Social Bots Vera Linß: Social Bots müssen nicht gefährlich sein

Medienjournalistin Vera Linß hält es trotz aller Kritik an Social Bots für falsch, diese zu verbieten. Stattdessen müsse Transparenz geschaffen werden. Nutzer müssten wissen, wann sie es mit Maschinen zu tun hätten.

Vera Linß 3 min
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Spätestens seit in den USA Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden ist, werden Social Bots massiv kritisiert. Sie stehen im Verdacht, Fake News zu verbreiten und so Meinungsbildung und damit einhergehend Wahlen zu beeinflussen - das könnte auch die Bundestagswahl im September betreffen. Doch ist das schlechte Image von Bots gerechtfertigt?

Medienjournalistin Vera Linß verweist auf eine Studie des Hans-Bredow-Instituts in Hamburg, der zufolge Meinungsbildung nicht nur über soziale Medien, sondern auch über Gespräche mit Freunden und Familie, klassische Medien und andere Wege erfolgt. Der Einfluss von Bots wäre demnach begrenzt. Auf der anderen Seite bestehe die Gefahr, dass Inhalte umso relevanter würden, je weiter sie verbreitet würden, findet Linß. So könnten auch Informationen große Beachtung finden, die keine Fakten, sondern nur gefühle Wahrheiten seien. Linß plädiert trotz aller Kritik dagegen, Social Bots zu verbieten. Wichtig sei, Transparenz zu schaffen. Nutzer müssten wissen, wenn ihr virtuelles Gegenüber eine Maschine sei.

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2017, 13:48 Uhr