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Zweite ARD-Drehbuchwerkstatt Vielfalt? Selbstverständlich

DrehbuchautorInnen wünschen sich mehr Zeit und entsprechende Budgets für Recherchen zu ihren Stoffen. "Gerade wenn man Lebenswelten und Wirklichkeiten erzählen will, die nicht die eigenen sind, bedarf es gründlicher Recherchen", lautete ein Ergebnis der zweite ARD- Drehbuchwerkstatt in München.

von Steffen Grimberg

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Bei der  gemeinsam mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) organisierten Veranstaltung  ging es in diesem Jahr ging es um die Abbildung von Vielfalt in Filmen und Serien. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich in der Fiktion ein aktuelles Lebensgefühl und die gesellschaftliche Realität zeitgemäßer transportieren lassen.

Karola Wille: "Bewusstseinswandel spürbar"

"Eine freie, offene Gesellschaft braucht Vielfalt. Fiktionale Angebote wirken besonders stark und deshalb braucht gute Fiktion Geschichten, in denen Frauen, Männer und Kinder aller Milieus  und jeden Alters sich und ihr Leben in dessen ganzer Vielfalt wiedererkennen können", sagte die ARD-Filmintendantin und Intendantin des MDR, Karola Wille, in ihrer Begrüßung: "Der Bewusstseinswandel, der für das Thema Diversität in seiner ganzen Breite notwendig ist, ist spürbar und ein wichtiger erster Schritt. Konkrete Fragen der Umsetzung sind nun ein weiterer. Deswegen ist es für uns wichtig, den Dialog hier noch einmal zu intensivieren."

Eine freie, offene Gesellschaft braucht Vielfalt.

Die rund 80 TeilnehmerInnen vertieften die Thematik in vier Arbeitsgruppen in den Bereichen "Transmediales Erzählen und neue Formate", "Serie", "Genre- und Fernsehfilm" und "Reihen und Events. Hierbei wurde deutlich, dass die Verabredung,  mehr Vielfalt und damit auch Geschlechtergerechtigkeit in den fiktionalen Produktionen der ARD zu realisieren, auch ein Umdenken in der Stoffentwicklung erfordert. "Wir brauchen mehr Selbstbewusstsein und Mut, anders zu erzählen", so das Fazit aus einer der Arbeitsgruppen. Dazu gehöre auch, dass die solche Produktionen in Auftrag gebenden Redaktionen stärker "schwierige Stoffe" einfordern sollten. Bislang fehle die Selbstverständlichkeit, Vielfalt zu erzählen und auch durch die Protagonisten der Stoffe erlebbar zu machen. "Wir müssen uns stärker anschauen, wie solche Stoffe besetzt werden und uns fragen: Was sagt so ein Cast aus", so ein Teilnehmer.

Mehr Mut und Freiheit

"Was wir erzählen, wird bei den Zuschauern nur dann Anklang finden, wenn wir offen bleiben für Vielfalt. Denn es gibt nicht mehr 'den Zuschauer': DrehbuchautorInnen mehr Freiheiten zu gewähren, heißt auch, der Freiheit unserer Gesellschaft Widerhall zu geben", , so Sebastian Andrae vom Vorstand des VDD.

DrehbuchautorInnen mehr Freiheiten zu gewähren, heißt auch, der Freiheit unserer Gesellschaft Widerhall zu geben.

Auch für Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, der zur Abschlussdiskussion gekommen war, "um zu lernen", sind gute Autoren unverzichtbar: "Autoren helfen uns, richtig gutes Fernsehen zu machen. Leeres Papier kann man nicht verfilmen – ohne Autoren gäbe es weder gute Geschichten, noch Figuren und Dialoge", so Herres.

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2018, 16:08 Uhr