Das MEDIEN360G-Gaminglexikon Nerfen – Was nicht passt, wird passend gemacht

Die wenigsten Dinge im Leben sind fair. Das gilt auch für Videospiele. Zum Glück kann man hier Dinge, die nicht passen, nerfen.

Schriftzug "Nerfen" auf schwarzer Stadtsilhouette von Erfurt 1 min
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Die wenigsten Dinge im Leben sind fair. Das gilt auch für Videospiele. Zum Glück kann man hier Dinge, die nicht passen, nerfen.

Mo 13.08.2018 14:20Uhr 01:08 min

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nerfen [nəːfɘn], Verb

Nichts in einem Computerspiel ist frustrierender, als immer wieder am gleichen Gegner zu scheitern und dabei das Gefühl zu haben, dass es nicht an einem selbst lag, sondern daran, dass der Kampf unfair war. In der Entwicklung von Computerspielen wird deshalb viel Zeit darauf verwendet, die Balance zwischen verschiedenen Figuren und Einheiten möglichst fair zu gestalten. Dies ist ein langer Prozess, der auch nach Auslieferung des Spiels noch nicht unbedingt abgeschlossen sein muss. Fällt bei der Erarbeitung der Spielmechanik oder während der Testphase eines Spiels eine Ungleichgewichtung auf, muss deshalb eingeschritten werden – was dann oft passiert, nennt man „nerfen“.

Niemand ist perfekt

Nerfen ist das Verschlechtern einer Spielfigur oder ihrer Eigenschaften und kommt in allen Spielgenres vor. Ist in einem Rollenspiel ein Spielcharakter beispielsweise zu stark, wird er generft und damit schwächer gemacht. Ist in einem Echtzeitstrategiespiel eine Kampfeinheit übermächtig, kann beispielweise ihre Reichweite verringert oder ihre Widerstandskraft herunter gesetzt werden. Kann in einer Fußballsimulation ein bestimmter Spieler zu schnell rennen, wird auch hier generft und der Spieler verlangsamt. Auch einzelne Spezialfähigkeiten von Spielfiguren können unfair sein, weil sie einfach zu stark und nur schwer zu kontern sind. Das nennt man auch „overpowered“ oder kurz „op“. Wenn dies passiert, wird diese Fähigkeit generft, also abgeschwächt.

Nerfen ist auch später noch möglich

Ein Nerf kann natürlich auch nach der Auslieferung eines Spiels noch durchgeführt werden. Dies passiert über sogenannte „Patches“. Das sind Dateien, die aus dem Internet heruntergeladen werden und ein Spiel im Nachhinein noch modifizieren können. Beim Starten des Spiels wird der Spieler für gewöhnlich darüber informiert, dass ein Patch für das Spiel bereit liegt. Diesen kann man nun herunterladen und automatisch installieren. Nach einer (hoffentlich) kurzen Wartezeit steht das Spiel wieder bereit für die nächste Runde – die entsprechende Spielfigur oder eine bestimmte Fähigkeit wurde erfolgreich generft und die Balance ist wieder hergestellt.