Im Bild v.l.: François Goeske, Michael Luda, René Geisler, Kai Schöttle und Helen Woigk
Bildrechte: MDR/Traumhaus Studios

Neue MDR-Webserie "FINDHER" Vom Suchen und Finden

MDR SPUTNIK steht mit der neuen Webserie "FINDHER" auf YouTube in den Startlöchern. Gefördert wurde diese unter anderem von der Mitteldeutschen Medienförderung. Der Mitteldeutsche Rundfunk sitzt hier im Vergabeausschuss. Ist das ein Widerspruch?

von Daniel Kehr

Im Bild v.l.: François Goeske, Michael Luda, René Geisler, Kai Schöttle und Helen Woigk
Bildrechte: MDR/Traumhaus Studios

Den richtigen Partner oder die richtige Partnerin zu finden, ist ein Unterfangen, das schwierig und langwierig sein kann. Unterstützend muss er oder sie sein und gleiche Interessen und Ziele sollte man haben. In der neuen Webserie "FINDHER", die am 04. Dezember 2018 auf einem YouTube-Kanal von MDR SPUTNIK startet, geht ein junger Mann nach einer gescheiterten Beziehung in sieben Minuten kurzen Episoden per Dating-App auf die Suche nach dem "perfect match" für sich. Mit der Produktion von FINDHER taucht der MDR in den boomenden Markt der Webserien ein. Und ähnlich wie in der produzierten Serie sollte man auch bei der Produktion selbst darauf achten, sich die richtigen Partner zu suchen, um nicht nur ein optimales Produkt zu liefern, sondern das ganze natürlich auch bezahlbar zu gestalten. Diese Partner waren schnell gefunden: für die Produktion von FINDHER tat sich der MDR mit den Thüringer Firmen "bigchild" und "Traumhaus Studios" zusammen. Gefördert wurden die 26 Folgen der Webserie durch die Initiative "Formate aus Thüringen" und die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM).

Hoch die Tassen

Claas Danielsen
MDM-Geschäftsführer Claas Danielsen auf der DOK Leipzig 2013 Bildrechte: MDR/DOK Leipzig 2013/Martin Jehnichen

Die MDM hat in diesen Tagen auch neben dem Start der geförderten Webserie Grund zu feiern: Ende November wurde in Leipzig das 20-jährige Jubiläum der Mitteldeutschen Medienförderung begangen - mit prominenten Gästen aus dem Fördersektor, den Medien und der Politik. Neben den Ministerpräsidenten der drei mitteldeutschen Länder und MDM-Geschäftsführer Claas Danielsen nahm auch MDR-Intendantin Karola Wille an einer Diskussionsrunde zur Feier des Geburtstages teil, bei der es um die erfolgreiche Entwicklung des Medienstandorts Mitteldeutschland ging.

Die Gründung der MDM war ein ganz wesentlicher Katalysator für die mitteldeutsche Produktionslandschaft, die in unserer Region eine große kreative Dynamik entfaltet hat. Wenn wir auch in Zukunft die Potenziale und die Chancen nutzen, können wir den Standort noch viel weiter entwickeln.

MDR-Intendantin Karola Wille

Nicht nur Gast

Wolf-Dieter Jacobi, Programmdirektor Leipzig
Wolf-Dieter Jacobi, Programmdirektor MDR und Mitglied des Aufsichtsrats der MDM Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Nun war Karola Wille nicht nur als Diskussionsteilnehmerin auf der Veranstaltung zugegen, sie repräsentiert in ihrer Funktion als MDR-Intendantin auch einen der Gesellschafter der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH. Dies sind, abgesehen vom Mitteldeutschen Rundfunk, außerdem der Freistaat Sachsen, das Land Sachsen-Anhalt, der Freistaat Thüringen sowie das Zweite Deutsche Fernsehen. Vertreter des MDR und des ZDF finden sich sowohl im Aufsichtsrat in Person von MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi, der Direktorin des MDR-Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt, Elke Lüdecke, und des ZDF-Justiziars Peter Weber, als auch (und vielleicht viel wichtiger) mit drei Mitgliedern im elfköpfigen Vergabeausschuss der MDM. Im Falle von FINDHER ist der Antragsteller der Förderung die Produktionsfirma "bigchild", das Geld floss letztendlich aber in die gemeinsame Produktion mit "Traumhaus Studios" und dem MDR und wird nun auf einem YouTube-Kanal von MDR SPUTNIK ausgestrahlt. Dieser Vorgang mag verworren klingen, ist in der Medienförderung allerdings durchaus üblich. Mit dem Mitteldeutschen Rundfunk sitzt in diesem Fall die ausstrahlende Rundfunkanstalt direkt mit am Tisch bei der Entscheidung über die Fördergeldvergabe. Die finanzielle Förderung verfolgt dabei in Teilen eine Art Kreislauf. Geld, das von den Gesellschaftern der MDM in die Förderung von Projekten gesteckt wird, finanziert später Filme, Serien und andere audio-visuelle Medienprojekte. Wenn es sich dabei letztendlich um eine Produktion handelt, die etwa beim MDR oder auch im ZDF läuft, wird mit dem Geld im Endeffekt wieder Programm finanziert. Wichtig ist hierbei allerdings, dass das Geld in Produktionen aus der Region gesteckt wird, wie im Fall von FINDHER: Die beiden Firmen, die mit dem MDR die Serie koproduziert haben, kommen aus Thüringen. So wird durch die Förderung der MDM auch Strukturhilfe für den Produktionsstandort Thüringen geleistet. Das Fördergeld belebt die heimische Produktionswirtschaft.

Bedingung für eine erfolgreiche Antragstellung ist der Nachweis kultureller und wirtschaftlicher Effekte in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen.

MDM-Website

Natürlich ist eine Koproduktion nur eine von vielen Produktionsformen. Es werden jedes Jahr auch viele Produktionen gefördert, die keinen Bezug zu den Gesellschaftern  der MDM haben. Eine Förderung bedeutet außerdem auch keineswegs unbedingt, dass es letztendlich zu einem fertigen Produkt kommt. Ein gefördertes Drehbuch garantiert so bespielsweise noch nicht die Verfilmung und viele Stoffe sehen trotz initialer Förderung in einem bestimmten Bereich trotzdem nicht das Licht der Welt.

Halle in Thüringen

Neben der MDM half noch eine zweite Förderung bei der Produktion von FINDHER. "Formate aus Thüringen" hilft - wie der Name schon sagt - bei Produktionen aus dem Freistaat Thüringen. Da mag es etwas komisch anmuten, dass zwar die Postproduktion von FINDHER in Erfurt statt fand, das Format allerdings komplett in Sachsen-Anhalt gedreht wurde, genau genommen in Halle an der Saale. Die Pressemitteilung zur Ankündigung der Produktion klingt dann eher kurios:

Gemeinsam mit der Produktionsinitiative "Formate aus Thüringen" dreht MDR SPUTNIK seit heute, 19. September, in Halle an der Saale die Web-Serie "FINDHER" für junge Erwachsene.

Pressemeldung Mitteldeutscher Rundfunk

Grund für die Förderung ist hier der Standort der produzierenden Firmen. Diese sind mit "bigchild" aus Isseroda und "Traumhaus Studios" aus Erfurt in Thüringen ansässig.

Und so ist es am Ende im echten Leben wie in der digitalen Datingwelt - wer den passenden Partner will, muss sich umgucken - oder in diesem Fall: sich den richtigen Ko-Produzenten suchen.

FINDHER auf dem YouTube-Channel "findherdiewebserie" ab dem 04. Dezember 2018

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2018, 12:05 Uhr