GRIMBERG am 26. Juni 2018 Information geht leer aus: Was war beim GOA los?

Keine Preise in der Kategorie Information beim Grimme Online Award 2018. Lange Gesichter bei den Nominierten. Dumm gelaufen, aber kein Urteil über deren Qualität, sagt der Jury-Vorsitzende.

von Steffen Grimberg

Teaserbild für GRIMBERG – Die Videokolumne am 26. Juni 2018: Schriftzug "26/06" auf weißem Grund 1 min
Bildrechte: MEDIEN360G

Natürlich gab es am 22. Juni in der Kölner Flora viele glückliche Gewinner. Aber auch einige lange Gesichter: Bei den 18. Grimme Online Awards gingen die sieben Nominierten in der Kategorie "Information" – darunter die MEDIEN360G Partner Übermedien – nämlich leer aus.

Nicht, dass an den Gewinnern etwas auszusetzen wäre: Mai Thi Nguyen-Kim und Melanie Gath räumten mit dem funk-Wissenschaftsformat maiLab gleich doppelt ab, gewannen in der Kategorie "Bildung und Wissen" und holten auch noch den Publikumspreis, der per Internet-Voting aus allen Nominierten bestimmt wurde.

Großes Angebot "Kultur und Unterhaltung"

Besonders stark war in diesem Jahr die Kategorie "Kultur und Unterhaltung", die so unterschiedliche Angebote wie die vom Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe erdachte Bildungsreise eines fiktiven Reporters um 1900 zu den Visionären der damaligen Zeit und den Instagram-Account "@maedelsabende", einen Ableger des WDR-Fernsehformats "frau tv", vereinte.

Doch warum sind die Nominierten der Kategorie Information bei einem Web-Award, der ausdrücklich nach publizistisch anspruchsvollen Inhalten im Netz fahndet, leer ausgegangen? Nach Darstellung von Jury und "Grimme Online Award"-Leitung steckt dahinter keine subtile Botschaft, sondern eher ein etwas unglücklicher Abstimmungsverlauf. Beim GOA werden zunächst von einer Nominierungskommission herausragende Webformate ganz allgemein zusammengestellt, diese Nominierungen werden erst später den vier GOA-Kategorien "Wissen und Bildung", "Kultur und Unterhaltung", "Information" und "Spezial" zugeordnet. Insgesamt können acht Preise (plus Publikumspreis) vergeben werden. Anders als beim Grimme-Fernsehpreis gibt es aber keine feste Anzahl Preise pro Kategorie, alle acht Awards könnten theoretisch also in einer einzigen Kategorie vergeben werden.

Erklärung des Juryvorsitzenden

Bei der Preisverleihung erklärte der Juryvorsitzende Kai Heddergott, er wolle das Votum denn auch nicht als inhaltliches Signal verstanden wissen: "Aus den Vorschlägen, die uns durch die Vorarbeit der Nominierungskommission vorlagen haben wir dieses Jahr die maximale Zahl an Preisträgern identifiziert und zufällig ergab es sich, dass keiner aus der Kategorie Information kam."

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2018, 11:04 Uhr