Teaserbild Der besondere Kinderfilm
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Produzenten zur Initiative "Ohne hätte es meinen Film nicht gegeben"

Bei der Podiumsdiskussion zum fünften Geburtstag der Initiative "Der besondere Kinderfilm" haben Produzent*nnen und Autor*nnen die Bedeutung der Initiative für den deutschen Film- und Fernsehmarkt unterstrichen.

von Steffen Grimberg

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"Meinen Film hätte es ohne die Initiative nicht gegeben", sagte Produzent Martin Richter in Erfurt. Denn mit seinem Filmstoff "Auf Augenhöhe" hatte er schon lange vorher bei diversen Sendern Klinken geputzt, aber keine ausreichende Finanzierung zusammen bekommen. "Dank der Unterstützung und Förderung durch die Initiative konnten wir dann die Buchentwicklung und den Dreh innerhalb von zwei Jahren realisieren – das kannte ich so nicht", so Richter.

Auf der Longlist für die Oscars

"Auf Augenhöhe" ist dabei kein Stoff für einen rein vom Spaßfaktor bestimmten Filmnachmittag. Denn im Film trifft der im Kinderheim lebende zehnjährige Michi eines Tages durch Zufall seinen Vater. Doch statt ganz großer heiler Welt erwartet ihn eine große Überraschung: Sein Vater Tom ist nämlich kleinwüchsig und stellt damit Michis Bild einer Vaterfigur total auf den Kopf. Der Weg der beiden zueinander ist steinig: Michi schämt sich für Tom und der wiederum ist enttäuscht über die Ablehnung, die ihm sein Sohn entgegenbringt. "Das ist kein klassischer Happy-Popcorn-Film", sagt Richter, "aber ich finde, dass Eltern ihren Kindern solche Themen zumuten sollten und sich mit ihnen gemeinsam über die Geschichte auseinandersetzen müssen.

Der Erfolg von "Auf Augenhöhe" gibt Richter recht: Als einziger Kinderfilm überhaupt schaffte er es auf die deutsche Longlist für die Oscars.

Wichtige Rolle von Eltern und Lehrern

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MEDIEN360G im Interview Danny Krausz

Interview mit Danny Krausz

Fr 15.06.2018 16:55Uhr 03:23 min

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Die wichtige Rolle von Eltern und Lehrern für das Verständnis von Filmen und die Bereitschaft, sich auch mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen, unterstrich in Erfurt auch der aus Österreich stammende Produzent Danny Krausz. Sein Film "Madison" wird von der Initiative "Der besondere Kinderfilm" gefördert. Krausz bereitet gerade die Dreharbeiten vor. Krausz kritisierte "Mängel" in der medienpädagogischen Ausbildung an vielen Schulen. "Gerade bei zeitgenössischen und identitätsstiftenden Stoffen sehe ich Hemmschwellen bei vielen Lehrern", so Krausz.

Außerdem kritisierte er den stiefmütterlichen Umgang des Verleihs und vieler Kinos mit dem Genre Kinderfilm. "Das sind keine Blockbuster, die in der ersten Kinowoche den Löwenanteil einspielen. Wir brauchen längere Spieldauern, dann kommen auch die Besucher. Mit dem aktuellen Zustand gebe ich mich nicht zufrieden – ich mache doch keine Kurzwaren.

Neben Krausz‘ "Madison", in dem die zwölfjährige Madison nicht in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Rennradprofis, treten will, geht 2018 auch der Film "Break the Ballett" von Stefan Westerwelle und Hannah Schweier in Produktion. Hier geht es um die 14jährige Balletttänzerin Katya, der sich beim anstrengenden Training in New York durch eine Gruppe von Breakdancern eine ganz neue Tanzwelt erschließt.

Eine einjährige, finanzierte Projektentwicklungsphase im Rahmen der Initiative erhalten dieses Jahr außerdem "Curry ist nichts für Schwächlinge" von Katharina Reschke und "Nachtwald" von Milhahn und André Hörmann (weitere Informationen zu den Filmen hier).

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 17:37 Uhr