Do 08.08. 2019 22:05Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Artour-Moderator 31 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 08.08.2019 22:05 22:35

Beiträge aus der Sendung

Sternschnuppen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Themen:

* Steffen Mau: "Lütten Klein - Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft"
* Porträt des Leipziger Fotografen Björn Siebert
* 50 Jahre Woodstock-Festival
* Kulturkalender

Themen u.a.:

* Buch des Soziologen Steffen Mau über Rostock Lütten Klein

Der Soziologe Steffen Mau wuchs im Rostocker Neubauviertel Lütten Klein auf. Während der Wendezeit war er bei der NVA, danach studierte er und wurde Soziologieprofessor. Er konnte beobachten, wie aus seiner Heimat, in der er seine Kindheit mit anderen Kindern aller sozialen Schichten verbrachte, ein Ort sozialer Spaltung wurde. In seinem Buch "Lütten Klein - Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft" versucht er herauszufinden, wie es dazu kommen konnte und was die Ursachen sind.

Er hat mit Weggezogenen und Dagebliebenen gesprochen, erforscht, wie sich Sozialstrukturen und Mentalitäten veränderten. Und er kommt zu dem Schluss, dass die Ursachen für die Spannungen, die sich in Ostdeutschland finden, in der DDR-Zeit liegen. Anhand des nicht nur sinnbildlichen Lebensentwurfs der mustergültigen Neubausiedlung Lütten Klein erkundet er den egalitären Gesellschaftsansatz der DDR und sein Fortwirken bis in die Gegenwart mit den Folgen von sozialer Deklassierung bis hin zur etablierten Außenseiterfiguration.
Autor: Dennis Wagner

* Porträt des Leipziger Fotografen Björn Siebert - Wenn Remakes besser sind...

Auch bei dem Fotografen Björn Siebert, Jahrgang 1978, ist nichts, wie es scheint. Das könnte zwar auf etliche zeitgenössische Künstler zutreffen, bei ihm aber insbesondere. Der Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst wurde bekannt mit sogenannten Remakes. Das heißt, er entnimmt aus der Millionenflut des Internets anonyme Fotografien, Schnappschüsse meist, und stellt sie aufwendig nach.

Man würde sie meist übersehen haben. Diese Remakes von im Grunde wertlosem Datenmüll aus dem Internet wertet er zu kostbaren analogen Fotografien auf - und es entstehen Fragen über High und Low, über Gebrauchsfotografie und Kunst - denn zum Beispiel: Wer ist nun der Autor eines solchen Remakes?

Björn Siebert hat in Leipzig an der HGB bei Prof. Timm Rautert als Meisterschüler studiert und erhielt in diesem Jahr den Preis der Leipziger Jahresausstellung. In Potsdam sind seine Arbeiten derzeit in einer Ausstellung zu sehen und auch das Bildermuseum seiner Heimatstadt Leipzig besitzt bereits Werke von ihm. Ein Anlass für artour, den Leipziger Fotografen zu porträtieren.
Autor: Meinhard Michael

* 50 Jahre Woodstock-Festival

Woodstock ist eine mythische Konstruktion, an der alle schön mitgebastelt haben. 32 Bands. 400.000 Zuschauer. Und alle so richtig gut drauf. Aber erst der darauf folgende Film über "Woodstock" machte aus dem Konzert ein kollektives Erlebnis. Eigentlich so wie bei den Pyramiden. Die wenigsten waren dort, aber jeder weiß, wie es ist. Zum 50. Jubiläum zeigt nun der ARD-Dokumentarfilm "Woodstock: Three Days That Defined a Generation" von Barak Goodman, wie es wirklich war.

Keine Korrektur unserer wilden Fantasien, aber endlich wird auch fern der Bühne miterlebbar, wie es sich angefühlt haben könnte. Goodman bekam von Warner Bros und vielen amerikanischen Archiven uneingeschränkten Zugang zum damals gedrehten Material. Er wertete 40 Stunden nie zuvor gesehenes Material aus.

In seinem Film verzichtet Goodman auf die Gesichter von heute und konstruiert die Geschichte aus dem Archivmaterial, dadurch wirkt der Film unmittelbar. "Es war nicht als politische Veranstaltung geplant. Woodstock verweigerte sich sogar der politischen Aussage. Und wurde am Ende gerade deshalb zum politischen Großereignis", sagt Goodman.

"Woodstock war ein kosmischer Unfall", sagt der Fotograf Elliott Landy, der die drei Tage umfassend dokumentierte. "Ein utopischer Moment in der Geschichte der Menschheit". Wir haben Goodman und Landy in New York besucht.
Autor: Andreas Krieger

* Kulturkalender
- "Lange Nacht der Sternschnuppen" - am 10. August am Fundort der Himmelsscheibe in Nebra (mit O-Ton Dirk Schlesier, Leiter Planetarium Halle; Dreh: 6.8.)
- "Arik Brauer. Phantastisch-Realistisch. Ein Lebenswerk" - Große Personalausstellung (3.8.-27.10.) in der Kunsthalle Erfurt im Rahmen der Achava-Festspiele (Dreh: 7.8.)
Autorin: Stephany Mundt

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