Grafik zum Projekt 'Junge Journalisten'
Bildrechte: MDR MEDIEN360G

Porträt Junge Journalisten: The Next Generation

Wer heute Journalist werden will, braucht neben Durchhaltevermögen und Neugierde auch die nötige Portion Idealismus. Finanzielle Sicherheiten werden kaum geboten und das Ansehen dieses Berufs hat sich stark gewandelt. Wer sind heute die jungen Journalisten, die sich trotz aller Schwierigkeiten für den Journalismus entscheiden? Wo arbeiten sie und wie? Und was ist ihre Motivation? MEDIEN360G hat zwei von ihnen im Porträt.

von Johanna Hoffmeier

Grafik zum Projekt 'Junge Journalisten'
Bildrechte: MDR MEDIEN360G

In einer Zeit, in der die Autorität des klassischen Journalismus schwindet, die Lügenpresse-Schreie lauter werden und sich Nachrichten in frei umherwirbelndes Informations-Konfetti verwandeln, ist jeder zum Sender geworden.

Bernhard Pörksen in der ZEIT im Februar 2018

Der Journalismus hat sich gewandelt. Jeder kann auf Facebook, Twitter und Co Informationen veröffentlichen. Somit hat der Journalist an sich seine sogenannte "Gatekeeper-Funktion" (deutsch: Pförtner, Torwächter) verloren. Die Entwicklung bedingt, dass Informationen höchst unterschiedlicher Qualität und Glaubwürdigkeit nebeneinander wie gleichwertig im Netz erscheinen. Häufig verbreiten sich unseriöse Nachrichten weil spektakulärer sogar schneller und umfassender.

Daneben sind Angriffe auf Journalisten und den Journalismus an sich schärfer geworden. „Lügenpresse“-Rufe verdeutlichen, dass konstruktive Kritik an manchen Stellen pauschalen Beleidigungen und Verschwörungstheorien weicht. Dazu kommen, gerade in der Freiberuflichkeit, wesentlich niedrigere Honorare als noch vor zehn Jahren. Warum entscheidet man sich trotzdem für diesen Beruf?

Wir haben mit jungen Journalisten aus unterschiedlichen Medien, die dort in verschiedenen Anstellungsverhältnissen arbeiten über ihren Beruf, ihre Motivation und Glaubwürdigkeit im Journalismus gesprochen – aber auch über die Unterschiede zwischen Freiberuflichkeit und Festanstellung und welche Folgen dieser Zustand auf das Leben der Journalisten hat.

Hannes Munzinger

...hat ein Jahr lang viele Stunden in einem abgeschirmten Raum verbracht. Als Mitarbeiter des Ressorts Investigative Recherche der Süddeutschen Zeitung wertet er eines der größten Daten-Leaks der Geschichte aus die Panama Papers. Und das direkt als Berufseinsteiger.

Insa van den Berg

...hat sich gegen eine Festanstellung bei einer renommierten Tageszeitung und für die Freiberuflichkeit als Journalistin entschieden. Denn irgendwann stellte sie fest, dass sie ihre journalistische Leidenschaft nur ausleben kann, wenn sie ihr eigener Chef ist. Doch gleichzeitig bringt sie die Freiberuflichkeit regelmäßig an persönliche und finanzielle Grenzen. Trotz aller Widerstände ist es ihr Traumberuf. Nach wie vor.

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2018, 13:42 Uhr