MEDIEN360G im Gespräch mit... Rüdiger Trojok | Freien-Sprecherrat MDR

4. Kongress der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter startet in Leipzig - im Mittelpunkt stehen die Mitwirkung der Freien und die Folgen der Sparanstrengungen.

von Steffen Grimberg

Potraitfoto von Rüdiger Trojok 3 min
Bildrechte: MEDIEN360G / Rüdiger Trojok

Vorsitzender des Freien-Sprecherrates im MDR

MDR FERNSEHEN Do 04.04.2019 08:55Uhr 02:36 min

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Herr Trojok, Sie sind in der Freien-Vertretung beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig. Hier findet jetzt am Wochenende am 5. und 6. April der große Freien-Kongress der ARD statt. Was steht da auf dem Programm, was sind die drängendsten Themen?

Wir haben versucht, ein vielfältiges Programm zu machen, was die wichtigsten Probleme der Freien anspricht. Das ist zum einen die Vertretung der Freien. In manchen Rundfunkanstalten sitzen die Freien mit im Personalrat. In einem guten Teil ist das noch nicht der Fall. Da wollen wir aber hin. Das ist das eine große Thema und das zweite große Thema sind die Sparanstrengungen oder die Sparansprüche an die Sender, die sich ganz wesentlich auf die Freien auswirken. Weil die Freien ja haushaltstechnisch "Sachmittel" sind und da viel leichter zu sparen ist, als an dem Personal.

Wie ist die Stimmung so unter den Freien hier im Mitteldeutschen Rundfunk?

Das lässt sich so leicht nicht generalisieren. Die Bedingungen sind sehr unterschiedlich. Wir haben Freie, die im Bestandsschutz sind beim MDR. Denen geht es relativ gut, sie haben eine gewisse Absicherung. Wir haben Freie im programmgestaltenden Bereich, da wirken sich zum Teil die Sparanstrengungen schon durchaus aus. Gerade wenn man den "Nachmittag" anguckt oder so. Da ist der Druck und der Druck auf die Honorare schon größer und auf die Arbeitsbedingungen. Wir haben, was man nicht vergessen darf, die Freien, die unterhalb des Tarifvertrags arbeiten und also weniger als 71 Tage im Jahr. Dort sind die sozialen Bedingungen doch ziemlich traumatisch, weil die sich selbst versichern müssen.

Bei dieser "Freien"- Studie, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die den Linken nahesteht, durchgeführt hat, da haben sich recht viele freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks beteiligt. Haben Sie eine Erklärung warum hier die Beteiligung so groß ist, größer als bei anderen Landesrundfunkanstalten der ARD?

Eine richtige Erklärung habe ich dafür nicht. Wir haben selbst als Freien-Vertretung für diese Studie und das Beteiligen an dieser Studie geworben. Vielleicht hat das etwas geholfen. Ansonsten ist es schwer einzuschätzen, wie sehr sich die Bedingungen von den Freien in den unterschiedlichen Rundfunkanstalten unterscheiden.

Wird diese Studie denn auch hier beim Freien-Kongress eine Rolle spielen und wie bewerten Sie die Wirkung, die diese Studie gehabt hat? Haben Sie da Rückmeldung gekommen aus der ARD aus dem MDR aus den Landesrundfunkanstalten?

Sie wird auf jeden Fall eine Rolle spielen. Sie wird kein extra Panel haben, aber sie wird sicherlich am Rande eine wichtige Rolle spielen, und wir haben uns vorgenommen, am Sonntag im ARD-Freien-Rat uns zusammenzusetzen und wichtige Schlüsse daraus zu ziehen und Handlungsansätze zu entwickeln.

Vielen Dank.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 11:43 Uhr