Tag des Einbruchschutzes WLAN-Kameras für mehr Sicherheit?

Im Schnitt wird einmal die Stunde in Wohnungen und Häuser eingebrochen - alleine in Mitteldeutschland. Extra sichere Türen, Schlösser und Fenster sind häufig Vermietersache und dazu noch sehr teuer. Ein günstigere Alternative scheinen Überwachungssysteme für zu Hause zu sein. Im Trend liegen seit einiger Zeit sogenannte IP-Kameras. Aber vor dem Kauf sollten Sie einiges beachten.

Eine Video-Überwachungskamera an einer Hauswand.
Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Sogenannte IP- oder auch WLAN-Kameras sind mit dem Stromnetz und dem Internet verbunden. Weitere Kabel sind nicht nötig. Sie speichern ihre Aufnahmen dann in der Regel nicht auf einem (internen) Speicher-Chip, sondern übertragen Fotos oder Videos per Funk ins Netz - meist in eine Cloud. Um die Aufnahmen zu sehen, braucht man eine passende App oder einen Link zum Stream. Manche Kameras senden auch ein Signal auf das Smartphone, sobald sich etwas in der Wohnung tut.

Wie hilft die Kamera gegen Einbrecher?

Falls die IP-Kamera tatsächlich einen Einbrecher aufnimmt, hat sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber einer gewöhnlichen Überwachungskamera: Auch wenn sie zerstört wird, sind die aufgezeichneten Bilder nicht verloren. Denn die sind ja schon in der Cloud gespeichert. IP-Kameras können einen Einbruch wahrscheinlich nicht verhindern, wohl aber bei der Aufklärung im Nachgang helfen.

Was darf ich mit den Aufnahmen machen?

Videos und Bilder, die die Kamera aufgezeichnet hat, dürfen ohne Einwilligung der Person, die zu sehen ist, nicht im Internet oder anderweitig verbreitet werden. Tatsächlich könnte ein Einbrecher sonst Schadenersatz verlangen, erklärt Rechtsanwalt Jan Marschner:

Ich habe zwar das Recht, einen Einbrecher zu filmen, wenn er sich gegen meinen Willen in mein Haus begibt. Allerdings habe ich kein Recht, das zu verbreiten. Ich würde grundsätzlich empfehlen, das immer über die Polizei zu machen. Die Beamten haben dann auch die Möglichkeit, verdeckt zu ermitteln. Es geht hier auch um den Ermittlungserfolg.

Rechtsanwalt Jan Marschner

Der Polizei können Sie aber die aufgezeichneten Bilder zur Verfügung stellen. Dann haben die Ermittler immer noch die Möglichkeit, das Material zu veröffentlichen.

Was muss ich beachten, wenn ich eine (IP-)Kamera installiere?

Im Grunde ist es egal, welche Art von Kamera installiert wird, denn entscheidend ist, was auf den Videos und Bildern zu sehen ist:

Nur das eigene Grundstück/die eigene Wohnung

Wenn ich eine Kamera aufstelle, muss ich darauf achten, dass ich nur mein Grundstück überwache und nicht auch den Gehweg etc. Wenn ich nur in meiner eigenen Wohnung filmen möchte, gibt es keine speziellen Anforderungen – es sei denn, die Kamera und damit die Überwachung läuft permanent.

Rechtsanwalt Jan Marschner

Persönlichkeitsrechte wahren

Wenn die Kamera 24 Stunden läuft, brauche ich grundsätzlich eine Einwilligung, wenn ich Personen aufnehme - ansonsten können die Personen gegen mich vorgehen. Eigentlich muss so eine Einwilligung auch schriftlich erfolgen.

Rechtsanwalt Jan Marschner

Das bedeutet, dass Sie beispielsweise auch Gäste und Handwerker darauf hinweisen müssen, wenn bei Ihnen die Überwachungskamera läuft.

Spezialfall Kinder und Jugendliche

Grundsätzlich können Eltern für ihre Kinder entscheiden, ob sie gefilmt werden dürfen. Es müssen aber alle Erziehungsberechtigte einverstanden sein. Jugendliche haben das Recht, selbst zu entscheiden. Eine klare Altersgrenze gibt es laut Rechtsanwalt Marschner aber nicht: "Das hängt vor allem von der Einsichtsfähigkeit ab und davon, was konkret gefilmt wird."

Datensicherheit

Bei den IP-Kameras kann es passieren, dass auch andere Menschen auf ihr Material zugreifen, erklärt Sven Hansen vom Computermagazin c’t: "Das war in den vergangenen Jahren ein Problem, wenn Hersteller die Geräte mit Standard-Passwörtern ausgeliefert haben - beispielsweise '1234'. Viele Nutzer haben das nicht geändert, weil sie die Geräte einfach so ans Netz gehängt haben. So stand eine große Zahl an Kameras offen im Netz. Dann konnten irgendwelche Leute auf die Bilder zugreifen."

Darum sollte Sie immer das Standard-Passwort der IP-Kameras ändern. Außerdem ist eine gut verschlüsselte Internetleitung wichtig.

Kauf

Das Angebot von IP-Kameras ist sehr groß - es ist also sinnvoll, sich vor dem Kauf über die Geräte zu informieren. Welche Bildqualität sollen die Videos haben? Soll auch Ton aufgezeichnet werden? Muss die Kamera im Dunkeln filmen? Soll das Gerät per App gesteuert werden? Und kommen Zusatzkosten für einen Cloud-Dienst dazu?