Eine Frau demonstriert die Handhabung eines Fingerabdruck-Scanners.
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Datenschutz EU-Kommission: Ausweise mit biometrischen Daten bald Pflicht

In spätestens fünf Jahren soll es in ganz Europa keine Papier-Ausweise ohne biometrische Daten mehr geben. Wie der EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos bekanntgegeben hat, sollen zukünftig digitale Gesichtsbilder und Fingerabdrücke von allen Europäern ab zwölf Jahren eingesammelt werden.

von Johanna Kiesler

Eine Frau demonstriert die Handhabung eines Fingerabdruck-Scanners.
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Werden künftig alle EU-Bürger gezwungen, biometrische Daten und Fingerabdrücke in ihren Ausweisdokumenten vorzuweisen? Bislang nutzen noch etwa 90 Millionen EU-Bürger Papier-Ausweise ohne solche elektronische Daten. Das sei aus der Sicht des EU-Innenministers Avramopoulos inakzeptabel. (Quelle: netzpolitik.org)

In deutschen Reisepässen sind Fingerabdrücke seit 2007 Standard, in Personalausweisen hingegen immer noch freiwillig. Das könnte sich nun ändern. Bislang handelt es sich bei dem Vorhaben lediglich um einen Gesetzesvorschlag. Dieser bedarf noch der Zustimmung des Europaparlaments und der einzelnen EU-Staaten. (Quelle: spiegel.de)

Ziel sei laut EU-Kommission eine bessere Terrorabwehr und die Eindämmung grenzüberschreitender Kriminalität. So würde es für Terroristen und Kriminelle schwieriger, Dokumente zu fälschen, sagte Avramopoulos der Zeitung Die Welt: "Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen". (Quelle: welt.de)

In Deutschland wurde der Vorschlag unterschiedlich aufgenommen. Während das Bundesinnenministerium den Plänen der EU-Kommission positiv gegenüber steht, befürchten SPD und Opposition einen "massiven Eingriff in die Freiheitsrechte". Konstantin von Notz (Grüne) spricht von einem "weiteren Schritt in Richtung einer potenziellen Totalüberwachung von mehr als 500 Millionen EU-Bürgern", FDP-Politiker Manuel Höferlin kritisiert, die verpflichtende Speicherung der Fingerabdrücke sei "ein erheblicher Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger". (Quelle: handelsblatt.com)

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