Das MEDIEN360G-Gaminglexikon Rage Quit – Ich geh’ dann schon mal

Manchmal hat man einfach genug. Das gilt im echten Leben ebenso, wie in der Welt der Videospiele. Und auch hier gibt es Dinge, die sich einfach nicht gehören.

Schriftzug "Rage Quit" auf schwarzer Stadtsilhouette von Erfurt 1 min
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Manchmal hat man einfach genug. Das gilt im echten Leben ebenso, wie in der Welt der Videospiele. Und auch hier gibt es Dinge, die sich einfach nicht gehören.

Mo 06.08.2018 09:41Uhr 01:25 min

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Rage Quit [reɪdʒ kwɪt], Substantiv

Jeder Computerspieler war schon einmal in einer solchen oder ähnlichen Situation: Nach einem langen Hin und Her und hartem Kampf muss man der unvermeidlichen Niederlage in einer Online-Mehrspielerpartie seines Lieblingsspiels ins Auge sehen. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, mit einer solch unangenehmen Lage umzugehen. Die anständige Variante wäre es natürlich, dem überlegenen Spieler zu gratulieren und aufzugeben oder das unabwendbare Ende mitanzusehen. Viele Spieler entscheiden sich jedoch anders. Das, was dann oft passiert, nennt man einen „Rage Quit“.

Einfach einen Schlussstrich ziehen

Ein Rage Quit bezeichnet das wütende Verlassen einer Mehrspieler-Partie eines Computerspiels, die noch nicht offiziell zu Ende ist. Es setzt sich zusammen aus dem englischen Wort „Rage“ für Wut und „to quit“ für verlassen. So verlässt dann eben ein Spieler beispielsweise eine Online-Partie eines Strategiespiels, die er zwar noch nicht verloren hat, allerdings keine Chance mehr sieht, zu gewinnen.

Eins wollte ich dir noch sagen

Oft ist der Rage Quit verbunden mit einer Beschimpfung des Gegners, bevor der Spieler das Spiel verlässt. So lesen sich die Chat-Nachrichten eines Spielers an seine Gegner kurz vor dem Rage Quit meist sehr blumig und nicht gerade versöhnlich. Rage Quit-Tiraden müssen aber nicht unbedingt nur auf den Gegner abzielen. Bei Spielen, in welchen Teams gegeneinander antreten, sind es oft die eigenen Mitspieler, die durch ihre vermeintliche Unfähigkeit einen Spieler zur Weißglut und letztendlich zum Rage Quit bringen – Beschimpfungen inklusive.

Wenn schon, denn schon

Dem ein oder anderen ist das einfache Verlassen des Spiels unter großem Getöse nicht genug. Um ein Zeichen zu setzen, bedienen sie sich dem sogenannten „Rage Plug“. „Plug“ ist englisch und bedeutet Stecker. Hier wird die Netzwerkverbindung unterbrochen – zum Beispiel durch das Rausziehen des Netzwerkkabels – und damit die Verbindung zum Server eines Online-Spiels getrennt. Dadurch verlässt der Spieler nicht einfach das Spiel, sondern es läuft in vielen Spielen bei allen anderen Mitspielern ein sogenannter „Time Out“ herunter, also ein Countdown zum automatischen Hinauswurf des Spielers durch die Software.

Ist der Ruf erst ruiniert

Rage Quitter haben im Allgemeinen keinen guten Ruf und werden als schlechte Verlierer und Spielverderber angesehen. Nicht selten werden besonders Spieler, die beim Rage Quit den Gegner wüst beschimpfen beim Spielanbieter gemeldet. Wenn dies zu häufig vorkommt oder die Beleidigungen zu schlimm waren, kann diese Meldung zu Strafen führen, die bis zur dauerhaften Verbannung von den Spielservern reichen. Trotzdem ist das Phänomen Rage Quit sehr weit verbreitet und die wenigsten Spieler, die regelmäßig online zocken, können von sich behaupten, noch nie einen Rage Quit begangen zu haben. Jeder hat wohl mal einen schlechten Tag.