GRIMBERG am 23. Januar 2019 Neue digitale Medienplattform

An diesem 22. Januar 2019 war es genau 56 Jahre her: 1963 unterzeichneten Deutschland und Frankreich im Élysée-Palast in Paris einen weitreichenden deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Er regelte Angelegenheiten wie den Kulturaustausch zwischen den früher verfeindeten Nationen, enthielt aber auch das Bekenntnis zur Zusammenarbeit auf europapolitischem und sicherheitspolitischem Gebiet.

von Steffen Grimberg

Teaserbild für GRIMBERG – Die Kolumne am 23. Januar 2019: Schriftzug "23/01". 2 min
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Kulturstaatsministerin Monika Grütters will bei der medialen Zusammenarbeit Akzente setzen und hat eine deutsch-französische Digitalplattform angekündigt. Noch sind allerdings viele Fragen offen.

Mi 23.01.2019 12:52Uhr 01:55 min

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Jetzt wurde im Krönungssaal des Aachener Rathauses von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron ein neuer deutsch-französischer Freundschaftsvertrag geschlossen, der ganz im Geiste des Élysée-Vertrags die enge Partnerschaft beider Länder fortschreibt. Mit diesem Vertrag von Aachen soll insbesondere auch bilaterale Kulturzusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland auf eine neue Grundlage gestellt werden.

Gewachsene kulturelle Verbindung soll auch medial ausgebaut werden

Die auf Bundesebene für die Angelegenheiten der Kultur und der Medien zuständige Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte: „Gemeinsam mit meinen französischen Amtskollegen habe ich mich intensiv dafür eingesetzt, dass Kultur und Medien sichtbar und stark im Vertrag von Aachen verankert werden. Wir wollen die historisch gewachsene kulturelle Verbindung zwischen Frankreich und Deutschland für die Zukunft sichern und ausbauen.“

Der deutsch-französische Kulturkanal Arte sendet seit 1992

Sichtbarstes Zeichen der bisherigen medialen Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland ist der europäische Kulturkanal Arte (Association Relative à la Télévision Européenne). Die Grundlagen für Arte wurden 1990 auf politischer Ebene zwischen dem damaligen französischen Präsidenten François Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl geschaffen, 1992 ging der Sender mit Hauptsitz in Straßbourg im Elsass auf Sendung. Träger von Arte sind der Südwestrundfunk (SWR) für die ARD, das ZDF, die öffentlich-rechtliche französische France Télévisions und Frankreichs Auslandsrundfunk Radio France.

Deutsch-französische Digitalplattform als Antwort auf nationalistische Positionen

Mit dem Vertrag von Aachen sollen nun Medienkooperationen zwischen den beiden Ländern noch stärker ausgebaut werden. Laut Grütters habe man sich „für die Schaffung einer Digitalplattform ausgesprochen. Diese neue Plattform hat das Potential, zu einem weiteren Leuchtturm in der bilateralen Kultur- und Medienzusammenarbeit zu werden. Deutschland und Frankreich wollen damit zu einer gesamt-europäischen Öffentlichkeit als Antwort auf wachsende nationalistische Positionen beitragen, denn kulturelle Vielfalt ist stärker als populistische Einfalt.“

Rundfunksender und andere Medienunternehmen sollen zusammenarbeiten

Mit der Plattform solle ein Forum zu europaweit relevanten Themen geschaffen werden, die junge Menschen betreffen und bewegen. In einer Kooperation deutscher und französischer Rundfunksender und anderer Medienanbieter soll dieses Format mit neuem Zuschnitt und europäischen Inhalten entstehen.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 11:43 Uhr