GRIMBERG am 7. Juni 2018 Garbor Steingart ist zurück

"Provokant. Unabhängig. Kostenfrei" – so bewirbt der ehemalige Handelsblatt-Herausgeber sein neues "Morning Briefing", das am 11. Juni startet.

von Steffen Grimberg

Teaserbild für GRIMBERG – Die Videokolumne am 7. Juni 2018: Schriftzug "07/06" auf weißem Grund 1 min
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Wegen eines zu provokanten Morning Briefings beim Handelsblatt musste Garbor Steingart gehen. Jetzt meldet er sich im gleichen Format zurück.

Do 07.06.2018 08:43Uhr 01:20 min

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Ursprünglich waren solche "Morning Briefings" den Mächtigen vorbehalten, der US-Präsident bekommt beispielsweise täglich zum Frühstück seinen "Daily Brief", der über das Wichtigste aus der aktuellen Weltlage informiert.

Seit einigen Jahren hat sich die Bedeutung dieser Briefings allerdings verschoben: Viele Medien bieten ihre Zusammenfassungen am Morgen für das breite Publikum an – und liefern hier längst nicht mehr nur Fakten und Daten, sondern vor allem politische oder persönliche Einordnungen, gerne zugespitzt oder mit einer Portion Satire serviert.

So listet der Berliner Tagesspiegel in seinem Checkpoint tagtäglich genüsslich auf, seit wie vielen Tagen der neue Berliner Flughafen BER eigentlich schon in Betrieb sein sollte ("BER count up Tage seit Nichteröffnung" – am 7. Juni waren es 2196).

Und auch das Altpapier hier auf MEDIEN360G spart bei seinen Themen nicht an kommentierender, gerne mal ironischer Einordnung.

Mit dem "Morning Briefing" meldet übrigens sich der ebenfalls mehr als meinungsfreudige Garbor Steingart in für ihn einem altbekannten Format zurück. Während seiner Zeit beim Handelsblatt war das "Morning Briefing" so etwas wie sein Markenzeichen geworden. Zuletzt hatten es nach Handelsblatt-Angaben rund 500.000 User abonniert. Und ironischerweise soll Steingart Anfang 2018 auch genau darüber gestürzt sein: Am 7. Februar hatte er im "Morning Briefing" dem ehemaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz einen perfekten Mordplan an seinem bisherigen politischen Gönner Sigmar Gabriel unterstellt. Rein im übertragenen Sinne, versteht sich. Das soll nach Medienberichten Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck dann doch zu weit gegangen sein. Und Gabor ward beim Handelsblatt bald Geschichte.

Nun meldet er sich zurück, mit einem englischen Auftaktvideo und dem Versprechen: "Sie werden nie mehr alleine aufwachen". Es hört sich ein bisschen wie eine Drohung an.

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2018, 14:09 Uhr