Bunte und blaue hand mit Schriftzug: Kulturtage der Gehörlosen
Bildrechte: MEDIEN360G

Deutsche Kulturtage der Gehörlosen Mit den Händen sprechen

Unter dem Motto "Unsere Kultur mit Gebärdensprache: inklusiv und gleichwertig" veranstaltet der Deutsche Gehörlosen-Bund bereits zum 6. Mal die Deutschen Kulturtage der Gehörlosen. Ziel ist es, Menschen mit einer Hörbehinderung und interessierte Erwachsene zusammenzubringen. Vom 17. bis 19. Mai gibt es in Potsdam Workshops, Vorträge und Vorführungen für alle, die die Gehörlosenkultur erleben möchten.

von Johanna Kiesler

Bunte und blaue hand mit Schriftzug: Kulturtage der Gehörlosen
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Sie kommunizieren meist geräuschlos, unterhalten sich gestikulierend, formen Worte mit den Händen. Für Gehörlose ist die Gebärdensprache Kultur und Sprachrohr zugleich. Zum sechsten Mal in Deutschland soll genau das zelebriert und weitergetragen werden. Neues lernen, Kontakte knüpfen, gemeinsam Spaß haben – das ist das Ziel der Deutschen Kulturtage der Gehörlosen.

In zahlreichen Workshops und Foren wird informiert und diskutiert. Die Themenpalette reicht von politischen Themen wie der Behindertenrechtskonvention der UN, über Kulturelles wie Gebärdensprachenpoesie und -theater bis hin zu technischen Neuerungen, die Menschen, die schwer oder gar nicht hören, den Alltag erleichtern können.

Rundherum gibt es ein buntes Rahmenprogramm, wie zum Beispiel das "Fest der Hände", bei dem unter anderem ein "Sign Mob" geplant ist – eine La-Ola-Welle aus Händen, die sich vom Brandenburger Tor bis zur Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam erstrecken soll. Auch Kunstausstellungen und ein Galaabend sind Teil der Veranstaltung.

Barriere-Freiheit beginnt in den Köpfen

Die "Barriere-Freiheit" gehört zu den Themen, welches stets in verschiedenen Bereichen in den Fokus gerückt werden muss: Auch bei den Medientagen Mitteldeutschland, die im April 2018 in Leipzig ausgerichtet wurden, fand eine Diskussion zum Thema "Barrierefreiheit in den Medien" statt. Auf dem Podium saßen Carola Hiersemann, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Stadt Leipzig, Grit Wißkirchen, Vizepräsidentin des Medienrates der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) sowie Georg Schmolz, Leitender Redakteur des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die These: "Der barrierefreie Zugang zu Medienangeboten sollte heute selbstverständlich gewährleistet sein – nur so ist die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürger an demokratischen Prozessen der Meinungsbildung möglich." Durch die Diskussion führte Dr. Matthias Müller, der am Rande der Medientage von Michael Naumann, Reporter von MDR aktuell, interviewt wurde.

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 15:52 Uhr