Der Osten - Entdecke wo du lebst | 24.03.2020 | 21:00 Uhr Wo Sachsens Sonnenkönig regierte - Das Residenzschloss Dresden

Luftbildaufnahme Residenzschloss 2 min
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Es ist die wohl teuerste Baustelle Sachsens - das Dresdner Schloss. Mehr als 340 Millionen Euro flossen in den aufwendigen Wiederaufbau. Die Gemäuer, in denen seit über 600 Jahren die sächsischen Kurfürsten residierten, wurden im Zweiten Weltkrieg zu fast 85 Prozent zerstört. Zu DDR-Zeiten fehlten bis in die 1980er-Jahre hinein Geld, Material und politscher Wille für den Schlossbau. Immerhin begann man 1986 mit der Sicherung der Ruine.

Residenzschloss Dresden Der Stallhof 1945 und heute

Stallhof im zerstörten Residenzschloss in Dresden, 1945.
Bildrechte: imago/Ulrich Hässler
Stallhof im zerstörten Residenzschloss in Dresden, 1945.
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Residenzschloss Dresden mit Stallhof, Arkadengang, Georgentor und Turm der Katholischen Hofkathedrale
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Von der Ruine zum Prachtobjekt

Paradeschlafzimmer im Residenzschloss Dresden
Das Paradeschlafzimmer im Residenzschloss Dresden Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Bauarbeiten starteten 1990. Heute zeigt sich der "Sächsische Louvre" wieder in seiner ganzen Pracht und Opulenz. Die verdankt das Schloss nicht zuletzt August dem Starken, der vor 300 Jahren anlässlich der Hochzeit seines Sohnes prunkvolle Paraderäume errichten ließ: Ballsaal, Thronsaal, Schlafgemach. Vorbild dafür war Versailles. Auch heute sind französische Spezialisten für die originale Ausstattung zuständig.

Auf jeden Fall haben wir hier Originalteile, die es in Versailles nicht mehr gibt. Das betrifft vor allem das Audienzgemach mit seinen prachtvollen Goldstickereien aus Paris - in den Werkstätten des Sonnenkönigs gefertigt. Und wer das erleben will, wer Versailles zur Zeit des Sonnenkönigs erleben möchte, der muss dann nach Dresden kommen!

Dr. Sabine Schneider | Kunsthistorikerin

Exponate aus den Prunkräumen von August des Starken

Paraderäume im Dresdner Schloss, Krönungsfigur Augusts II
Paraderäume im Dresdner Schloss: Krönungsfigur Augusts II Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Krönungsfigur Augusts II
Paraderäume im Dresdner Schloss: Krönungsfigur Augusts II Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Dragonervase
Paraderäume im Dresdner Schloss: Dragonervase im Porzellankabinett Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Turmzimmer, historische Fotografie (1896)
Paraderäume im Dresdner Schloss: Turmzimmer, historische Fotografie (1896) Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Maria Josepha Silvestre nach 1719
Paraderäume im Dresdner Schloss: Maria Josepha Silvestre nach 1719 Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Latz Pendule und Piedestal
Paraderäume im Dresdner Schloss: Latz Pendule und Piedestal Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Kupferstich Audiengemach beim Empfang der Braut
Paraderäume im Dresdner Schloss: Kupferstich Audiengemach beim Empfang der Braut Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, König August III von Polen Silvestre nach 1716
Paraderäume im Dresdner Schloss: König August III von Polen Silvestre nach 1716 Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Elementvase „Luft“
Paraderäume im Dresdner Schloss: Elementvase "Luft" Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Paraderäume im Dresdner Schloss, Galakleid Augusts II
Paraderäume im Dresdner Schloss: Galakleid Augusts II Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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Maler Andre Voltaire ist am 6. Juni 2018 mit Sanierungsarbeiten an den koeniglichen Schlafgemaechern im Dresdner Schloss beschaeftigt.
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Die MDR-Dokumentation zeigt die unglaubliche Wiederauferstehung des Schlosses aus Ruinen, gekrönt vom Wiederaufbau der barocken Prunkräume. Sie erzählt über die restauratorische Feinarbeit an den riesigen Deckengemälden von Louis de Silvestre.

Das Kamerateam war dabei, als in Florenz und Genua die teuren Samt- und Goldbahnen für die Wandbehänge der Gemächer entstanden. Alles per Handarbeit auf Webstühlen, wie vor 300 Jahren.

Stoffe, die man auch in dem weltweit einzigartigen sechs Meter hohen Paradebett August des Starken wiederfindet. In dem wurde übrigens niemals geschlafen. "Es sind ja königliche Empfangsräume", erklärt Chefrestaurator Hans Walter, "und es ist ein großes Theater gewesen 1719, mit dem August der Starke alle beeindrucken wollte!"

Residenzschloss in Dresden heute.
Das Residenzschloss in Dresden heute Bildrechte: MDR/Axel Berger

Neu ab 3. März: "Der Osten – Entdecke wo du lebst" wird mit Audiodeskription gesendet Viele Millionen Menschen in Deutschland sind entweder blind oder sehbehindert. Mit dem neuen Service können auch Menschen mit Sehbehinderung den interessanten Reportagen aus den drei Bundesländern folgen. In der Audiodeskription werden in den Dialogpausen alle wichtigen Bildinformationen - inklusive der Handlung - für diese Zuschauer beschrieben. Das MDR FERNSEHEN sendet bereits durchschnittlich jeden Tag etwa vier Stunden mit Audiodeskription und liegt damit auf einem Spitzenplatz unter den Landesrundfunkanstalten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke wo du lebst | 24. März 2020 | 21:00 Uhr