Bangen um Bergparaden im Erzgebirge

Bergparade Chemnitz 2019
Bergparade Chemnitz 2019 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Advent ist Hoch-Zeit der traditionsreichen Bergparaden im Erzgebirge: Hunderte Männer, Frauen und Kinder in historischen Bergmannsuniformen ziehen dann zu Musik durch die Straßen. Doch dieses Jahr bangen die Vereine erneut um ihre Paraden, die in Sachsen zur Weihnachtszeit gehören wie Christstollen und Schwibbogen. Aktuell seien zwölf Bergparaden geplant, den Auftakt machen Chemnitz und Oelsnitz am 27. November, sagte Ray Lätzsch, Vorsitzender des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, der Deutschen Presse-Agentur.

Wir haben alles fertig und von unserer Seite kann es losgehen.

Ray Lätzsch, Vorsitzender des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine dpa
Uniformierte der Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft ziehen durch Freiberg.
Bergparade in Freiberg Bildrechte: Thomas Friedrich / MDR

Die Unruhe in den Vereinen sei groß, berichtete Lätzsch. Denn die Erfahrungen aus dem Vorjahr sitzen tief. Damals waren die Paraden und Aufzüge, die zum immateriellen Kulturerbe zählen und sonst schon mal Zehntausende Besucher anlocken, wegen des Corona-Lockdowns abgesagt worden. Als kleiner Trost wurde unter dem Titel "Unser Erzgebirge ist Weihnachten" ein Film zur Bergmännischen Weihnacht produziert, der im Internet mehr als 155.000 Mal aufgerufen wurde.

"Wir stehen bereit", betonte Lätzsch. "Wir haben alles fertig und von unserer Seite kann es losgehen." So gebe es Hygienekonzepte und die Vereine hätten Busse für die Anreise bestellt. Für einzelne Paraden etwa der in Annaberg-Buchholz am 19. Dezember haben auch Vereine aus anderen Bundesländern und Österreich ihr Kommen zugesagt.

Traditionelle Bergparade zum Weihnachtsmarkt in der sächsischen Stadt Stollberg
Bergparade in Stollberg Bildrechte: imago/Müller-Stauffenberg

Eine erneute Absage der Paraden wäre aus Sicht Lätzschs das falsche Signal an die Bevölkerung. Denn die Menschen sehnten sich nach einem Stück Normalität, gerade in der Vorweihnachtszeit. "Und viele Menschen haben sich gegen Corona impfen lassen, um Normalität in ihrem Leben zurückzuerhalten." Er appellierte an das Land und die Kommunen, solche Veranstaltungen zu ermöglichen. Zumal die Paraden unter freiem Himmel und nicht in geschlossenen Räumen stattfinden.

Quelle: dpa