Calliope Mini-Computer fürs Klassenzimmer

Spielerisch das Programmieren erlernen – das soll für Grundschüler mit Hilfe des Calliope-Mini-Computers künftig auch in Thüringen möglich sein. Im Februar starteten die ersten Lehrer-Fortbildungen durch die Thüringer Landesmedienanstalt.

"Was Fritzchen nicht lernt, lernt Fritz nimmermehr" findet die Thüringer Landesmedienanstalt und meint: Nur wer etwas selbst versteht und anwenden kann, wird damit kompetent umgehen. Dies gilt vor allem für die durch Algorithmen und Künstliche Intelligenz geprägte digitale Welt. Deshalb sollen künftig schon Grundschulkinder dafür fit gemacht werden.

Wie ist ein Computer eigentlich aufgebaut? Was kann man damit machen, und wie kann man selbst etwas programmieren? Mit dem Mini-Computer "Calliope" soll das schon für Acht- bis Neunjährige begreifbar gemacht werden.

In Thüringen werden gerade die ersten von insgesamt 100 Lehrern für den Einsatz des Mini-Computers geschult, damit sie zukünftig gemeinsam mit ihren Schülern programmieren können. Wie das kleine sechseckige Gerät funktioniert und was es Kindern alles beibringen kann, wird hier erklärt:

Das Prinzip, Grundschülern mit Kleinstcomputern zu erklären, wie Schaltungen, Software und Sensoren funktionieren, ist nicht neu. Vorbild dafür ist der BBC Micro Bit, der seit 2015 in Großbritannien eingesetzt wird. Der Calliope ist eine Weiterentwicklung des britischen Modells und soll nun von deutschen Grundschülern verwendet werden. Die Erfinder des Mini-Computers kommen aus Bonn. Entwickler Maxim Loick möchte, dass Kinder verstehen, was im Inneren von Computern passiert und wie sie gesteuert werden können. Gemeinsam mit seinen eigenen Kindern hat er den programmierbaren Stern schon ausgiebig getestet.

Ein Ziel ist es auch, mehr Mädchen für Technik zu begeistern. Ob das funktioniert, haben sich Kollegen beim KiKa mal angeschaut.

Mit Unterstützung der Thüringer Landesmedienanstalt und Google werden Lehrer geschult und 2.500 Geräte an Thüringer Schulen verteilt.

Am Rande der Google-Zukunftswerkstatt haben wir mit Martin Ritter (Bereichsleiter Medienbildung und Bürgermedien bei der Thüringer Landesmedienanstalt) über das Calliope-Projekt gesprochen:

Teaserbild zu einer Frage zu Calliope
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Mi 14.02.2018 11:53Uhr 01:13 min

https://www.mdr.de/medien360g/wissen/video-175620.html

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Teaserbild zu einer Frage zu Calliope
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Mi 14.02.2018 11:52Uhr 00:42 min

https://www.mdr.de/medien360g/wissen/video-175616.html

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Allerdings gibt es auch Kritik, denn einige sehen den Mini-Computer als Interessensprodukt großer Konzerne. Schließlich wird das Projekt unter anderem von Google finanziert.

Teaserbild zu einer Frage zu Calliope
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Mi 14.02.2018 11:52Uhr 00:57 min

https://www.mdr.de/medien360g/wissen/video-175618.html

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Auch beim 34. Chaos Communication Congress in Leipzig ging es um den Calliope. Der DLF veranstaltete ein Experten-Gespräch zum Thema "Mit Mini-Computern Programmieren lernen". Das Gespräch lässt sich hier nachhören.

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 14:29 Uhr