Das MEDIEN360G-Gaminglexikon Grinden – Déjà-vu für Gamer

Es ist nicht immer einfach und wenn es hart auf hart kommt, hilft nur eins: grinden. Wieder. Und wieder.

Schriftzug "grinden" auf schwarzer Stadtsilhouette von Dresden 1 min
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Es ist nicht immer einfach und wenn es hart auf hart kommt, hilft nur eins: grinden. Wieder. Und wieder.

Fr 17.08.2018 18:42Uhr 01:20 min

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grinden [ɡraɪndɘn], Verb

Das Verb „grinden“ kommt im Videospielbereich in verschiedenen Genres vor und beschreibt meist die monotone Wiederholung der immer gleichen Tätigkeit. In Rollenspielen etwa versucht der Spieler unter anderem Erfahrungspunkte, genannt XP, zu sammeln. Beim Grinden sammelt der Spieler diese Erfahrungspunkte, indem er zum Beispiel die gleichen Gegner immer wieder besiegt oder die gleiche Aufgabe wieder und wieder erfüllt und hierfür XP als Belohnung erhält.

Höher, schneller, weiter

Nach dem Erhalt einer bestimmten Anzahl von Erfahrungspunkten kommt es zu einem so genannten „Level Up“. Dabei erreicht die Spielfigur eine neue, höhere Stufe und wird stärker und mächtiger als zuvor. Außerdem können durch den Level Up neue Fähigkeiten erlangt werden, die die Figur nicht nur stärker machen, sondern gegebenenfalls auch neue Spielmechaniken frei schalten.

Wer hat, der hat

Neben dem Sammeln von Erfahrungspunkten und dem damit verbundenen Level Up hat grinden noch eine weitere Funktion, nämlich das Erbeuten von besonderen und seltenen Gegenständen oder Gold beziehungsweise Spielwährung. Ist man beispielsweise auf der Suche nach einer sehr seltenen Waffe, die nur von einem bestimmten Gegner oder Gegnertyp manchmal fallen gelassen wird, nachdem man ihn besiegt hat, so muss man diesen wieder und wieder zur Strecke bringen, um an den gewünschten Gegenstand zu kommen.

Lästig oder nicht?

Nicht alle Spieler sind Fans des Grindens. Viele Spieler sehen es als lästig und als Zeichen von uninspiriertem Spieldesign, das ein Spiel nur länger erscheinen lassen soll. Das Spiel dauert an, weil der Spieler für den Erhalt eines bestimmten Objekts oder eben für den Levelaufstieg Stunden in die immer gleiche Tätigkeit stecken muss. Für einige Spieler gehört der Grind aber von jeher dazu und ist als Spielmechanik akzeptiert.

Kreditkarte statt Schwert

Wem das alles zu lange dauert, der hat in manchen Genres die Möglichkeit, Zeit zu sparen – billig wird das allerdings nicht: In kostenlosen Downloadspielen etwa, sogenannten free-to-play-Spielen, kann man das teils lästige Grinden umgehen, indem man für den Levelaufstieg bezahlt – und zwar nicht mit Erfahrungspunkten, sondern mit echtem Geld.

Grinden im echten Leben

Den Begriff Grinden gibt es übrigens nicht erst, seitdem er in Computerspielen verwendet wird. Im Bereich des Skateboardings hat er eine völlig andere Bedeutung. Hier steht Grinden für das Gleiten oder Rutschen mit dem Skateboard entlang einer Kante, zum Beispiel an einem Bordstein oder auf einem Geländer. Trotz gleicher Schreibweise sind die Begriffe allerdings nicht verwandt.