Teaserbild Kummerkasten
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KiKA "Kummerkasten" "Könnt ihr mir helfen?"

Die Redaktion vom "Kummerkasten" berät seit 2003 Kinder und Jugendliche bei Fragen in allen Lebenslagen. Die Themen reichen von Liebeskummer, Freundschaft und Erwachsenwerden bis hin zu Mobbingerfahrungen und negativen Erlebnissen in sozialen Netzwerken. Seit dem 27. Mai hat die Sendung nun mehr Sendezeit und mehr Beratungsmöglichkeiten.

von Johanna Kiesler

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Was ist der "Kummerkasten"?

15 Jahre lang ist der "Kummerkasten" schon ein fester Bestandteil des KiKA-Programms. Hier werden Fragen von Kindern und Jugendlichen gelesen, gehört, diskutiert und beantwortet. Anfangs noch per Brief, später übers Telefon, seit ein paar Jahren hauptsächlich per Chatfunktion gelangen die Themen, Sorgen und Geschichten der Zehn- bis 13-Jährigen in die Redaktion und damit nicht nur ins Fernsehen, sondern auch auf die Online-Plattform der Sendung. Hier bekommen die jungen Zuschauer neben allgemeinen Tipps und Erklärbeiträgen auch eine individuelle Beratung durch ehrenamtliche Mitarbeiter der Diakonie, mit denen das "Kummerkasten"-Team seit 2008 zusammenarbeitet. Über 54.000 E-Mails von Kindern und Jugendlichen haben die Redaktion seitdem erreicht.

Der 'Kummerkasten' ist in erster Line das, was draufsteht: Ich kann meinen Kummer aufschreiben und bekomme Antwort. Und da wir ein Medienunternehmen sind, ist das auch TV und Online, wo wir uns mit den Lebensweltthemen der Zehn- bis 13-Jährigen als Journalisten auseinandersetzen. Die Kombination aus beidem: Ich erfahre etwas zu einem Thema und ich bekomme individuellen Rat - das ist der 'Kummerkasten'.

Dr. Matthias Huff KiKA-Redaktionsleiter Nonfiktion
Dr. Matthias Huff Teaserbild 3 min
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Fr 25.05.2018 15:19Uhr 03:22 min

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Nun sollte mehr Zeit geschaffen werden, um die Fragen der jungen Zuschauer ausführlicher zu besprechen. Seit dem 27. Mai 2018 gibt es einmal im Monat eine 25-minütige Livesendung, zusätzlich dazu jeden Sonntag ein Livechat-Angebot. Neu sind auch die Elemente "60 Sekunden" bzw. "90 Sekunden Kummerkasten" – kurze Trailer, die thematisch passend im KiKA-Programm platziert werden sollen, um Jugendlichen bei schwierigen Themen einen Weg zu zeigen, sich über ihre Gedanken dazu auszutauschen. Was bleibt, ist die individuelle Möglichkeit, Fragen und Erlebnisse an die Redaktion zu schreiben und eine Antwort darauf zu bekommen.

Zusammenarbeit mit der Diakonie

An 365 Tagen im Jahr kümmern sich ehrenamtliche Beraterinnen und Berater und die Sorgen und Probleme der Kinder und Jugendlichen. Anonym und kostenfrei können sie sich an das 75-köpfige Team rund um "Kummerkasten"-Seelsorgerin Sabine Marx wenden und erhalten immer eine Antwort – meistens noch am gleichen Tag, spätestens nach 72 Stunden. Das Themenspektrum ist dabei sehr breit und reicht von Freundschaft und Selbstzweifeln, über die eigene sexuelle Entwicklung und Essstörungen bis hin zu Missbrauch oder suizidalen Gedanken. Um damit umgehen und möglichst hilfreiche Antworten finden zu können, werden die Berater zuvor in einem sechsmonatigen Ausbildungskurs geschult und erhalten regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen.

Martin Matz Teaserbild 2 min
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Fr 25.05.2018 15:18Uhr 01:48 min

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Sabine Marx Teaserbild 7 min
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Fr 25.05.2018 16:20Uhr 07:00 min

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Sabine Marx Teaserbild 7 min
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Fr 25.05.2018 16:20Uhr 07:00 min

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Am Allerwichtigsten ist, dass wir zuhören, ohne schon Rezepte im Kopf vorgefertigt zu haben oder schon zu wissen, wie es zu laufen hat. Wir hören uns erstmal an, was die Kinder beschäftigt und begleiten sie dann, statt ihnen von oben herab die Welt zu erklären.

Sabine Marx Fachberaterin der Diakonie

Trotzdem ersetze die Beratung keine Therapie, betonen die Mitarbeiter. Im Normalfall sei die Kommunikation auf drei Kontakte beschränkt, bei besonders komplizierten oder langwierigen Problemen würden die Kinder an geeignete Stellen weiterverwiesen.

Neue Medien - gleiche Themen

Clarissa Corrêa da Silva Teaserbild 3 min
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Fr 25.05.2018 15:19Uhr 03:02 min

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Nicht nur die Kanäle, auf denen die Kinder und Jugendlichen mit der Redaktion des "Kummerkastens" kommunizieren, haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. Auch die alltäglichen Lebenswelten sind inzwischen von sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten und Streamingplattformen geprägt. Das hat einen großen Einfluss auf Erlebnisse, Wahrnehmungen und soziale Kontakte von Kindern. "Ich habe Stress mit meinen Eltern, weil sie sagen, ich bin zu oft mit Computer und Handy beschäftigt.""Ich bekomme auf Facebook Hasskommentare von Mitschülern.""Ich habe ein Foto ins Netz gestellt und das ist mir jetzt peinlich." So etwas hört das "Kummerkasten"-Team immer wieder.

Doch auch wenn sich die Medienwelt in den letzten 15 Jahren rasant verändert hat, im Großen und Ganzen, so ist sich die Redaktion einig, ähneln sich die Sorgen in der analogen und in der digitalen Welt. In den meisten Fällen haben sie mit mangelndem Selbstbewusstsein und Unsicherheiten zu tun. Probleme wie Liebeskummer, Mobbing oder Magersucht können überall auftauchen und haben häufig nur begrenzt etwas mit der Plattform zu tun, auf der sie zum Vorschein kommen.

Soziale Medien spielen eine große Rolle, aber die Themen bleiben gleich. Es geht immer um Beziehungen, um zwischenmenschliche Beziehungen.

Clarissa Corrêa da Silva Moderatorin "Kummerkasten"

Die Resonanz in der Zielgruppe sei groß, sagt Dr. Matthias Huff – und das nicht nur bei schwierigen Problemthemen: "Im Januar zum Beispiel haben wir eine Sendung zu Liebeserklärungen gemacht und innerhalb einer Stunde bekamen wir über 500 Ratschläge, wie man die geben könnte".

Die Live-Sendungen des Kummerkastens laufen etwa einmal im Monat, Sonntags um 20:10 Uhr im KiKA. Die Themen der nächsten Sendungen: "Das erste Date" (1. Juli), "Pickel und Schweiß" (5. August), "Gute Lehrer, schlechte Lehrer" (2. September) und "Respekt für meine Rechte! Abenteuer digital" (Sondersendung am 23. September). Jeden Sonntag ab 20 Uhr gibt es darüber hinaus einen Livechat mit Kummerkasten-Beraterin Sabine Marx.

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2018, 09:43 Uhr