Auto der Zukunft Ilmenauer Wissenschaftler forschen

An der Technischen Universität in Ilmenau tüfteln Forscher an Fragen zum autonomen Fahren. Es geht ihnen um einen absolut störungsfreien Funk zwischen den Fahrzeugen und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

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Di 07.11.2017 17:03Uhr 05:29 min

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An der Technischen Universität Ilmenau testen Prof. Matthias Hein und seine Mitarbeiter Funknetze, über die sich die Autos der Zukunft unterhalten. "Wenn das Fahrzeug in eine Gefahrensituation fährt und beispielsweise  ein Unfall bevorsteht, kann es über ein Kommunikationssignal andere Verkehrsteilnehmer warnen und sagen 'Passt auf, hier ist eine kritische Situation'", sagt Matthias Hein.

In der europaweit einmaligen Messhalle, die mit hunderten sogenannten Absorbern ausgestattet ist, können die Funksignale störungsfrei getestet werden. Die Anlage ist eine massive Metallkonstruktion, ein großes künstliches Funkloch. Die Wissenschaftler wollen hier herausfinden, warum Funksignale in bestimmten Situationen abbrechen. Das könne beispielsweise an Ländergrenzen sein oder in ländlichen Gebieten, wo die Abdeckung des Funks nicht gut ist, so Hein. Nur mit einem stabilen Funk zu jeder Zeit habe auch autonomes Fahren eine Zukunft. Und das wird noch viele Jahre brauchen, prophezeit der Ilmenauer Wissenschaftler.

Vertrauen gewinnt man nur, wenn Fahrzeugsicherheit gewährleistet ist.

Prof. Klaus Augsburg, TU Ilmenau

Aber was passiert in der Zwischenzeit, in der Zeit des sogenannten teilautomatisierten Fahrens, wenn der Mensch noch hinterm Steuer sitzt? Bereits heute gibt es Fahrassistenzsysteme, die die Spur oder den Abstand zu anderen Fahrzeugen halten. Allerdings muss der Fahrer jederzeit das Steuer wieder übernehmen können. Er muss sich also noch erinnern, wie das Fahrzeug funktioniert hat in der Phase, als er abgegeben hat. "Das ist nicht ganz einfach, weil das ein bisschen mit der Gewöhnung des Fahrers und Fahrerkompetenzbewertung zu tun hat", sagt Prof. Klaus Augsburg. Er und sein Team sitzen nur wenige Meter von der Funk-Messhalle seines Kollegen Prof. Hein entfernt. Klaus Augsburg will Fahrermodelle entwickeln, die sich personalisieren lassen. Im Zusammenspiel von Mensch-Maschine sei Vertrauen ganz wichtig. Vertrauen zum einen in die Richtung, immer zu wissen, wie das Fahrzeug reagiert, zum anderen Vertrauen in die Technik. "Vertrauen gewinnt man nur, wenn die Fahrzeugsicherheit gewährleistet ist. Also muss man Fahrzeugsicherheitssysteme verbessern", so Augsburg. Er hat mit seinen Mitarbeitern ein Bremssystem entwickelt, das den Bremsweg erheblich verkürzt, indem beim Bremsen gleichzeitig der Luftdruck im Reifen automatisch abgelassen wird. Die vielen verschiedenen Regelsysteme in den Fahrzeugen müssten noch optimiert und vor allem zahlenmäßig verringert werden – ein wichtiger Schritt in Richtung autonomes Fahren.

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2018, 14:02 Uhr