und Örtlichkeiten für seine Wallenstein-Trilogie zu studieren.
Auch Dichter Friedrich Schiller besuchte 1791 Eger, um hier die historischen Abläufe und Örtlichkeiten für seine Wallenstein-Trilogie zu studieren. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Die hohen, zum Teil mit Fachwerk ausgestatteten Handelshäuser am Markt, boten den Händlern viel Platz, um ihre Waren zu stapeln. Da Eger an der wichtigen via regia lag, wurden hier viele Waren umgeschlagen. Dachstuhlführungen in deutscher Sprache bietet die Touristinformation am Markt an.
Die hohen, zum Teil mit Fachwerk ausgestatteten Handelshäuser am Markt, boten den Händlern viel Platz, um ihre Waren zu stapeln. Da Eger an der wichtigen via regia lag, wurden hier viele Waren umgeschlagen. Dachstuhlführungen in deutscher Sprache bietet die Touristinformation am Markt an. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Im Egerland befanden sich viele Wallfahrtsorte, Klöster und Kirchen. Die Moderatorin besucht in Tepla das Kloster des Prämonstratenser-Ordens, welches nun von Abt Filip Zdeněk Lobkowicz geführt wird. Die Ordensbrüder stellten nicht nur Geistliche, sondern auch Balneologen, Allgemeinärzte und Gymnasiallehrer, wie die Moderatorin in der historischen Bibliothek erfährt.
Im Egerland befanden sich viele Wallfahrtsorte, Klöster und Kirchen. Die Moderatorin besucht in Tepla das Kloster des Prämonstratenser-Ordens, welches nun von Abt Filip Zdeněk Lobkowicz geführt wird. Die Ordensbrüder stellten nicht nur Geistliche, sondern auch Balneologen, Allgemeinärzte und Gymnasiallehrer, wie die Moderatorin in der historischen Bibliothek erfährt. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Abt Filip Zdeněk Lobkowicz zeigt der Moderatorin die historische Bibliothek, die sich heute wieder in einem exzellenten Zustand befindet. Der Abt spricht auch über die Zeit des Kommunismus, als die kommunistische Volksmiliz und die Geheimpolizei das Kloster Tepla besetzten und als Kaserne nutzten. Von diesem Schlag gegen das Ordensleben kann sich die tschechische Gesellschaft erst über Generationen erholen.
Abt Filip Zdeněk Lobkowicz zeigt der Moderatorin die historische Bibliothek, die sich heute wieder in einem exzellenten Zustand befindet. Der Abt spricht auch über die Zeit des Kommunismus, als die kommunistische Volksmiliz und die Geheimpolizei das Kloster Tepla besetzten und als Kaserne nutzten. Von diesem Schlag gegen das Ordensleben kann sich die tschechische Gesellschaft erst über Generationen erholen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Wer übers Land fährt, dem stechen diese farbenfrohen Egerländer Bauernhöfe sofort ins Auge. Junge tschechische Familien erwarben die verfallenen Bauten und haben sie wieder zu neuem Leben erweckt.
Wer übers Land fährt, dem stechen diese farbenfrohen Egerländer Bauernhöfe sofort ins Auge. Junge tschechische Familien erwarben die verfallenen Bauten und haben sie wieder zu neuem Leben erweckt. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Vor allem im Umkreis der reichen Handelsstadt Eger lassen sich diese Bauernhäuser aus der Zeit um 1800 entdecken. Als markantes Merkmal gilt der hohe Ziergiebel oftmals auch mit plastischem Schmuck versehen. Nur reiche Bauern konnten sich so schöne Fachwerkhäuser leisten. Sie wollten den reichen Patrizierfamilien in der Stadt in nichts nachstehen.
Vor allem im Umkreis der reichen Handelsstadt Eger lassen sich diese Bauernhäuser aus der Zeit um 1800 entdecken. Als markantes Merkmal gilt der hohe Ziergiebel oftmals auch mit plastischem Schmuck versehen. Nur reiche Bauern konnten sich so schöne Fachwerkhäuser leisten. Sie wollten den reichen Patrizierfamilien in der Stadt in nichts nachstehen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Die Fertigkeit im Umgang mit Holz spiegelt sich auch im Instrumentenbau wieder, der in der Egerregion seit über 300 Jahren verwurzelt ist. Lucie Mikeska und ihr Ehemann kauften vor zwei Jahren die Traditionsfirma Strunal, die mit 80 Mitarbeitern Geigen, Kontrabässe und Gitarren fertigt.
Die Fertigkeit im Umgang mit Holz spiegelt sich auch im Instrumentenbau wieder, der in der Egerregion seit über 300 Jahren verwurzelt ist. Lucie Mikeska und ihr Ehemann kauften vor zwei Jahren die Traditionsfirma Strunal, die mit 80 Mitarbeitern Geigen, Kontrabässe und Gitarren fertigt. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Den schönsten Blick auf Loket (früher Elbogen) verrät Beate Werner in der Sendung. Diese auf einem Felsen gebaute Stadt besuchte auch Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe mehrfach. Der 74-Jährige Weimaraner verliebte sich hier in die 19-jährige Ulrike und machte ihr sogar einen Heiratsantrag.
Den schönsten Blick auf Loket (früher Elbogen) verrät Beate Werner in der Sendung. Diese auf einem Felsen gebaute Stadt besuchte auch Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe mehrfach. Der 74-Jährige Weimaraner verliebte sich hier in die 19-jährige Ulrike und machte ihr sogar einen Heiratsantrag. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Noch an Ort und Stelle vertieft sich Beate Werner in Goethes Büchlein über Elbogen, dem er seinen Schmerz über die unbeantwortete Liebe anvertraute. Elbogen an der Eger pries der Dichter als ein landschaftliches Kunstwerk.
Noch an Ort und Stelle vertieft sich Beate Werner in Goethes Büchlein über Elbogen, dem er seinen Schmerz über die unbeantwortete Liebe anvertraute. Elbogen an der Eger pries der Dichter als ein landschaftliches Kunstwerk. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Der Goethe-Pavillon scheint ein besonderer Ort zu sein. Zufällig trifft Beate Werner hier den ehemaligen Sänger Thomas „Rups“ Unger von den Randfichten. Der Erzgebirger  ist hier als Wasserwanderer unterwegs und kann das Egerland als Reiseziel in höchsten Tönen loben und weiterempfehlen.
Der Goethe-Pavillon scheint ein besonderer Ort zu sein. Zufällig trifft Beate Werner hier den ehemaligen Sänger Thomas Lauterbach von den Randfichten. Der Erzgebirger ist hier als Wasserwanderer unterwegs und kann das Egerland als Reiseziel in höchsten Tönen loben und weiterempfehlen. Bildrechte: MDR / Heike Riedel
Alle (15) Bilder anzeigen

Bilder zur Sendung

Bildergalerie
Zur Eger, einem der schönsten Nebenflüsse der Elbe, will sich Moderatorin Beate Werner auf den Weg machen.

Nach dem Fluss benannt ist eine ganze Region in Westböhmen, ein Landstrich nahezu verschwenderisch ausgestattet mit Burgen und Schlössern, Klöstern und Herrenhäusern sowie bedeutenden Orten der böhmischen Porzellanherstellung.

Der tschechische Abschnitt der Porzellan-Straße führt Beate Werner nach Klášterec nad Ohří, deutsch: Klösterle an der Eger. Hier stand bis 1945 die zweitälteste Porzellanfabrik Böhmens, gegründet 1794 von Graf Franz Josef Thun und Johann Nikolaus Weber. Wie moderne Porzellane heute hergestellt werden, erfährt die Moderatorin in Nová Role/Neurohlau, wo sie Modelleuren und Porzellanmalern über die Schulter schauen darf.

Tief verwurzelt ist dieser westliche Zipfel Tschechiens auch in der deutschen Geschichte. Friedrich Barbarossa hatte im damaligen Eger, heute Cheb, eine Kaiserpfalz, Wallenstein fand in einem Handelshaus in Eger den Tod und Schiller grübelte hier über der Wallenstein-Trilogie. Siebzehn Mal sogar besuchte der Dichterfürst Goethe sein geliebtes Westböhmen und selbst Karl May zog es ins Egerland. Von Museumsdirektor Michael Rund erfährt Beate Werner, warum der Abenteuerschriftsteller das damalige Falkenau, das heutige Sokolov besuchte.

Doch eine Frühlingsreise ins Egerland wäre nur halb so schön, würde man nicht auch den Kurbädern einen Besuch abzustatten. In Franzensbad erlebt Beate Werner die Eröffnung der 226. Bädersaison.

Meistgeklickt in der Mediathek

Unterwegs in Sachsen-Anhalt 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kostümierte Eierbettler 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR um 4 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK