Andere Asylsuchende kamen am besten zurecht in… Neuer Algorithmus sucht beste Zufluchtsorte für Geflüchtete

Big Data könnte jetzt auch die Integration von Geflüchteten deutlich verbessern. Forscher in den USA und der Schweiz präsentieren einen Algorithmus, der ausrechnet, in welchen Orten Neuankömmlinge wirtschaftlich am besten klarkommen.

Ein Flüchtling mit einem Ausbilder bei der Arbeit in der Übungswerkstatt für Handwerksausbildung.
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Was beim Bücherkauf bei Amazon gut funktioniert, könnte jetzt auch die Verteilung von Asylsuchenden in einem Aufnahmeland verbessern. Im Fachmagazin Science berichten Forscher der US-Universität Standford und der ETH Zürich über einen neuentwickelten Algorithmus, mit dessen Hilfe sich die Integrationschancen neuankommender Flüchtlinge in einem Land optimieren lassen könnten.

Das Computerprogramm untersucht mit Methoden des maschinellen Lernens, an welchen Orten in den USA und in der Schweiz Geflüchtete in der Vergangenheit am schnellsten einen Job fanden. Dabei stellte der Algorithmus schnell fest, es können jeweils abhängig von der Qualifikation und den Sprachfähigkeiten der Geflüchteten ganz unterschiedliche Gegenden sein. Nicht für jeden Geflüchteten waren die gleichen Orte gleich gut. Nach Aussage der Forscher hätte eine Verteilung der Menschen nach den jetzt gewonnenen Erkenntnissen die Chancen der Neuankömmlinge auf einen Job zwischen 40 und 70 Prozent verbessern können.

In Deutschland gibt es bislang allerdings rechtliche Hürden für den Einsatz einer solchen Software. Außerdem ist unklar, ob durch die Daten möglicherweise Vorurteile in den Algorithmus einfließen. Die Effekte des Programms sollen nun in einer Vergleichsstudie erprobt werden. Der Bedarf nach besserer Verteilung wächst stetig: 2016 waren laut UN 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, mehr als jemals zuvor.

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2018, 15:10 Uhr